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kleine Übersicht zu Frequenzen in der Popmusik

Allgemeine Diskussion zum Thema Veranstaltungstechnik

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Beitrag Nummer:#1  Beitrag Mi 9. Jan 2019, 13:32
clavis Lagerputzer

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Hallo zusammen,

ich habe für mich selbst mal ein paar Songs analysiert, um heraus zu finden was meine Bässe wirklich können müssen. Von Beatles bis Flo-Rida ist alles dabei und die Ergebnisse finde ich interessant. Vielleicht kann das ja noch jemand brauchen:
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Zuletzt geändert von clavis am Mi 9. Jan 2019, 20:21, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag Nummer:#2  Beitrag Mi 9. Jan 2019, 14:20
corell Benutzeravatar
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Danke, ganz interessant.
Meiner Erfahrung nach ist die Kurve wie bei ist "Ed Sheeran- Shape of You" ziemlich exemplarisch für aktuelle Chartmusik zu sehen.
Whenever you replace the term "audiophil" with "bullshit", things suddenly start to make sense.

Beitrag Nummer:#3  Beitrag Mi 9. Jan 2019, 14:58
clavis Lagerputzer

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Stimmt, obwohl Du ausgerechnet einen Remix von mir selbst rausgezogen hast und ich mache immer bei 40 Hz einen steilen Lowcut, weil ja schon damit die Durchschnittsanlage überfordert ist.

Was ich echt interessant finde mal zu SEHEN wie sich die Hörgewohnheiten geändert haben. In 80ern mehrheitlich bei 60 Hz unteres Ende, in den 90ern rutscht es langsam Richtung 50 Hz und jetzt gerade erleben wir die Verschiebung nach 40 Hz. Wobei Drake mit seiner Base-Line bei 33 Hz den Vogel abschießt. Der Pegel schwankt an der Stelle von - 14 bis -6 (!) > finde ich schon ne echte Herausforderung für den Bass.

Auch interssant, dass die reinen Clubmixe ALLE nur noch 10 db Dynamikumfang haben.

Beitrag Nummer:#4  Beitrag Mi 9. Jan 2019, 15:35
stoneeh Lautmacher

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Danke für die Mühe.

Das analysieren des Quellmaterials ist nicht nur hilfreich, um herauszufinden, wie tief ein Sub spielen muss - sondern insb. ein wichtiger Indikator, wie man die einzelnen Komponenten / Wege einer Beschallungsanlage zueinander dimensionieren sollte.

Hier ein (schon eher basslastiger) Rock/Metal Song: https://www.youtube.com/watch?v=706WrpuI7s4

Guido-Techno :): https://www.youtube.com/watch?v=Pk2IDiQToyU

DnB: https://www.youtube.com/watch?v=xXWexFzokfc
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Beitrag Nummer:#5  Beitrag Mi 9. Jan 2019, 15:53
haebbe58 Verkabler

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Nur seltsam, dass bei fast allen Graphen immer zw. 150 und 200 Hz eine Delle ist. Zufall ist das wohl nicht und die Mixe sind bestimmt auch nicht so gewollt. Also liegt es entweder am Equipment oder an der Software... was für mich die Genauigkeit der Messungen in Frage stellt.

Diese Dellen sehen für mich aus wie gewollt, um gewisse Dröhner bzw. Raumnoden auszugleichen. Genau in dem Bereich sind die nämlich immer

Beitrag Nummer:#6  Beitrag Mi 9. Jan 2019, 16:26
Ralle14 Pro-User

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haebbe58 hat geschrieben:
Nur seltsam, dass bei fast allen Graphen immer zw. 150 und 200 Hz eine Delle ist. Zufall ist das wohl nicht und die Mixe sind bestimmt auch nicht so gewollt. Also liegt es entweder am Equipment oder an der Software... was für mich die Genauigkeit der Messungen in Frage stellt.

Diese Dellen sehen für mich aus wie gewollt, um gewisse Dröhner bzw. Raumnoden auszugleichen. Genau in dem Bereich sind die nämlich immer


Dazu sollte man sich eher ansehen wie und womit heutzutage Musik konsumiert wird.

Dass jemand heute noch eine große HiFi-Anlage zu Hause stehen hat wird wohl eher die Ausnahme sein. Die wohl deutliche Mehrheit der Hörer im Bereich Charts hört die Titel über die übliche 2.1 / 5.1 Subwoofer - Brüllwürfelanlage. Prinzipbedingt ist bei diesen Systemen der Tiefmittenbereich zwischen 100-400Hz eher dünn und die Musik wird wohl auch auf diese Systeme abgemischt. Auch viele PA-Systeme der eher kompakten Kategorie haben Probleme, diesen Bereich mit ausreichendem Pegel wiederzugeben.

Ich höre überwiegend Musik außerhalb des Mainstreams im Bereich Goa/Psytrance bis Darkpsy/Hitech und in dieser "Nischenmusik" gibt es einige sehr gut produzierte Tracks, bei denen im Tiefmitteltonbereich teilweise extrem viel passiert. Auf einer solchen Anlage klingt das dann natürlich zum davonlaufen.

Beitrag Nummer:#7  Beitrag Mi 9. Jan 2019, 16:57
stoneeh Lautmacher

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haebbe58 hat geschrieben:
Nur seltsam, dass bei fast allen Graphen immer zw. 150 und 200 Hz eine Delle ist. Zufall ist das wohl nicht und die Mixe sind bestimmt auch nicht so gewollt.


Bei moderner, insb. kommerzieller, Pop- und elektronischer Musik, ist es gang und gebe, dass sich das allermeiste in der untersten Oktave tut. Viele Leute mögen eben anscheinend diesen Sound mit viel Volumen um die 50hz, und dann nix für die nächsten paar Oktaven.

Viele Fertigsets heutzutage sind genau darauf abgestimmt. Kompakte BR 18er mit 40, 50hz Tuning, und dann Minimembran-Linienstrahler direkt drüber, oder kompakten (6" - 8") "LAs".
Kann mich noch erinnern, wie ich mit einem Kumpel in der Klangfarbe Wien ein Set aus RCF 8004 und NX-24L gehört hab. Nach dem ersten Track wollten wir grad unsere Meinung dazu abgeben, und kommt uns der Verkäufer zuvor: "kein Kick, ne?" Ich glaube, wir haben alle das gleiche auf der Zunge liegen gehabt 8-)

Das funktioniert dann halt nur mit so einer Musik. Bei was gleichmässig abgemischten versagt das, insb. bei Pegel, kläglich.
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Beitrag Nummer:#8  Beitrag Mi 9. Jan 2019, 17:56
clavis Lagerputzer

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haebbe58 hat geschrieben:
Nur seltsam, dass bei fast allen Graphen immer zw. 150 und 200 Hz eine Delle ist. Zufall ist das wohl nicht und die Mixe sind bestimmt auch nicht so gewollt. Also liegt es entweder am Equipment oder an der Software... was für mich die Genauigkeit der Messungen in Frage stellt.

Diese Dellen sehen für mich aus wie gewollt, um gewisse Dröhner bzw. Raumnoden auszugleichen. Genau in dem Bereich sind die nämlich immer


Die Kurven sind keine Messdiagramme. Sie zeigen ungefähr wie der Mastering-Ingeneuer abgemischt hat. Beim Abmischen gehts nicht um Linearität, sondern es "muss halt fett klingen". Die Diagramme beantworten lediglich die Frage "Wieviel db bei wieviel Hz?" Mehr nicht.

Bei der Interpretation nicht vergessen: Die Linie stellt alle Peaks über die gesamte Länge des Titels dar und zeigt uns damit, was ein Soundsystem können muss, um möglichst viel der vorhandenen "Sound-Information" ans Ohr/Brustbein zu bringen. Vielleicht "Pegelstatistik" das richtige Wort. Die absoluten Werte darf man also nicht als in Stein gemeißelt ansehen, sondern in Relation gesetzt betrachten.

Diese Dellen sagen nur eines: Über die gesamte Zeit des Titels war der Bass statistisch gesehen um 40/50/60 Hz lauter als die tiefen Mitten 120-200 Hz. Und so soll es ja auch sein :D

EDIT: by the way hab' ich gerad beim schnellen Überfliegen fünf bis sieben Titel gefunden, die diese Delle nicht haben. Das ist fast ein Viertel.

Beitrag Nummer:#9  Beitrag Sa 12. Jan 2019, 08:39
Simon Verkabler

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Hey,
Danke für diese Auflistung. Hast du auch noch Daten zum crest Faktor?

Gruß Simon

Beitrag Nummer:#10  Beitrag Sa 12. Jan 2019, 21:11
stoneeh Lautmacher

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Ist die Frage was man mit der Information macht.

Bei den meisten Liedern kommt irgendwas um die 10 dB dabei raus. Trotzdem wird immer wieder mal ein Lied oder eine Passage innerhalb eines Lieds dabei sein, wo ein Bass bzw eine Bassline kommt, die einem Sinus entspricht, d.h. deren Crestfaktor gegen Null tendiert (entspricht einer Verzehnfachung der Energiedichte).

Was macht man nun in diesem worst case Szenario? Denn früher oder später wird so ein Lied kommen. Ich seh eigtl nur zwei Optionen:

a) rausfiltern / abschwächen der Passagen mit niedrigen Crestfaktor durch Strombegrenzer im Amp, RMS Limiter im DSP o.ä.
b) das Material so auslegen / dimensionieren, dass es bei niedrigem Crestfaktor dauerhaft funktioniert / betriebssicher ist

Option a ermöglicht sehr viel Output auf kleines Packmass, Option b ist das Optimum in punkto Klangqualität / Signaltreue. Was dem jeweiligen Anwender am wichtigsten ist, muss jeder für sich selbst herausfinden.
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Beitrag Nummer:#11  Beitrag Sa 12. Jan 2019, 23:01
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stoneeh hat geschrieben:
Bei den meisten Liedern kommt irgendwas um die 10 dB dabei raus. Trotzdem wird immer wieder mal ein Lied oder eine Passage innerhalb eines Lieds dabei sein, wo ein Bass bzw eine Bassline kommt, die einem Sinus entspricht, d.h. deren Crestfaktor gegen Null tendiert (entspricht einer Verzehnfachung der Energiedichte).


Der Crestfaktor einer Sinusschwingung ist 1/sqrt(2) ≈ 1,414.. . (3,01dB)
DC hat einen Cestfaktor von 1, mehr geht nicht. (0dB)

Die Differenz zwischen 10dB und 3dB => 7dB => Faktor 5.

Sehe da auch überhaupt keinen Handlungsbedarf. Wenn ich keinen Einbruch in der Performance während solcher Passagen haben möchte, dann betreibe ich die Endstufen eben nicht am limit. Wenn dann die Leistung nicht ausreicht, dann muss halt anderes oder meistens einfach nur mehr equipment her.

Des weiteren, wo soll die Energie für derartige RMS Leistungen her kommen? Mehr als 3600W gibt es offiziell halt nicht auf dem Schuko, und das entnehmen schon viele der heute verfügbaren Endstufen im mittel. Und Endstufen für andere Versorgungsnetze gibt es ja auch, wer will kann sich so was ja kaufen. Peter Papp hat im (speakerplans?) Forum ja auch einiges zu seinem Netzteil erzählt. Sehr interessant btw. ...

Beitrag Nummer:#12  Beitrag Mi 16. Jan 2019, 00:28
d-c Pro-User

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Aber wie man sieht ist ein Sub der unter 40 Hz noch vollen Pegel bringt eher ein ''nice to have'' als notwenig.
Statt die immer wieder geforderten f0 bei 30 Hz bei manchen Leuten, würd ich eher auf kleineres Transportmaß oder mehr Pegel setzen.

@clavis Wenn du möchtest kannst du mal noch "T.I. - No Mediocre ft. Iggy Azalea" und "Tyga - Rack City" analysieren, dass sind die heftigsten Tracks außerhalb des elektronischen Bereichs die mir je unter gekommen sind.

Gruß :toptop:

Beitrag Nummer:#13  Beitrag Do 17. Jan 2019, 08:56
Basshunter99 HobbyKistenSchlepper

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Bei Tyga sinds glaube 27hz als tiefste Frequenz, das hat Jobst mal kurz gemessen.
Hab ich gern genommen um zu gucken ob der lowcut richtig eingestellt ist.


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