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Orchestrale Kampfmusik - Frage zum Mix

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Was sonst nirgends herein passt.
Beitrag Nummer:#1  Beitrag Sa 6. Jan 2018, 20:14

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Hallo zusammen,

habe die letzten Tage sehr lange an diesem Stück hier gearbeitet:

https://soundcloud.com/dustin-naegel/ba ... -champions

Ist quasi orchestrale Kampfmusik mit einer Menge synkopischer Einschübe für Schlagwerk, Blech etc. über einem (hoffentlich) kraftvollen Ostinato in den tiefen Streichern. Stilistisches Vorbild war Basil Poledouris' großartiger Score für den ersten Conan-Film von 1982.
Da mir sowohl das wirklich professionelle Orchestrierungshandwerk als auch das Privatorchester für eine Live-Einspielung fehlen, wurde natürlich alles MIDI-basiert über ein Sequencer-Programm mit orchestralen Sample-Bibliotheken realisiert. ;)

Wie immer hat mir besonders das Abmischen ganz zum Schluss das meiste Kopfzerbrechen bereitet, weil man bekanntlich bis zuletzt an allen möglichen Stellen mehr oder weniger große Ungereimtheiten entdeckt und bei so vielen Einzelspuren (knapp über Hundert) rumschrabt, bis der Arzt kommt... Wenn ihr Tipps bezüglich Mix, allgemeinem Sound oder vielleicht Verbesserungen hinsichtlich Arrangement/Orchestrierung etc. habt, wär ich sehr dankbar. Hier in diesem Forum sind vermutlich sehr viele Audiophile unterwegs. ;)

Viele Grüße

Dustin

Beitrag Nummer:#2  Beitrag So 7. Jan 2018, 17:33
David Verkabler

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Find ich sehr cool!
Ich für meinen Teil mag es wenn die Brass Sounds noch so ein bisschen aggressiver aus dem Mix raus gehen mit mehr Dynamik. Auch das "Schlagwerk" was den Rhythmus angibt würde ich wohl in der Hauptpassage wo es Action gibt noch etwas mehr hervorheben und evtl. noch mehr Akzente setzen.
Dem Klavier am Anfang würde ich einen Hauch mehr Räumlichkeit verleihen, das wirkt noch etwas "fremd".
Super finde ich, dass du alles schön verteilt hast dass da viel Bühnenbild drin ist, ich weiß jetzt nicht ob das an mir liegt aber ich finde genau in der Mitte fehlt noch irgendwas, was sich ein bisschen mehr durchsetzt.
Die generellen Sounds gefallen mir sehr gut, klingt nicht Billig nach Synth. Ist aus der Kontakt lib was du da größtenteils verwendest?

Generell immer schwierig bei sowas Tipps zu geben, jeder hat da ja seine eigenen Vorlieben und bei sowas ist viel Subjektivität drin. Ist schon ganz Rund so wie es ist.

Weiter so!

Beitrag Nummer:#3  Beitrag Mo 8. Jan 2018, 21:40

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Hey David, vielen Dank für die Rückmeldung. Freut mich, dass es dir gefällt. :) Sehr gute Anmerkungen, vor allem bezüglich der Räumlichkeit. Da hab ich echt viel rum geschoben und bin nicht so wirklich auf einen grünen Zweig gekommen. Das Klavier erscheint mir selbst auch noch immer ein wenig "außen vor". Das Problem ist, dass viele der einzelnen Instrumente aus unterschiedlichen (zum Teil auch älteren Libraries) stammen und deshalb deren spezifische Räumlichkeiten (Panning, Reverb etc.) untereinander so ohne weiteres oft nicht kompatibel sind und deshalb angepasst werden mussten. Für das finale Mischen sowie Mastern benutz ich nach wie vor Audacity. Beim "Panning" (treffender hier ist wohl "Balancing") von Stereo-Samples handhabe ich das so, dass ich dass ich die jeweilige Spur in ihre beiden Kanäle (L/R) isoliere, beide in Mono umwandle und dann beide je nach gewünschter Lage zu gleichen Anteilen panne. Ein direktes Pannen der Stereo-Spur würde auf einem Kanal zu erheblichem Informationsverlust führen und das ganze deshalb unter Umständen künstlich wirken lassen.
Hab zwar auch mal ein bisschen dazu recherchiert, aber leider nicht wirklich viel Infos gefunden, obwohl ich denke, dass das eigentlich kein so exotischen Problem sein dürfte. Klavier-Samples oder auch Harfen und exotische Percussion kommen heutzutage fast ausschließlich in Stereo und sind voll zentral aufgenommen, müssen aber für einen ordentlichen Mix sinnvoll im Raum positioniert werden.

Beitrag Nummer:#4  Beitrag Di 9. Jan 2018, 14:40
David Verkabler

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Das Problem mit der Räumlichkeit lässt sich eigentlich ganz gut lösen, in dem man in dem jeweiligen Plugin das Reverb deaktiviert oder sehr minimalistisch nutzt und dann in einem oder zwei großen Masterbus Channel dann das Reverb drauf setzt und in Summe regeln kann.
Da kann man bei solch einem Gernre ruhig großzügig sein, da ja nicht alles im Mastering extrem komprimiert wird, wo das Reverb bei anderen Gernres durch die Kompression noch mal viel deutlicher wird. Ich würde halt je nach ton höhe dann zwei Reverb Channel machen wo man noch mal ein bisschen was experimentieren kann. Am Ende die beiden Channel noch mal in einen Bus rooten und minimale Kompression drauf damit es sich zusammen fügt.

Mischen und Mastering ist ein Endloses Thema mit unendlichem Experimentieren. Ich für meinen Teil bin auch nie 100% zufrieden und finde mit der Zeit immer wieder irgendwas, was ich verändere. Danach frag ich mich aber auch teilweise ob es jetzt besser, oder einfach nur anders klingt. :D

Beitrag Nummer:#5  Beitrag Di 9. Jan 2018, 16:27
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Kabelträger

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Erstmal Kompliment!

Es ist unfassbar schwer, ein Orchester in der DAW einigermaßen realistisch hinzubekommen.

Ein kleiner Tip von mir:
Ein bekannter von mir komponiert Musik für deutsche Fernsehspielfilme. Sein Trick um eine realistische Dynamik hinzubekommen, mit anschwellenden Sounds:
Ein Midi-Fußpedal, dass die Lautstärke des aktuellen Kanals ansteuert. Damit nimmt er dann Lautstärke-Automationen für jede Spur auf.

Obwohl damit nur die Lautstärke und nicht die Velocity der eigentlichen VSTs verändert wird, führt dies zu einem recht realistischen Ergebnis, dass recht organisch klingt.

Beitrag Nummer:#6  Beitrag Di 9. Jan 2018, 17:44

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Besten Dank für die Tipps zu Räumlichkeit und Dynamik/Volume-Ansteuerung. Werd definitiv beim nächsten Projekt, mal mit weniger räumlichen Samples arbeiten bzw. gegebenenfalls deren Reverb runterdrehen, um dann über (virtuell) dicht beieinander stehende Instrumente einen ordentlichen Convolution-Reverb drauf zu packen.

Beitrag Nummer:#7  Beitrag Mo 28. Mai 2018, 14:32

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Hier ist übrigens auch endlich der komplette Filmausschnitt, zu dem dieses Stück sowie zwei weitere Cues geschrieben wurden:

https://www.youtube.com/watch?v=m1Op4EXgQk0

Alles sehr trashig und natürlich extrem LOW-BUDGET (gedreht wurde 2005 mit einem Discounter-Camcorder), aber mir ging es ja in erster Linie um die Gelegenheit, endlich mal Filmmusik in dem musikalisch unglaublich ergiebigen Fantasy-Genre zu schreiben. War enorm viel Arbeit, aber hat auch mindestens genauso viel Spaß gemacht! :)


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