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PM90 Topteil

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Beitrag Nummer:#21  Beitrag So 22. Okt 2017, 16:39
rockline Pro-User

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Ich habe denn mal in den Laptop geschaut was da noch zu finden war.

Zuerst mal das grundsätzliche Thema: das ist alles nicht im schalltoten Messraum gemessen! Also nicht überbewerten und mit Messungen aus dem PP vergleichen. Messanalyzer war ein NTi FX100 mit einem Isemcon Mikrofon. Die SPL Kalibrierung ist korrekt.

So...schauen wir mal:
Die erste Messung in Bild 1 ist die typische 1 Meter Abstand Messung in unserem "Messraum" (ein 25m² großer quadratischer Raum, der mit Molton auf 20m² verkleinert wurde). Das entspricht an den beiden 12" Lautsprechern einer Gesamtleistung von 2 Watt, jeder einzelne hat 8 Ohm und bekommt demnach nur 1 Watt. Der HT war ein 8 Ohm Modell, auch er hat in der Messung den Sweep mit 2,8V bekommen. Man erkennt recht gut das die Box zwischen 150Hz und 1kHz am lautesten kann. Unter 100Hz ist steile Talfahrt, und oberhalb 1K geht's ebenfalls kräftig bergab. Der HT wurde im Sweep nach unten bei 500Hz angekoppelt, kann aber erst so ab 800Hz einen brauchbaren Pegel für das Projekt abgeben. Der HT erreicht 110dB SPL ab ca. 2KHz und macht immerhin noch 105dB SPL bis über 15kHz. So klingt das aber auch, ohne entsprechende Senke im hörempfindlichen Bereich ist der (wie fast alle) Kompressionstreiber schon recht giftig.
Das Tiefmitteltonhorn hat sehr viel Pegel zwischen 200Hz und 500Hz, da kommen die beiden 12er hinterm Horn auch an 110dB SPL ran. Unschwer ist zu erkennen, dass hier noch ein paar Korrekturen im Controller fällig werden.
Der Impedanzgang der Treiber ist im unteren Teil des Bildes auch zu erkennen.
Frequenzgang 2,8V 1 Meter.png



Mit diesen Erkenntnissen haben wir die Kiste erst einmal klanglich ein bisschen gerichtet. In der folgenden Messung haben wir das PM90 sogar bis etwa 40Hz grade gezogen, wobei man natürlich wissen muss das es dennoch keinen echten Tiefbass gibt. Das ist auch praktisch so nicht machbar, da das Horn für diese untere Grenzfrequenz viel zu klein ist. Ich weiß auch nicht mehr genau warum ich das so glatt gemacht habe, vermute eher experimenteller Art. Die grüne Kurve zeigt also ein erstes Ergebnis der Linearisierung an, und in diesem Stadium konnte man schon "Musik" mit Spaß hören.
Frequenzgang mit EQ Entzerrung.png


Bild 3 zeigt das fertiggestellte PM90 in der geflogenen Einbausituation, gemessen in 4 Meter Abstand zentral im Besucherbereich, dass Mikro ist jetzt auf Ohrhöhe auf einem Stativ montiert. Hier ist nur der Pegelbereich der Treiber dargestellt, keine Entzerrung!
Hängt 1W 4 Meter.png


Bild 4 ist eine Messung nachdem wir mehr oder weniger fertig waren. Die Subs sind auch an und abgeglichen, und die Messung erfolgt an der Position wie in Bild 3 beschrieben. Die grüne Kurve ist letztlich die akustisch brauchbare Lösung. Im Bereich 200Hz bis 500Hz zeigt die Messung sehr hohe Pegel im Vergleich zum HT. Ich weiß nicht mehr genau was da war? Artefakte der leeren Bude, oder wir haben das nach dieser noch vorhandenen Messung (mehr habe ich nicht) noch angepasst. Neben den allgemeinen Messungen zur Pegelorientierung haben wir den "Rest" in Hördurchläufen angepasst.
Final fertig.png


Gestern Abend spät war ich noch auf einer Veranstaltung in dem Laden, und beide PM90 spielten ziemlich laut zu Konservenunterhaltung. Das ist schon ein typisches Hornbrett, aber ein völlig anderen Klang als ich das von unseren Meyersound MSL3 gewohnt bin. Die Bestückung ist ja mit jeweils 2 x 12" und HT-Horn identisch, aber die tendenzielle Art eines Falthorns wie das PM90, ist gegenüber den frontloaded 12ern aus der MSL3 schon deutlich wahrnehmbar.

Soweit vom Niederrhein, Viele Grüße -
Stefan
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Beitrag Nummer:#22  Beitrag So 22. Okt 2017, 20:17
isitone Benutzeravatar
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rockline hat geschrieben:
Das ist schon ein typisches Hornbrett, aber ein völlig anderen Klang als ich das von unseren Meyersound MSL3 gewohnt bin. Die Bestückung ist ja mit jeweils 2 x 12" und HT-Horn identisch, aber die tendenzielle Art eines Falthorns wie das PM90, ist gegenüber den frontloaded 12ern aus der MSL3 schon deutlich wahrnehmbar.


Wie kann man dies genau interpretieren?

Beitrag Nummer:#23  Beitrag So 22. Okt 2017, 21:43
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Das Horn ist klein im Vergleich zu dem MSL3. Im Gegensatz zum MSL3 macht das PM90 kaum Bass, und der Tiefmittelton wird ja indirekt aus der hinteren Kammer abgestrahlt. Da muss dann auch der HT recht tief gekoppelt sein, um in dem Frequenzbereich (wo die 12er aus der hinteren Kammer keine sinnvollen Signale mehr nach vorne bringen) die Musik abzubilden. Das war ja früher bei der Elektro-Voice Eliminator auch schon so.
Während ich den Sound einer MSL3 als eher neutral mit beachtlich viel Grundschub empfinde, klingt die PM90 mehr in Richtung laut aber "mager". Ich kann das schlecht beschreiben, dass ist ein bisschen wie Golf GTI mit S-Klasse vergleichen. Beide sind gut unterwegs, aber während die PM90 recht aufwändiges Filtern benötigt, spielt eine MSL3 mit maximal drei Filtern verblüffend gut.

Das Thema bei der PM90 ist ja der Pegelgewinn der beiden 12er wegen des kurzen Falthorns. Baubedingt wird das in einem Frequenzbereich oberhalb 150Hz....200Hz lauter, und das muss klanglich nicht immer die Offenbarung sein. Zwei direkt abstrahlende 12er übereinander montiert phasen prinzipbedingt zu höheren Frequenzen, klingen aber insgesamt betrachtet ausgewogener aufgrund der nicht vorhandenen (schmalbandigen) Pegelanhebung durch die kurzen Falthörner. Man muss halt wissen, was man mit den zusätzlichen dB SPL aus dem Falthorntrichter machen möchte.
Bei einer MSL3 "hört" man den Sound der Tiefmitteltonhörner nicht so heraus, da diese bedingt durch ihre Größe in einem weiten Frequenzbereich recht homogen wirken. Also lauter, aber irgendwie insgesamt lauter, und daher unauffälliger im Sound.

Beitrag Nummer:#24  Beitrag Mo 23. Okt 2017, 15:22
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Hallo Stefan,
danke für die Infos und auch für den Nachklapp zum Sound der PM90. Genau die Frage von Isitone hatte ich auch :-)
Was ich nicht gelesen/gesehen habe sind Infos zu den Trennfrequenzen, die ihr schlussendlich benutzt habt. Die FR vom Sub ist wohl die rosa Kurve im letzten Diagramm, aber wie habt ihr HP/TP für den Mittelton und HP für den Hochton eingestellt?
Noch eine Frage, auf den Fotos in der Tools4Music sieht man keine Abrundungen der 90° Ecken im Horn, eurer Meinung nach nicht nötig oder keine Zeit/Lust mehr dazu gehabt?
Gruß,
Martin

Beitrag Nummer:#25  Beitrag Mo 23. Okt 2017, 22:43
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Martin....bist Du nicht der Martin, der schon mal bei mir mit den Endstufen war? Dann kennen wir uns doch. Soweit warst Du doch nicht weg von unserer Region, und dann könntest Du doch einfach mal beim Christian vorbeifahren und hörst Dir das Werk real an!

Ich bin nicht mehr ganz sicher - aber ich glaube das mit den Crossoverpunkten sah so aus:
Subs 30Hz bis 80Hz (24db/LR), Lowmid PM90 HP 130Hz (24dB/LR) TP 1kHz (24dB/LR), Hochton HP 1kHz (24dB/LR)
Die LR-Filter haben ihre Gründe im maximalen Treiberschutz, die Lücke zwischen Subs und PM90 Tiefmittelton klang besser, weil die Subs dann nicht so dröhnig spielten. Das PM90 konnte man zwar messtechnisch auch noch tiefer ankoppeln - aber da hörte man keinen "Vorteil" mehr, so dass wir uns für eine eher höhere Ankopplung entschieden hatten. Immerhin machen die in dem Laden jedes Wochenende Livemusik, und auch noch Dorfdisco bis morgens um 5 (glaube ich). Endstufen sind übrigens Gisen FP10000 für das PM90, und FP140000 für die Subs.

Die Ecken in den Kisten haben wir so 90° mäßig gelassen, weil wir der festen Überzeugung waren in dem Frequenzbereich keinen Unterschied zu einer aufwändigeren Feinarbeit zu hören. Vielleicht kann oder könnte man da geringfügig was klirrartiges messen - aber ich denke die Wellenlängen sind so groß, da machen so kleine Dinge wie Ecke 90° oder 45°, oder rundlich geformt nichts mehr aus.
Viel mehr kann ich jetzt aber nicht mehr zu der PM90 erzählen, da der Patrick und ich das nach dem Einbau in dem Rockladen nicht mehr so verfolgt haben. Ich war einmal kurze Zeit nach Inbetriebnahme da, und habe mir eine dort spielende Band angehört. Das war gut, aber ich konnte mit dem dargebotenen Westernrock nichts anfangen, und habe lediglich zur Kenntniss genommen das die Box laut ging, und schön in der vertikalen und horizontalen funktinierte.
Der Christian Boche kennt die PM90 Büchse ganz genau, denn er schraubt fast jedes WE dadrauf, und hat auch am Setting im Controller noch ein paar Dinge optimiert. Ich weiß aber nicht ob der Christian hier einen Account hat, und dazu was sagen kann.
Zuletzt geändert von rockline am Mo 23. Okt 2017, 22:47, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag Nummer:#26  Beitrag Mo 23. Okt 2017, 22:45
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Danke Stefan, dann werde ich demnächst mal loslegen!

Beitrag Nummer:#27  Beitrag Mo 23. Okt 2017, 22:48
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Hatte da grade im Bericht einen Zusatz eingefügt

Beitrag Nummer:#28  Beitrag Di 24. Okt 2017, 15:47
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Ja, der bin ich, hatte ich auch schon überlegt, aber ich "darf" eh noch nichts neues bauen solange ich nicht ein paar alte Boxen verkauft habe und im Wintergarten Platz für Neues ist :-)

Beitrag Nummer:#29  Beitrag So 12. Nov 2017, 16:02
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So, nun geht es weiter:

1) Ich war mit einem Kumpel im Rockschicht und habe mir die PM90 (mit Komplett RCF-Bestückung) von Christian vorführen/erklären lassen, anschließend haben wir uns noch ein (lautes) Konzert mit zwei Rockbands angehört. Die zweite Band (und Christian am Mixer) hat richtig Gas gegeben, die Topteile haben gut geklungen und die Stimme kam schön durch ohne zu nerven. Konserve haben wir zwar nur leise hören können, aber insgesamt sehr positiv :D Die PM90 hängen ca. 2m über der Bühne, der Abstrahlwinkel ist mit dem HF950 wirklich gut, ab 2m vor der Bühnenkante war alles da.

2) Ich habe mir schon mal 2 Stück B&C 12NDL76 gekauft, dann kann ich schon mal die innere Kammer planen bzw. zusägen, das wird wohl die größte Fummelei werden. Hinten rechts das XT1464, es ist in der Tat noch breiter und länger als das HF950 (links).
Bild

3) Ich habe mal das HF950 auseinandergeschraubt, die sichtbaren Ritzen sind wirklich nur ein optisches Problem. In der Nut liegt eine Gummidichtung, die beim Verschrauben zusammengepresst wird, dicht ist also alles ;)
Bild
Bild

Zwei Fragen habe ich auch noch:
- Sollte ich den ND950 (3,3kg) zusätzlich abstützen? Er sitzt ja zwischen den Körben der 12er, das wäre relativ schwierig und bisher hat es auch keiner der Erbauer so gemacht, aber ich war doch überrascht über das Gewicht des ND950, der dann am Plastikhorn hängt...
- Einer der ND950 hat ein schlampig geklebes Dichtband, dass zudem auch noch zu dünn ist (ragt nicht über die Montagefläche hinaus, so dichtet das nicht). Kann ich selber was zusammnestückeln aus Dichtband oder sollte das aus einem Stück sein? Wo bekomme ich denn ein solches Stück (ca. 8x8cm) her? Bei dem Schalldruck am Treiberausgang will ich auf Nummer sicher gehen, mit fehlt da die Erfahrung. Beim anderen Treiber ist die Dichtung übrigens dicker und sauber geklebt...
Bild

Gruß,
Martin

Beitrag Nummer:#30  Beitrag So 12. Nov 2017, 18:09
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Bei dem Treiberausgang würde ich einfach Moosgummi nehmen.
Bei dem Treibergewicht halte ich eine Abstützung für sinnvoll, kenne aber das Horn auch nicht. (Bin da ziemlich vorsichtig geworden nachdem mir schon mal ein Horn abgebrochen ist bei nem kurzen Fall der Box)
Aber ein sehr interessantes Thema, hab vorher noch nie von dem Topteil gehört.
MfG
Marc

Beitrag Nummer:#31  Beitrag So 12. Nov 2017, 19:53
Big Määääc Benutzeravatar
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hab nen BMS4590 am P Audio PH642 hängen,
hält ohne Abstützung.

kommt halt drauf an wie zart die Streicheleinheiten dann beim Transport ausfallen. :evil:
nur ein dummes Pferd springt höher als es muß !

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