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Takstar SGC-698 Shotgun Mic

[Testbericht]
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Moderatoren: mich0701, Lars H

Beitrag Nummer:#1  Beitrag Do 13. Sep 2018, 09:53
stoneeh Lautmacher

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Hola Compadres.

Es gibt wieder mal einen Equipment-Test. Hat diesmal mehr mit der Peripherie der Beschallung zu tun.
Wenn's nicht relevant genug für dieses Unterforum ist, bitte in "Sonstiges" verschieben.

Seit längerem träume ich nicht nur von schönen Video/Bildaufnahmen meiner Events, sondern insbesondere tollen Audio-Aufnahmen. Perfekter Sound ist mir das wichtigste an meinen VAs, und diesen aufzeichnen und daheim nochmal erleben zu können ist/war ein dediziertes Ziel von mir.
Auch für Promo-Zwecke sind gute Audioaufnahmen förderlich. Perfekten Sound von 20Hz bis 20kHz braucht es zwar dafür nicht, denn welcher Prozentsatz der User hat schon Abhör-Equipment, das geeignet ist, um einen Unterschied zu merken - 90% schaut sich das Aftermovie am Smartphone an. Aber dennoch soll/muss die Aufnahme klar und unverzerrt sein, und im Frequenzspektrum möglichst dem Original entsprechen.

Manches Smartphone macht heute bei den Audioaufnahmen schon einen akzeptablen bis guten Job, wie auch diverse Digitalkameras. Trotzdem - flat aufnehmen tut keins dieser Geräte - es sind meist diverse Filter, Kompressor, Limiter aktiv, die man nicht deaktivieren oder anpassen kann - und oft läuft man doch in's Pegellimit des Geräts hinein.


Besser geht's, die entsprechende Kamera vorausgesetzt, mit externen Mikrofonen.

Die Standard-Wahl für auf die Kamera aufsetzbare Mikrofone (Shotgun Mics) sind Produkte des australischen Herstellers Rode. Das günstigste Modell, dass mir von Qualität und Features her reichen würde, wäre das Videomic Pro gewesen. Mit 150€ war mir die Sache für mehr oder weniger ne private Freude 2, 3 mal im Jahr allerdings zu viel.

Nach Alternativen gesucht, ist mir das Takstar 598 aufgefallen. Um 20€ zu haben, gute Reviews, etc - vom Frequenzgang und Maximalpegel hat es mir allerdings nicht ganz gefallen. Irgendwann bin ich dann draufgekommen, dass es noch ein zweites Shotgun Mic von Takstar gibt - das 698. Fast flat bis in den Infraschall, 130db max. SPL, -10db Schalter, etc. Um 30, 35€. Kann man wenig falsch machen - einfach mal kommen lassen.


Und hier isses:

Bild

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Datenblatt:

Bild


Das Mikro ist ein Stereo-Richtmikrofon mit inkludiertem Pre-Amp. Der Anschluss ist 3,5mm Klinke. Die Features sind -10 und +20db Output-Optionen, und ein optionaler Low-Cut. Im Lieferumfang ist die benötigte CR2032 Batterie und der auf den Bildern bereits montierte Windschutzpuschel enthalten.

Praxis: passt ohne Probleme auf den Montierschuh der Kamera. Hält nach dem festschrauben bombenfest. Da es keine On-LED hat, muss man etwas aufpassen, dass man das Mikro stets nach Benutzung abschaltet, was mit der Zeit die Batterie leerfressen würde. Ansonsten wenig zu sagen.


Sound: gut! Einen Kritikpunkt hab ich gefunden - die Isolierung/Dämpfung der Halterung ist nicht optimal - Körperschall vom Handling der Cam überträgt sich auf's Mikro. Aber wenn es rein um die Aufnahmequalität geht, wurden jegliche Erwartungen erfüllt.
Beim Bass hatte ich von Anfang an keinen Zweifel. Den nimmt das Teil ohne irgendwelche Schwächen auf. Selbst tiefste Basslines im Bereich 30-40hz sind nicht unterbetont. In den Höhen ist, wie schon vom Datenblatt zu erahnen, der Frequenzgang nicht glatt. Der schön konstant verlaufenden Linie im Datenblatt hab ich dann nicht 100% geglaubt, und somit mit meinem kalibriertem ECM-40 anhand einer Lautsprechermessung verglichen.


Gelb ECM-40, grün Takstar ohne Windschutz, rot Takstar mit Windschutz:

Bild


Ohne Windschutz also ziemlich dem Datenblatt entsprechend, mit Windschutz quasi flat bis 10 kHz.

Ich hab mich jetzt dafür entschieden den Windschutz immer draufzulassen. Der Abfall nach 10 kHz hat mich bisher nicht gestört - kann man aber bei Bedarf in zB Adobe Premiere mit dem EQ Effekt entsprechend anpassen.


Maximalpegel hab ich bis jetzt nicht 100% testen können. Ein Beispiel wäre aber zB meine Hifi-Anlage, Infinity Kappa 90 an TA 2400. Mit dem Pegelmessgerät überprüft sind das so 125db nahe des Lautsprechers. Das ist eh durchschnittlicher VA-Pegel, und das Mikro macht das sehr unangestrengt mit. Natürlich gibt's VAs, wo mehr gefahren wird. Auch bei unseren. Das werd ich noch testen, bin aber zuversichtlich.

Hier ein kleines Sound-Sample vom Test an den Kappas - hört sich an als ob das grad gemütliche Zimmerlautstärke wäre, wenn mir beim filmen bereits halb die Ohren abfallen :D : https://www.youtube.com/watch?v=WctnmeHZusI

Noch ein random Vid, wo man beim reinzoomen dann den angesprochenen Körperschall hört: https://www.youtube.com/watch?v=wkinHdyFO_I

Beide Videos mit montiertem Windschutz.


Alsdann. Ich möchte niemand sein Rode ausreden, aber ich bin mit dem Teil sehr zufrieden, insb. für das Geld. Vll steht ja jemand vor einer ähnlichen Entscheidung, und dieses Review hilft.


Grüsse
Stoneeh

Beitrag Nummer:#2  Beitrag Mi 3. Okt 2018, 19:20
stoneeh Lautmacher

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Wie versprochen, hier nochmal an ner PA. Sub und Top ziemlich am Limit - so an die 130db @ 1m - dort, wo ich am Schluss mit der Cam / dem Mikro bin: https://www.youtube.com/watch?v=fUXSeHEDJTI

Fazit: taugt! Muss man sich keine Sorgen machen, dass höhere Pegel bzw viel Bass ein Problem darstellen.


Mir fällt die Direktionalität des Mikros allerdings immer wieder etwas auf - kleine Positionsveränderungen bewirken einen relativ grossen klanglichen Unterschied. Das ist ein Kritikpunkt, den ich inzwischen habe. Ich werd mir zur nächsten VA dann wohl doch zum Vergleich ein Rode kommen lassen, und schaun, ob mir das subjektiv besser gefällt.


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