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RDM fähiger DIY ArtNet/sACN Konverter

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Elektronische DIY Projekte wie z.B. Aktivweichen, Verstärker, Netzteile etc.

Moderator: Deathwish666

Abonierer: Fio
Beitrag Nummer:#1  Beitrag Mi 31. Okt 2018, 16:52
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Hier mal eine kleine Bastelei von mir.

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Ziel war es pro Node 4 Universen in DMX konvertieren zu können, möglichst günstig, um künftig nichtmehr auf zentrale DMX Verteilung (und teure RDM fähige Splitter) zu setzen, sondern bei Bedarf dezentral ein Node platzieren zu können und absofort nur noch einen zentralen Ethernet Switch zu nutzen.

Die gesamte Vorgeschichte findet ihr im Spoiler:
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Hauptberuflich arbeite ich mit ETC Konsolen, die zwar ArtNet beherrschen, jedoch sACN (Streaming ACN) sehr tief in ihrer Produktphilosophie verankert haben, und dessen Nutzung dementsprechend vertreten und angeraten wird, ob die Argumente schlüssig sind, oder nur Marketing, sei dahingestellt.
Dennoch wollte ich mich deshalb nicht auf ArtNet beschränken, und auch sACN konvertieren können.

Ebenso aus meinem Berufsalltag kommt die Andorderung nach der Fähigkeit zum Transport der RDM Rückmeldung über Ethernet, welche die meisten moderneren Geräte über die DMX Verbindung zurückschicken, und am Lichtpult, oder mit einer geeigneten Management Software ausgelesen werden können.
Bei erschwertem Zugang ist es viel Wert, anhand der RDM Rückmeldung, bereits am Pult erkennen zu können, wo ein potentielles Problem zu suchen ist. Außerhalb meines Hauptberufs arbeite ich meist alleine, oder mit nur einem weiteren Techniker, deswegen gilt obiges im verstärkten Umfang, zumal Zeit in einem Fehlerfall meistens rar ist, und die Rückmeldung hier ein sehr guter Anhaltspunkt für das weitere Vorgehen ist.

Problematisch ist, dass es bisher vornehmlich herstellerspezifische Protokolle zur Übertragung von RDM Daten via Ethernet gibt.

In den nächsten Jahren ist mit einer Erweiterung des sACN Standards um diese Funktion zu rechnen, jedoch ist man hier, Gerüchten zufolge, mit den Programmierarbeiten noch relativ weit von der Fertigstellung entfernt, darauf zu warten wäre dementsprechend unter Umständen ein langwieriges Unterfangen.

Einziger Lichtblick hierbei ist ArtNet, in der Version 4 ist die Übertragung der RDM Daten über Ethernet bereits vorgesehen, zudem ist ArtNet 4 bereits relativ verbreitet und wird, im Gegensatz zum propertiären Ansatz mancher Hersteller, von Lichtpulten verschiedener Hersteller verstanden. So auch von meiner Avolites. Yeeeha.
Ebenso praktisch ist die in ArtNet4 native Unterstützung von sACN zur Übertragung vom DMX, als Alternative zum ArtNet Protokoll, über das bei der Nutzung von sACN nur die RDM Informationen bei Bedarf zurück zu den Pulten transportiert wird.

Bisher gibt es jedoch entsprechende Geräte kaum unter 400€ Stückpreis, die gestellten Anforderungen erfüllen diese zudem meist nicht in vollem Umfang. Ein kompletter Selbstbau schied jedoch ebenfalls aus, da der Aufwands und die Kosten zur Programmierung der Software, sowie Entwicklung der entsprechenden Elektronik, in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.

Deswegen wurde ich auf eine von Ulrich Radig angebotene Platine (RDM Quad Node) aufmerksam, welche lediglich in ein Gehäuse mit Steckverbindern, sowie passender Stromversorgung, verpflanzt werden musste.
Nach e-mail Verkehr, sowie einem Telefonat mit Herrn Radig, zeigte sich, RDM wird via ArtNet4 übertragen, jedoch wird lediglich ArtNet von der Platine zu DMX gewandelt, sACN versteht sie nicht, obwohl eigentlich in ArtNet4 spezifiziert. Unschön.
Im Laufe des Telefonats wurde die Frage nach sACN unterstützung zudem als “unnormal“ hingestellt, weil niemand das Protokoll benutzen würde.
Die Praxis sagt da eher etwas anderes, und wer weiß welche unangenehmen Überraschungen, neben der streng genommen unvollständigen ArtNet4 Unterstützung, noch in Herrn Radigs “normalem“ Produkt lauern.
Eigentlich schade, denn ich hatte gerne einen Ansprechpartner in Deutschland gehabt, da neben dem Prototypen mehrere Nodes für verschiedene Einsatzzwecke geplant sind.

Sei’s drum, weiter ging die Suche.


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Ich wurde auf den neuseeländischen Hersteller DMX King aufmerksam, der eine Platine (eDMX4 Pro DIN) zur Hutschienenmontage anbietet, die RDM via ArtNet4 überträgt, und sowohl ArtNet als auch sACN in DMX wandelt. Für 120$. Wäre angemessen, kann auch über einen französischen Shop (soliled) für ca. 150€ inkl. Versand bezogen werden, kaum teurer als der Import aus Neuseeland, geliefert wurde in unter einer Woche, und man hat zumindest einen Ansprechpartner in Europa.

Einziger Wehrmutstropfen: Die DMX Ausgänge sind nicht optisch isoliert, da der Aufwand zur Einkopplung der RDM Daten sonst vermutlich zu hoch gewesen wäre. Ob sich das beim geplanten, dezentralen, Einsatz als Nachteil erweist, wird sich zeigen.
Da jedoch die gesamte Platine kaum mehr kostet, als ein DMX Splitter, und bei Ausgabe von 4 unterschiedlichen Universen deutlich mehr Flexibilität bietet, kann ich mit einer gewissen Ausfallquote ganz gut leben.
Aber das muss man abwarten.

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Verbaut wurde die Platine ohne die Hutschienenaufnahme, stattdessen wurde diese direkt in einem Alu Gehäuse verschraubt, zusammen mit vier 3Pol XLRs, einer Ethernet Durchgangsbuchse, sowie einem POE Splitter, der die Stromversorgung übernimmt.

Kommen soll noch: Alternative Stromversorgung via Steckernetzteil, falls POE nicht zur Verfügung steht, bzw. als Redundanz.
Ebenso: Montagemöglichkeit (M10 Gewindemuffe) zur Aufnahme eines Mini TV Zapfen, zur Traversenmontage.
Auch: Gehäuse und Buchsen gemäß dem IP65 Gehäuse abdichten, keine Ahnung wie, Vorschläge willkommen.

Langfristig: Peli Case zum Transport mehrerer dieser Nodes, mit fest in diesem verbautem Switch, sowie mehreren separaten POE Injektoren (Redundanz...) und USV.
MfG Flo

Denkst du, das ist Luft, die du gerade atmest? Hm.

Beitrag Nummer:#2  Beitrag Do 1. Nov 2018, 01:25
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Nicht uninteressant. Dass die optische Isolierung gespart wurde, finde ich unschön. Sooo teuer kann das eigentlich gar nicht sein, wenn man als Endkunde mittlerweile einen Vierfachsplitter samt RDM und Entkopplung für unter 100 Euro bekommt...

Beitrag Nummer:#3  Beitrag Do 1. Nov 2018, 11:11
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Das RDM Quad Node hat auch keine galvanisch getrennten Ausgänge.
Ein full duplex ADM von ADI mit integriertem DC/DC (galvanisch getrennt) kostet halt locker >6$ pro universum und braucht Platz.

Da ich auf diese ganzen Features verzichten kann nutze ich das interface von Radig, kannte das andere aber auch noch nicht, und möchte zu dem nur noch ein Gerät mit webfrontend zur Konfiguration.

Sonst danke fürs Vorstellen, das sieht in jedem Fall interessant aus.
Eine galvanische Trennung kann man bei so viel Platz im Gehäuse aber ja auch noch nachträglich integrieren.


Beitrag Nummer:#4  Beitrag Do 1. Nov 2018, 16:09
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Fio hat geschrieben:
Da ich auf diese ganzen Features verzichten kann nutze ich das interface von Radig, kannte das andere aber auch noch nicht, und möchte zu dem nur noch ein Gerät mit webfrontend zur Konfiguration.


Die Interfaces im Browser zu konfigurieren würde ich mir tatsächlich auch wünschen, auf der anderen Seite macht das nur Sinn, solange diese fixe (und bekannte) IPs haben. Sobald DHCP im Spiel ist, oder man aus anderen Gründen die Interfaces erst suchen muss, ist mir dedizierte Software genauso recht.
Schlussendlich hab ich sowieso immer einen PC dabei, auf dem die Software vom Lichtpult läuft, und bereits zwangsweise Software zur Konfiguration diverser Interfaces/Gateways/Nodes sowie Ethernet Geräten wie z.B. älteren Cisco Switches.

Fio hat geschrieben:
Eine galvanische Trennung kann man bei so viel Platz im Gehäuse aber ja auch noch nachträglich integrieren.


Naja, da ist zwar viel Platz, zumindest was totes Volumen angeht, nur wirklich nutzbar ist der nicht.

Die Ausgänge zu isolieren würde bedeuten, von bedrahteten XLRs auf Print zu wechseln, diese zusammen mit vier Transceivern, einem DC/DC Konverter, einem voll isolierten DC/DC Konverter, sowie vier isolierten Transceivern auf einer Platine zu verbauen, und bereits diese Elektronik kostet locker 50€ extra.
Sinvollerweise sollte man hier gleich die Ethernet Buchse mit rauf setzen, und eine PoE Splitter Schaltung, sowie die zusätzliche Spannungsversorung via Steckernetzteil vorsehen, wenn man eh schon am Ätzen ist. Das sind jedoch gleich nochmal fast 50€ extra, und im Endeffekt kommt das ganze Node dann schnell an die 250€.

Der Haken: Für unter 350€ bekomme ich das auch fertig, z.B. von DMXKing als eDMX 4 Pro, das hat zwar nur PoE, und keinen zusätzlichen Eingang zur Spannungsversorgung via Netzteil, hier müsste man also geringfügige Abstriche machen, auch für die Trussmontage müsste man sich etwas überlegen, aber man hat fast keine Arbeit, im Gegensatz zur Entwicklung eines kompletten Front Ends, was die logische Konsequenz wäre, um sowohl aus Radigs, als auch die DMXKing Platine voll aufzuwerten.
MfG Flo

Denkst du, das ist Luft, die du gerade atmest? Hm.

Beitrag Nummer:#5  Beitrag Do 1. Nov 2018, 16:32
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Ein kleiner Nachtrag noch:

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In die DMXKing Platine ist noch ein interessantes Feature integriert, nämlich ein DMX Recorder, welcher auch komplexere Abläufe auf SD Karte aufzeichnen kann. Der kann sowohl via extra Hardware (Platine mit Schaltern), als auch via der Management Software für die Nodes gesteuert werden.
Eine sinnvolle Anwendung dafür ist mir zwar bisher nicht wirklich eingefallen, aber schön zu haben ist es. Falls es jemanden interessiert, mehr Informationen gibt es Handbuch: klick
MfG Flo

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