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NTLW MAX - DIY BR Gehäuse für 18Sound 18NTLW5000

Berichte & Messungen zu PA Selbstbau-Lautsprechern

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Beitrag Nummer:#1  Beitrag Sa 22. Dez 2018, 14:53
stoneeh Lautmacher

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Hiho Leute.

Wie vor kurzem berichtet nennen wir ein paar der neuen feinen 18Sound Chassis unser eigen. Diese wurden nach vielversprechender Simu in unsere ursprünglich für 18NLW9600 entwickelten Bassreflexe verfrachtet. Darin machen sie qualitativ als auch quantitativ sehr gut.

Aber, man hat gemerkt, so gaaanz 100% reizen wir die Chassis darin nicht aus. Um die Neugierde "was könnte denn da noch gehn?" zu befriedigen, wurde ein bischen Spanplatte in die Hand genommen.

Zielsetzung war: Tuning ca 35hz (in jedem Fall nahe der fs des Chassis), Portfläche um die 700cm².
Der Rest des Gehäuses hat sich dann eigtl von selbst ergeben - man braucht eine gewisse Tiefe, um bei dieser Portfläche auf ein derart tiefes Tuning zu kommen - und, damit das Nettogehäusevolumen nicht zu gross wird, darf dessen Breite und Höhe nicht signifikant über den Aussendurchmesser des Chassis hinausgehen.

Geworden ist es also ein Quader von BHT 52x70x77cm ; Bruttovolumen 280l, Nettovolumen 150l.


Innenleben:

Bild


Mess-Setup:

Bild


Frequenzgang (grün gesamt; rot Port; blau Membran):

Bild



Praxistests: etwas Verwirbelungen vor dem Port hab ich bei den ersten Tests wahrgenommen gehabt. Porteinlass hatte ich eh schon abgerundet gehabt, also bin ich mit Raspel und Schleifpapier dann noch an die Kanten des Auslasses rangegangen. Danach waren die Verwirbelungen komplett weg - ist also etwas absolut essentielles.

Dann ist noch eine Herausforderung, dass das Gehäuse bei Pegel einfach nicht stehenbleibt. Ich hab in der Werkstatt ein ~50kg Eisentrum gefunden, das ich draufgelegt hab.. hat auch nur minimal was geholfen. Wenn man sich mit seinem Körpergewicht noch draufstellt/setzt, passt es schön langsam. Aber ja - im Praxiseinsatz muss man dann halt eine Möglichkeit finden, dass der Sub, bzw das Stack Subs, in Position bleibt. Ich mein, man könnte einfach die Wände deutlich stärker ausführen, und/oder extrem viel Verstrebungen reinbaun, so dass das Gewicht des Subs dann deutlich über 50kg landet.. das sollte helfen. Oder man findet sich mit der Tatsache ab, dass soviel Power in einem Sub keinen Sinn macht, und kauft / baut sich gleich was schwächeres :lol2:

Das Ziel, ein Gehäuse zu baun, das das Potential des NTLW ausnützt, wurde auf jeden Fall erreicht.

Abstimmung - 30hz macht der Sub flat. Muss man wissen, ob man den Tiefgang braucht. Für die meisten Anwendungsfälle würd ich das Gehäuse wohl um 10cm kürzer bauen, was das Bruttovolumen um fast 40l reduzieren, und das Tuning um ~5 hz höher rutschen lassen würde.


Nachtrag 30. 12. 2018: Stückliste für den Nachbau in 22mm Span oder 18mm MPX gibt es nun in Beitrag #17

Nachtrag 31. 12. 2018: Abschliessender subjektiver Eintrag und Vergleich in Beitrag #18
Zuletzt geändert von stoneeh am Mo 31. Dez 2018, 16:13, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitrag Nummer:#2  Beitrag Sa 22. Dez 2018, 14:54
stoneeh Lautmacher

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Nun das interessante. Ich sehe in der Community / Branche enormen Nachholbedarf, was das Verständnis der Wichtigkeit der Dimensionierung des Resonators eines Bassreflex-Lautsprechers anbelangt.
Die Fachpresse versucht den Maximalpegel einer BR-Box mit SPL @ THD Messungen zu beurteilen, wenn das wenigste, was bei einer solchen im Limit rauskommt, harmonischer Lärm ist.
Der erfahrene / belesene DIYler, wie auch so mancher kommerzielle Hersteller, hört bei bei der Konstruktion seiner Projekte bei "misst sich bei 1w gut, passt schon so" auf, bzw simuliert vll noch Strömungsgeschwindigkeiten bei höherer Last, ohne das Ergebnis jemals zu überprüfen.
Und die weniger belesenen / zerebralen drehen halt voll auf, freun sich wenn es schön dröhnt und bläst, und proklamieren sie hätten einen tollen Sub (bestenfalls noch mit dem Hinweis "den Noise hört man eh nicht mehr, wenn die Tops spielen").
Echte kritische Beurteilung / Wahrheitsfindung - fast immer Fehlanzeige.

Die Theorie so kurz und simpel wie möglich: der Resonator einer BR-Box wird durch Membranbewegungen angeregt. Je kleiner der Port, auf desto weniger Luftvolumen wirkt diese Kraft, und desto höhere Luftgeschwindigkeiten herrschen im Port. Ab einem gewissen Punkt entstehen Verwirbelungen, und bei weiterer Mehrbelastung resultiert ein kompletter Strömungsabriss im Port. Strömungsabriss bedeutet Nutzlosigkeit des Ports - kein Pegelvorteil zu einer geschlossenen Box.
Je stärker (eigtl belastbarer) das verbaute Chassis, desto stärker kann es den Port anregen, d.h. desto grösser muss der Port sein. Ein Thomann 18-500 zB kommt logischerweise mit viel weniger Portfläche aus als ein 18NLW9601 oder 18NTLW5000.


Zur Demonstration nehmen wir den NTLW Max mit 690cm² Portfläche, den BR118Ex (mit NTLW5000 bestückt; der Erbauer hat diese Kombination bereits freigegeben / empfohlen) mit 340cm² Portfläche - Portfläche Verhältnis 2:1 - und überprüfen die Auswirkungen auf den erreichbaren Maximalpegel. Dazu wird schlicht und einfach der Frequenzgang, jeweils abgenommen bei ~1w und Vollaussteuerung eines Kanal eines FP10000Q Klons (1,35kW @ 8 Ohm), übereinandergelegt und verglichen - gelb Baseline, grün Volllast.
Die Messungen sind (zur Schonung der Nachbarschaft) indoor erfolgt - deswegen ggüber aussen leicht unterschiedlicher Frequenzgang; mit Lowcut, um den Port nicht mit unnötigen Signalen zu belasten, und Tiefpass bei 100hz, um praxistauglich nur die Response im Bass zu messen; BR118Ex mit Port am Boden.

Anbei ebenfalls noch, zur Darstellung der Abstimmung, eine Outdoor-Frequenzgangmessung des 118Ex mit NTLW5000:

Bild


NTLW Max:

Bild

BR118Ex:

Bild


Ergebnis:

NTLW Max komplett uneingeschränkt.
118Ex im Tiefbass, wo der abgegebene Schall fast ausschliesslich aus Portschall besteht (siehe Einzelmessungen), 1-2 dB Pegelabfall.


Die Unterschiede mögen auf den ersten Blick nicht dramatisch wirken, aber - 1 bis 2 dB entsprechen bereits ca. dem Verlust eines Viertels der zugeführten Leistung.

Dass dieser Verlust nur in dem schmalen Frequenzbereich auftritt, in dem der Port wirkt, d.h. sich zu höheren Pegeln hin der Frequenzgang dahin verändert, dass nach und nach der Tiefbass nachlässt, ist ebenso nicht akzeptabel wie die Tatsache, dass Portnoise / unharmonischer Lärm sich dem Klangbild beifügt, und dieses dementsprechend verfälscht / verschlechtert.

Wenn BR, dann also nur mit ausreichend dimensionierten Port - ansonsten wähle man eine andere Gehäuseart.
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Beitrag Nummer:#3  Beitrag Sa 22. Dez 2018, 17:21
_Floh_ Benutzeravatar
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Mal eine ganz ketzerische Frage, warum habt ihr die Wände nicht zusätzlich gegeneinander versteift?
Das bringt einiges mehr Ruhe in‘s Gehäuse als eine simple Strebe auf der Wand.
MfG Flo

Denkst du, das ist Luft, die du gerade atmest? Hm.

Beitrag Nummer:#4  Beitrag Sa 22. Dez 2018, 18:30
Klangart Stagehand

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Hallo,

also unter High-Power Bass Reflex Design verstehe ich auch das man grundsätzlich bei 1 Chassis Kisten das Gehäuse spiegelsymmetrisch aufbaut ( mind. also 2 Ports ) und das der Port incl. *Umlenkungen* und besonders der Ein- und Auslass des Ports gleich Strömungsoptimiert ist. Das wird gerade beim 21NTLW spannend werden. Als doppel Kiste mit Mittelport hat man das bei der L-Arcs KS28 ja ganz interessant umgesetzt.

;) Klangart

Beitrag Nummer:#5  Beitrag Sa 22. Dez 2018, 19:56
David Verkabler

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stoneeh hat geschrieben:
Und die weniger belesenen / zerebralen drehen halt voll auf, freun sich wenn es schön dröhnt und bläst, und proklamieren sie hätten einen tollen Sub (bestenfalls noch mit dem Hinweis "den Noise hört man eh nicht mehr, wenn die Tops spielen").
Echte kritische Beurteilung / Wahrheitsfindung - fast immer Fehlanzeige.


Was sollen immer deine persönlichen Angriffe gegenüber anderen Usern?

Dass du den 118EX scheisse findest ist inzwischen jedem bewusst, das brauchst du nicht in x weiteren Threads wiederholen.

Je mehr Portfläche, desto weniger Portspeed (Strömungsgeräusche). Ebenso wird der Port allerdings dafür länger und die erste Portresonanz liegt tiefer. Das hast du nicht neu entdeckt und es ist fast jedem bekannt. Nur weil jemand anders nicht deiner Meinung ist, bzw. in dieser Thematik einen anderen Kompromiss (denn genau das ist es) besser findet als du, musst du dich nicht immer gleich über die Personen lustig machen und abwertend sein.

Wenn es „DEN“ BR-Bass gäbe, wie du in diesem Beitrag mal wieder der Allgemeinheit zu erklären versuchst, sollten wir wohl am besten alle einfach nach deiner Formel arbeiten, was?
Ich find das immer ganz Amüsant wenn du dich über simple Konstrukte wie Bässe so aufspielst und dann darüber n Haufen Hifi Boxen stapelst.

Beitrag Nummer:#6  Beitrag So 23. Dez 2018, 02:16
stoneeh Lautmacher

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_Floh_ hat geschrieben:
Mal eine ganz ketzerische Frage, warum habt ihr die Wände nicht zusätzlich gegeneinander versteift?
Das bringt einiges mehr Ruhe in‘s Gehäuse als eine simple Strebe auf der Wand.


Ein paar Verstrebungen der Wände zueinander wären in der Tat eine sinnvolle Ergänzung, und würd ich jedem empfehlen, der den Sub fertig bauen würde. Die Streben an der Wand würd ich in jedem Fall belassen - die verteilen die Kräfte dementsprechend über die ganze Länge der Wand.

Klangart hat geschrieben:
unter High-Power Bass Reflex Design verstehe ich auch das man grundsätzlich bei 1 Chassis Kisten das Gehäuse spiegelsymmetrisch aufbaut ( mind. also 2 Ports ) und das der Port incl. *Umlenkungen* und besonders der Ein- und Auslass des Ports gleich Strömungsoptimiert ist. Das wird gerade beim 21NTLW spannend werden. Als doppel Kiste mit Mittelport hat man das bei der L-Arcs KS28 ja ganz interessant umgesetzt.


Der Nachteil des symmetrischen Designs wäre am Papier erhöhte Reibungsverluste durch mehr Wandfläche. Worin würdest du die Vorteile sehen?
Der Vorteil von einem Bodenport sind weniger Reibungsverluste, und Wirkungsgradgewinn durch direktes angrenzen an den Boden (-> Halbraum). Weiterer Vorteil: man muss die Griffe nicht im Port platzieren.
Strömungsoptimierung durch abrunden der Portenden ist wie beschrieben ein grosses Thema. Wieviel wieviel bringt, ist nun die Frage. Bei mir haben sich jegliche hörbare / spürbare Verwirbelungen am Auslass wie gesagt durch leichtes abrunden komplett beseitigen lassen (ca 2, 3mm von den Kanten weggenommen - Bilder liefere ich nach).

Beim KS28 hat man durch extrem grosszügiges abrunden der Enden effektive Portfläche (Engstelle in der Mitte des Ports) geopfert. Das Konstrukt würd ich mal wirklich gerne mit meiner, statt der der Max. SPL @ 10% Klirr Standard-Methode der Testmagazine, bewertet sehen.
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Beitrag Nummer:#7  Beitrag So 23. Dez 2018, 23:03
criwo Kabelwickler

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stoneeh hat geschrieben:

...
Der Vorteil von einem Bodenport sind weniger Reibungsverluste, und Wirkungsgradgewinn durch direktes angrenzen an den Boden (-> Halbraum).
...


Ganz kurz nur dazu, ohne viel Blabla. Der 1. Vorteil stimmt, ein einzelner Port bringt die geringsten Reibungsverluste.
Einen Wirkungsgradgewinn durch das Platzieren des Ports am Boden wirst Du aber nicht erreichen. Die Wellenlänge der vom Port abgegebenen Frequenzen ist ebenfalls so groß, dass es im Allgemeinen keinen Unterschied macht, an welcher Gehäusekante der Port platziert ist. Eine Bodenkopplung wirst Du also weiterhin erhalten, auch wenn der Port über dem Chassis liegt. Und eben diese Kopplung (Spiegelschallquelle) sorgt für den Gewinn im Wirkungsgrad.
Was Du aber durch den Bodenport erreichen kannst, ist eine leichte virtuelle Verlängerung des Ports. Das Tuning sollte sich also laut Theorie leicht verändern. Kannst Du ja einfach nachprüfen, indem Du die Kiste mal auf die Seite drehst und schaust, ob das Tuning etwas wegrutscht. Kann aber auch sein, dass das schon in der Messungenauigkeit untergeht.

Beitrag Nummer:#8  Beitrag Mo 24. Dez 2018, 11:25
stoneeh Lautmacher

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criwo hat geschrieben:
Der 1. Vorteil stimmt, ein einzelner Port bringt die geringsten Reibungsverluste.

Ich hab bei meiner Aussage zur Thematik bewusst "am Papier" dazugeschrieben. Wird schon stimmen, bzw sollte klar sein, dass ein einzelner Port keinen Nachteil in der Hinsicht hat. Darum jetzt mal nicht so wichtig, dem 100% auf den Grund zu gehen. Trotzdem - Nachweise aus der Literatur, oder Erkenntnisse aus eigenen Tests / Messungen, wären interessanter als ein einfaches "ja, hast recht".


criwo hat geschrieben:
Einen Wirkungsgradgewinn durch das Platzieren des Ports am Boden wirst Du aber nicht erreichen. Die Wellenlänge der vom Port abgegebenen Frequenzen ist ebenfalls so groß, dass es im Allgemeinen keinen Unterschied macht, an welcher Gehäusekante der Port platziert ist. Eine Bodenkopplung wirst Du also weiterhin erhalten, auch wenn der Port über dem Chassis liegt. Und eben diese Kopplung (Spiegelschallquelle) sorgt für den Gewinn im Wirkungsgrad.
Was Du aber durch den Bodenport erreichen kannst, ist eine leichte virtuelle Verlängerung des Ports. Das Tuning sollte sich also laut Theorie leicht verändern. Kannst Du ja einfach nachprüfen, indem Du die Kiste mal auf die Seite drehst und schaust, ob das Tuning etwas wegrutscht. Kann aber auch sein, dass das schon in der Messungenauigkeit untergeht.

Dies war keine Spekulation / Theorie meinerseits - den Wirkungsgradgewinn bei Port am Boden hab ich das erste mal während meiner Pegelmessungen für den 18NLW9600 DIY BR Sub Baubericht & BR118Ex Vergleich letztes Jahr festgestellt gehabt; wie auch schlichtweg einen hörbaren Unterschied.

Hier nochmal leicht verdaulich grafisch dargestellt, rauszitiert von isitone's Bauthread (eine Schatzkiste an Praxiserkenntnissen zum Thema BR - grosse Empfehlung):


isitone hat geschrieben:
Bei dieser Messserie fand ich heraus (ich hatte dies allerdings stark erwartet, deshalb auch getestet), dass sich Portmessungen relativ stark unterscheiden, ob sich der Port nun Horizontal am Boden oder vertikal angeordnet befindet.
Wenn sich der Port Horizontal am Boden befindet ergibt sich ein ordentlicher Boost.

...

Messung am Port, Rot Eckport Sub / Blau Seitenport Sub Horizontal / Grün Seitenport Sub Vertikal

Bild



Frohes Fest euch allen.
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Beitrag Nummer:#9  Beitrag Mo 24. Dez 2018, 18:38
jones34 Lautmacher

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Hallo,

mal ganz abgesehen von deiner sagen wir mal bedenklichen Art hier (siehe Offtopic von David) was zum Thema.

Port legen oder stellen oder sonst wie? Wie viel mach es wirklich aus?
Meiner Meinung nach nicht sonderlich viel. Es kommt immer viel mehr darauf an wie man die Bässe stellt und wie der Systemer so mit ihnen umgeht.
Ein gut abgestimmter BR-Bass wird stehend und liegend funktionieren. Abweichungen von stehend zu liegend gibt es auf jeden Fall!
Aussagen wie "ja die Wellenlänge ist aber groß" stimmen im Kern schon, allerdings kann man mit sowas immer nur die erwartete Größenordnung der Änderung abschätzen.
Hier wird man dabei natürlich zur Annahme kommen das die Änderungen wohl nicht so weltbewegend sein werden und liegt dabei wahrscheinlich auch richtig.

Hier ein Beispiel. Es handelt sich um die Simulation eines single 18" Bass mit Bodenport in ABEC.
ABEC bietet an der Stelle den Vorteil das ganze aus der rein akustischen Seite zu betrachtet. Keine Messfehler, keine anderen Fehler wie schwingende Wände oder nicht schallharter Boden.
Den Bass gibt es so auch in Echt. Ich werde bei Zeiten versuchen auch mal Messungen zu zeigen, die dann aller Erwartung nach die Simulation bestätigen sollten.
Leider hat damals das Wetter nicht mitgespielt und der Bass ist schon bei seinem neuen, glücklichen Besitzer.

Die Kurven zeigen den Frequenzgang je einmal in 2m und in 10m Entfernung. Rot und Blau zeigen den liegenden, Grün und Lila den stehenden (Port am Boden) Sub.
Die virtuellen Messpositionen liegen je mittig auf der Front. Zwischen den Simus wurde nur die Begrenzungsfläche (der Boden) geändert.
unterschied gestellt_gelegt.png

unterschied gestellt_gelegt imp.png

Ansicht in ABEC.jpg

Man sieht schon leichte Unterschiede. Liegt der Port am Boden rutscht das Tuning leicht nach unten, wie man es auch erwarten würde. Die Änderungen im Frequenzgang passen dazu.
Aber wie vermutet eben nicht Weltbewegend. Es dürfen also viele andere Dinge zuerst bei der Bassaufstellung beachtet werden.

Edit: Wenn jemand noch etwas ganz bestimmtes interessiert kann ich das gerne auch in der Simu zeigen, solange man jetzt kein komplett neues Modell machen muss.

Grüße
Johannes
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Zuletzt geändert von jones34 am Di 25. Dez 2018, 01:34, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag Nummer:#10  Beitrag Mo 24. Dez 2018, 21:02
Jens Droessler Benutzeravatar
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Jones34: Das ist die Größenordnung, die ich dabei erwartet habe. Es lässt sich evtl. sogar durch den virtuell verlängerten/ anders "geflaretem" Port erklären (könnte man ja mal mit ABEC simulieren. Akustisch würde ich das der Einfachheit halber aber tatsächlich unter "kein Unterschied" verbuchen. Bei größeren Subs werden die Unterschiede dramatischer sein.

Beitrag Nummer:#11  Beitrag Mi 26. Dez 2018, 23:59
Big Määääc Benutzeravatar
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gibts jetzt eig schonmal iwo nen glaubwürdiges Datenblatt zum 18er ntlw ?!??
nur ein dummes Pferd springt höher als es muß !

Beitrag Nummer:#12  Beitrag Do 27. Dez 2018, 00:11
Marius Verkabler

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Big Määääc hat geschrieben:
gibts jetzt eig schonmal iwo nen glaubwürdiges Datenblatt zum 18er ntlw ?!??


Kennst du das schon?
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Beitrag Nummer:#13  Beitrag Do 27. Dez 2018, 07:10
stoneeh Lautmacher

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Das Chassis verhält sich gemessen exakt wie anhand der TSP in diesem Datenblatt erwartet / simuliert. Das passt schon so.


Abschliessend zu Seiten- vs Bodenport:

isitone's Messungen am Port zeigen ja ~2 dB Vorteil für die Bodenport Variante, direkt am Port gemessen.
Heute hab ich das Material nochmal aus der Kammer geholt, um das Verhalten auf Distanz zu überprüfen. Bei einer Messung mit geringer Leistung hat sich zwischen den beiden Varianten nur minimalst was getan.

Die Tage ist mir aber schon in den Kopf gekommen, was Jens später gepostet hat: "unterschiedliches Flaring". Ein an eine harte Fläche angrenzender Port ist strömungstechnisch einem freistehenden überlegen - im Gehäuseinneren (Wandport vs Kanal / Rohr in Gehäusemitte) wie auch aussen.
Das würde sich wenn, dann nur bei höheren Luftgeschwindigkeiten im Port zeigen. Darum anbei nochmal mit Pegel; bei Vollaussteuerung eines Kanals einer FP10000Q; mit gestepptem Sinus, um den Port maximal anzuregen; indoor - geht inzwischen wegen den Nachbarn nicht mehr anders; gelb Port seitlich, grün am Boden:

Bild

Wie schon eingangs erwähnt: Theorie und Messungen @ 1w sind nicht der Weisheit letzter Schluss, was PA-Lautsprecher angeht.

Was auch immer die Ursache, die + 1, 2 dB im Maximalpegel rund um die Tuningfrequenz kann man sich ja mitnehmen. Muss man nicht - aber auch Kleinvieh macht Mist, und ein paar mal 1 - 2 dB addieren sich schnell auf 3 - 6 dB.
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Beitrag Nummer:#14  Beitrag Do 27. Dez 2018, 07:49
Jens Droessler Benutzeravatar
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Eigentlich merkwürdig, dass das Chassis schon im Handel ist umd trotzdem nur vorläufige Daten zu bekommen sind...

Beitrag Nummer:#15  Beitrag Do 27. Dez 2018, 18:38
jones34 Lautmacher

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Hast du die Messungen mal wiederholt?
Wie sieht dein Messaufbau genau aus?
Bei Unterschieden in der Größenordnung muss man es da schon genau nehmen.
Je nach Aufbau kann das auch einfach der Unterschied zwischen 2 Messungen sein.

Nicht falsch verstehen, ich möchte hier nicht deine Theorie untergraben.
Es wäre nur gut wenn man das ganze vernünftig feststellt.

Beitrag Nummer:#16  Beitrag Fr 28. Dez 2018, 12:12
Azrael Benutzeravatar
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Nur kurz und ohne Anspruch darauf, den ultimativen Schlüssel zur Wahrheitsfindung zu haben:

Ich habe mir mal einen 12''-Subwoofer mit Bodenport konstruiert und wollte wissen, inwiefern Bodennähe des Ports zu einer virtuellen Verlängerung beiträgt. Dazu habe ich zwei Impedanzmessungen gemacht, für die zweite habe ich den Subwoofer einfach auf den Kopf gestellt. Die Impedanzgänge waren nahezu deckungsgleich, eine Verschiebung von fb nach oben beim auf dem Kopf stehenden Subwoofer so gut wie nicht feststellbar. Vergleichende FG-Messungen hatte ich damals aber nicht gemacht.

Viele Grüße,
Azrael

Beitrag Nummer:#17  Beitrag So 30. Dez 2018, 19:01
stoneeh Lautmacher

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Da es inzwischen Anfragen zum Nachbau gibt - es war von Anfang an geplant, das Gehäuse bei Interesse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Darum anbei:


Stückliste & Anweisungen Prototyp 22mm Span:

Boden & Deckel: 2 Stück 52 x 77 cm
Seitenwände: 2 Stück 65,6 x 77 cm
Rückwand: 1 Stück 65,6 x 47,6 cm
Front: 1 Stück 47,4 x 47,6 cm
Port: 1 Stück 47,6 x 60 cm
Portstreben: 2 Stück 16 x 74,8 cm
Streben Seitenwände: 4 Stück 5,5 x 50 cm
Streben Rückwand: 2 Stück 5,5 x 49,6 cm
Streben Deckel: 2 Stück 5,5 x 44,5 cm


Aufbau sollte, wenn man die Teile in der Hand hat, bzw anhand der Bilder in Post #1, klar sein.

Porteinlass & -auslass gehören abgerundet! Am besten nach Zusammenbau des Ports mit Raspel und Schleifpapier drübergehen, so dass das Ergebnis ähnlich aussieht wie hier:

Bild


Stückliste & Anweisungen Fertigversion 18mm MPX:

Boden & Deckel: 2 Stück 52 x 77 cm
Seitenwände: 2 Stück 66,4 x 77 cm
Rückwand: 1 Stück 66,4 x 48,4 cm
Front: 1 Stück 48,4 x 49,1 cm
Port: 1 Stück 48,4 x 60 cm
Portstreben: 2 Stück 15,5 x 75,2 cm
Streben Seitenwände: 4 Stück 8 x 68,4 cm
Streben Rückwand: 2 Stück 8 x 50,9 cm
Streben Deckel: 2 Stück 8 x 60,4 cm


Aufbau sollte, wenn man die Teile in der Hand hat, bzw anhand der Bilder des Prototypen in Post #1, klar sein.

Bei der Fertigversion wird ggüber dem Prototypen die Frontplatte 5 cm nach innen verschoben, um Platz für ein Gitter zu schaffen. Befestigung des Gitters bleibt dem Anwender überlassen - ich empfehle Klötzchen an den Rändern / Ecken der Frontplatte.

Wandstreben sind nun stärker und gehen über die gesamte Wandlänge, und sind so zu platzieren, und nach vorne zu verjüngen, dass sie dem Chassis nicht im Weg sind. Ebenso würd ich vor der fixen Montage der Streben über die Platzierung von Griffen, Anschlussterminal, und ggfalls Stativaufnahme nachdenken.

Kanten beider Portenden gehören grosszügig abgerundet; ich empfehle per Hand, um auch die Ecken schön rund zu kriegen; zuerst mit grobem, dann feinem Schleifpapier.


Settings-Richtwerte:

HP 28-30hz But18
TP 80-100hz LR24

Mit diesen Settings ergibt sich bereits ohne EQ ein gerader Frequenzgang im nutzbaren Bereich.


Amping: problemlos, kompressionsfrei, bis zur AES Belastbarkeit des Chassis, und darüber.
Zuletzt geändert von stoneeh am Mo 31. Dez 2018, 16:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag Nummer:#18  Beitrag Mo 31. Dez 2018, 16:12
stoneeh Lautmacher

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So. Weil ich auch danach gefragt wurde, der Aspekt im 1. Post eh zu kurz gekommen ist, und ich heute das erste mal die Gelegenheit hatte, den Sub länger Outdoor mit verschiedenster Musik zu hören (Vorbereitung für einen Verleih für eine Silvesterfeier), hier noch ein ausführlicher Eindruck & Vergleich.


Ich hatte ja bis jetzt die Gelegenheit, den 18NTLW5000 in drei Gehäusen zu hören (& messen) - somit nicht nur die Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit des Chassis zu beurteilen, sondern auch die Eignung der jeweiligen Gehäuse zueinander.

Zuerst eine messtechnische Zusammenfassung - die grünen Linien repräsentieren jeweils den Gesamtfrequenzgang mit dem NTLW5000:


NTLW Max (150l netto, f0 30hz, 690cm² Portfläche):

Bild

Stoneeh's NLW9600 DIY BR Sub (180l, f0 35hz, 530cm²):

Bild

BR118Ex (~125l, f0 35hz, 341 cm²):

Bild



Kurz drübergemessen tut sich punkto Ausschwingverhalten und Gruppenlaufzeit zwischen den dreien wenig bis nix.


Subjektiver Eindruck: Eigenlob stinkt? F*** no - sowas ist für Leute mit Ego-Problemen (entweder zu wenig oder zu viel). Ich bin immer bedingungslos ehrlich, und deswegen mein Urteil über den Sub: (fast ;)) perfekt. Wir hatten heute nicht die leistungsfähigsten Tops drüber, deswegen erst bei 140hz getrennt, und selbst das hat noch anständig geklungen - die doch recht ausgeprägte zweite Portresonanz ist nicht hörbar negativ aufgefallen.

Der Sub spielt souverän vom tiefsten Keller bis in den oberen Bassbereich. Nichts strengt ihn an, nichts erwischt ihn am falschen Fuss. Die untersten Basslines bei diversen Hip Hop Tracks (zB Ludacris - How Low, oder Wiz Kalifa - On My Level - 33 bzw 32 hz) kommen schön mit vollem Druck, und trotzdem hören sich auch hohe Drums und Bässe bei Rock nicht falsch oder ungenau an.

Mein Abschlussstatement in Post #1 würd ich relativieren. Inzwischen würd den Sub in den allermeisten Fällen nicht mehr kürzer bauen. 40l mehr oder weniger Bruttovolumen ist auch schon wurscht, und genau so wie er jetzt ist deckt er schlicht 100% des Musikprogramms, das ich kenne, ab. Das einzige, was der Sub nicht kann, sind Testtracks mit Infraschall - Musikstück kenn ich keins, das unter seinen Übertragungsbereich kommt.
Ist einfach ein tolles Gefühl, einen Subwoofer zu haben, der alles, was jemals auf ihn zukommt, wiedergeben kann.

Was sich gegen Maximalpegel tut, auf das bin ich eh schon mit Messungen eingegangen - aber auch beim hören ist es einfach sehr schön, wie der Sub über den gesamten Frequenzgang ausgewogen, ohne Einschränkungen und Noise, ins Limit geht.

Vergleich zu den anderen Subs - flach gefiltert hören die sich alle leise (fast) gleich an. Der 118Ex vll noch aufgrund des geringeren Gehäusevolumens ein bischen knackiger. Die wirklichen Unterschiede zeigen sich bei Last, wo der 118Ex ca bei halber AES, unser alter DIY Sub knapp vor AES zu komprimieren / lärmen beginnt.


Alsdann - ich hatte schon anhand der paar Testtracks direkt nach dem Bau das Vertrauen, den Sub zum Bau freizugeben. Aber heute haben sich alle Zweifel verflüchtigt, und bestätigt, dass nahe das Optimum getroffen wurde. Simple is (stays) best.
Viel Spass den Nutzern, die via PN und FB angefragt haben, und nun vll. auch weiteren, bei Bau und Nutzung.
Zuletzt geändert von stoneeh am Mo 31. Dez 2018, 19:18, insgesamt 1-mal geändert.
Sub/Infra für Eighteensound 18NTLW5000: NTLW MAX

Beitrag Nummer:#19  Beitrag Mo 31. Dez 2018, 18:48
MAD Verkabler

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Schöne Zusammenfassung, danke für den Bauthread - beindruckendes Chassis. Was ich nicht gefunden habe (auch nicht in deinem Veranstaltungsbericht), hast du die 4 oder 8 Ohm Version?. Gibt es für die 4 Ohm Version überhaupt ein Datenblatt? Außer der Typennummer für die 4 Ohm Version auf der 18S Seite habe ich nix gefunden...

EDIT: habs gerade gefunden - die Endstufen waren gebrückt 4 Ohm, also 2x8 Ohm Bässe an einer Endstufe. Die anderen Fragen bleiben :-)

Beitrag Nummer:#20  Beitrag Mo 31. Dez 2018, 19:32
stoneeh Lautmacher

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;)

Vll find ich auch noch mal die Muse, den Impedanzgang im Gehäuse zu messen - ARTA Messbox liegt schon seit ner Weile hier rum.
Sub/Infra für Eighteensound 18NTLW5000: NTLW MAX

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