Youtube: Omnitronic DXO-26E / DXO-24E online

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#1

Beitrag 21. Okt 2020 05:49

Servus,

heute um 6:00 Uhr geht das Review zum Omnitronic DXO-26E online.
Dieses kann auch für den DXO-24E betrachtet werden, da dieser zum 26er identisch ist, jedoch 2 Outputs weniger bietet.

Videolink:
https://youtu.be/LzN9OmadYtY


Im Video solltet ihr soweit alles erfahren, hier könnt ihr gerne darüber diskutieren und weitere Fragen dazu stellen.

Hier noch ne kleine Zusammenfassung der wichtigsten Daten & Eigenheiten:
► Zusammenfassung Anzeigen
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#2

Beitrag 21. Okt 2020 08:51

Dann warte ich gespannt auf dein Review des DXO-88E, der interessiert mich ja am meisten aus der Serie :-)


the flix
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#3

Beitrag 23. Okt 2020 12:48

Spannend. Ich besitze seit vielen Jahren (ich glaube 2012 oder 2013) einen DXO-24E. Eingesetzt habe ich ihn im Proberaum in der 2-Wege-E-Bass-Anlage oder der Monitorentzerrung, bei diversen Veranstaltungen für die Front-PA und aktuell arbeitet er in meinem Wohnzimmer-Setup (Limmer Limbo8, 12er-Subs).

Daher kenne ich das Gerät ganz gut und war bei einigen der hier vorstellten Punkten verwundert. Mein DXO hat noch ein grünes Display. Ich vermute, dass unter dem selben Namen mittlerweile eine teilweise geänderte Elektronik verkauft wird. Alle meine Aussagen beziehen sich auf:
  • HW-Version 2.35.4
  • SW-Version 3.1.3.11835
  • DXO-Control 3.824


Gerade in der SW (bzw. korrekter FW) gab es zu Beginn größere Änderungen. Am Anfang hatte das Gerät z.B. weniger EQ-Bänder, dafür bis zu 7 ms Delay. Daher halte ich diese Angaben für ein Review für unabdinglich.

Aktuell bzw. seit ich auf Win10 umgestiegen bin und damit die neue DXO-Control installieren musste, habe ich das Problem, dass der Zugriff auf das Gerät nicht ganz korrekt funktioniert. Beim Verbinden bleibt das "Sychronizing"-Fenster bei rund 80 % stehen. Glücklicherweise kann ich in dem Zustand das Gerät trotzdem von der SW aus bedienen.
Was bei mir nicht funktioniert, sind die Passwörter aus der Anleitung ("develop", "admin" oder "user"), demzufolge kann ich auch kein FW-Update durchführen.

Grundsätzlich anders verhält sich mein Gerät, was die Gain-Struktur angeht. Ein 0 dBu-Eingangssignal wird in DXO-Control als 0 dB angezeigt. Schicke ich es mit vollem Pegel auf einen Ausgang und stelle dessen Limiter auf 0 dBu, sehe ich dort ebenfalls 0 dB in der Pegelanzeige. Am Gerät selbst sind alle grünen LEDs an, also bis zur -3 dB LED.
Eine Gain-Messung bestätigt 0 dB Gain in diesem Zustand, also genau das, was ich von dem Gerät so auch erwarte.

Überschreite ich die 0 dBu am Eingang, so leuchtet die Limit-LED auf. Das kann ich umgehen, indem ich den Eingangspegel zurücknehme. Deswegen war meine Standard-Einstellung im Live-Betrieb immer, den Eingangspegel um 12 dB zurückzunehmen, um nicht in den Eingangs-Limiter zu laufen. Das war eine Notlösung, wirklich sinnvoll fand ich die Implementierung nie. Aber mit nur 12 dBu maximalem Eingangspegel ist das Gerät grundsätzlich weit entfernt, von dem was professionelle Geräte liefern. Sinnvolle Werte liegen oberhalb von 20 dBu, es gibt schließlich Pulte, die bis zu 28 dBu liefern.

Der Kompressor tut bei mir gar nicht, ich sehe keine Gain-Reduktion in DXO-Control.

Grundsätzlich ist das Gesamtsystem aus HW, FW und (PC)-SW aus meiner Sicht über die ganzen Jahre aus dem Bastelstadium nicht herausgekommen bzw. wurde mit dem aktuellen Stand sogar wieder verschlimmert. Als Kunde erwarte ich, dass es in einer SW keine Optionen von anderen Geräten gibt, die nicht anwendbar sind. Ich erwarte auch, dass ein Gerät, dass weiterhin unter dem selben Namen verkauft wird, weiterhin zu 100 % von der SW unterstützt wird.
Aus dieser Sicht kann ich das Gerät nur für Leute empfehlen, die diesen "halb-fertigen" Zustand in Kauf nehmen, sich dessen bewusst sind und im Zweifel auch mal selbst nachmessen können. Anfänger, die erwarten, dass das Gerät genau das macht, was drauf steht und ohne debugging zu bedienen ist, steht unter Umständen viel Ungemach bevor.

Ein paar Anmerkungen/Wünsche von meiner Seite noch zum Review:

Wenn eine Tabelle "Gains und Pegel" heißt, sollten die Bezeichnungen und Einheiten auch stimmen. Das Gerät hat entweder ein maximales Input Gain von 12 dB oder einen maximalen Input Level von 12 dBu. Wenn dann noch Werte in dBm zu sehen sind, aber von dBu gesprochen wird, wird es ganz wild.

Limiter-Messungen im Frequenzbereich sind für mich wenig interessant, viel wichtiger finde ich den Zeitbereich. Wie schnell und vor allem wie sauber greift der Limiter, passt das Release-Verhalten usw. Auch der Kompressor ist aus meiner Sicht im Zeitbereich besser beurteilbar. ARTA kommt hierbei vermutlich an seine Grenzen, da muss dann halt das Oszi her.

Bei den THD-Spektren sind viele diskrete Anteile unterhalb der Test-Frequenz von 1 kHz zu sehen. Kommt das vom DUT oder woher? Mit fehlt die Messung ohne DUT und mit DUT ohne Signal. Was das Messequipment bei -3 dBFS zum Klirr beiträgt, darf auch nicht außer Acht gelassen werden.

Ebenso finde ich eine Messung von THD(N) vs. Amplitude wichtig, da so das Verhalten über den gesamten Bereich des Eingangs-Levels sichtbar ist. Vor allem wie der THD(N) zum Ende hin ansteigt (wenn der Eingangs-Limiter anfängt zu arbeiten) kann sehr interessant sein. So kann ich sehen, ob ich das Gerät sinnvoll in diesem Bereich betreiben kann oder ob ich ihn auf jeden Fall meiden muss.
Die Einstufung von THD(N)-Werten ist natürlich so einen Sache, wenn wir uns vor Augen halten, welchen THD Lautsprecher produzieren, wenn sie entsprechende Pegel ausgeben. Aber ja, technisch geht das besser.

Die SNR-Angabe ist zwar ein schöner (oder auch weniger schöner) Wert, aber aus meiner Sicht wenig aussagekräftig. Schlussendlich interessiert mich doch, was ich an Rauschen aus dem Lautsprecher höre, wenn kein Audio anliegt. Und dazu will ich keinen relativen Wert, sondern den absoluten Wert des Rauschens am Ausgang der Elektronik (hier des Controllers). Am liebsten in µV RMS, zur Not auch in dBu. Ich kenne den Verstärkungsfaktor meiner Endstufe und deren Rauschen, damit kann ich die Rauschspannung am Ausgang der Endstufe berechnen. Mit der Empfindlichkeit des Lautsprechers komme ich dann auf den Schalldruckpegel des Rauschens. Will ich Elektronik anhand des SNRs vergleichen, muss ich immer umrechnen und die Bezugsspannung betrachten. Ein absoluter Wert bietet da eine besser Aussage.

Das Fehlen eines Netzschalters sehe ich nicht als Problem, im Gegenteil. Solange jede Endstufe einen hat, ist das sogar besser. Gehen wir davon aus, dass die Endstufen aus sind, wenn ich die Netzspannung anlege. Dann geht der Controller zuerst an, alles gut. Bevor ich die Netzspannung wieder entferne, muss ich nur die Endstufen ausschalten, auch hier ist die richtige Reihenfolge automatisch gegeben. Habe ich an beiden Geräten Schalter, ist die Möglichkeit für Fehlbedienungen größer.
Das externe Netzteil ist mir übrigens ohne erkennbaren Grund mal gestorben, leider kurz vor einem Einsatz.

Mein Fazit zum Gerät ist: Kostet sehr wenig, kann recht viel, ist im Systemverbund nicht sauber zu Ende entwickelt, typisches Hobby-Gerät für den stress-resistenten Bastler.
Was mir fehlt sind AES-Ein- und Ausgänge, mehr Eingangs- und Ausgangspegel, Netzwerk-Steuerung, internes Netzteil und ordentliche FW/SW. Aber danach suche ich auch erst in einer anderen Preisklasse.

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Azrael
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#4

Beitrag 23. Okt 2020 13:41

Ich benutze ein DXO-24E hobby-mäßig (wie auch sonst?: ich habe einen ganz anderen Beruf :lol:). Das Gerät dient bei mir zuhause dafür, zwei Subwoofer (Eigengewächs: je ein B&C 12TBX100 in etwas über 40 Liter BR, angetrieben durch eine Craaft Nova X2000) von einem Pärchen Satelliten (auch Eigengewächs: Celestion TF0818 und BMS 4538 an Limmer 021, Trennung passiv, angetrieben durch eine Crown XLS1502) zu trennen und die Subwoofer vom Ungemach unterhalb von fb zu bewahren.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, mich kaum um so Sachen wie Limiting gekümmert zu haben. Kaputt ist aber noch nichts gegangen, obwohl ich damit mal die Garten-Après-Hochzeit-Party eines Freundes fast eine ganze Nacht lang mit nicht gerade unerheblichen Pegeln beschallt habe.

Mit dem DXO-24E hatte ich so gut wie keine Probleme, eine Verbindung zum steuernden Notebook mit aktuellem OS herzustellen, deutlich weniger jedenfalls, als mit einem Alto Maxidrive 3.4 compact, den ich in meinem Heimkino-Geraffel verwende.

Ich bin zufrieden mit diesem ziemlich günstigen Controller (der zudem noch günstiger wurde, weil ich ihn gebraucht erworben habe). Aber ich sehe, dass die Ansprüche in Sachen Betriebssicherheit im professionellen PA-Alltag durchaus höher sind. Da mögen andere Geräte geeigneter sein, aber das kann ich nicht beurteilen. Da wird der Post über meinem aufschlussreicher sein.

Viele Grüße,
Azrael

*edit*:
....fast ergesen: das Display an meine DXO-24E ist übrigens grün. 8)

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#5

Beitrag 23. Okt 2020 17:25

@the flix

Delay sind 5ms, beim DXO-88E sind es 7ms.
Mit alter Firmware und Software konnte ich leider nicht testen, wer flashed schon back? ;)
Weniger EQ-Bänder kenne ich persönlich gar nicht, ich vermute, da hast du eins der aller aller ersten Geräte erwischt damals.
Sicher, dass du einen 24E hast und nich den non-E?

Also seitdem ich das Gerät kenne, funktioniert alles einwandfrei.
Wie schaut's denn aus wenn du die *23 Software nutzt (is noch online), oder die beiligende auf CD?
Evtl. kannst du damit auf die neuste Version flashen?
Oder mal probiert die 32Bit statt die 64Bit zu nutzen?
Überschreite ich die 0 dBu am Eingang, so leuchtet die Limit-LED auf. Das kann ich umgehen, indem ich den Eingangspegel zurücknehme. Deswegen war meine Standard-Einstellung im Live-Betrieb immer, den Eingangspegel um 12 dB zurückzunehmen, um nicht in den Eingangs-Limiter zu laufen.
Der Eingang hat keinen Limiter, sondern nur die reine LED, die angibt, ab wann man 3dB vor dem Clip ist.
Clip stellt das Maximum dar (12-13dBu), eigentlich, denn in der Praxis geht sogar fast 14dB reinschieben bevor es verzerrt ;)

Was hier bei dir helfen könnte, ist zu messen ab wie viel dBu Input dein Gerät verzerrt (Outputs bitte dafür runterstellen).
Es könnte nämlich sein, dass entweder die LED falsch funken (Die Pegel-LED im Input richten sich auch nach dem eingestellten Gain),
oder ob der Inputgain im Gerät selbst angehoben wird.

Die Limiter funken ja wie sie sollen, springen an, ab dem eingestellten dBu-Wert.
Sollten die Outputs bei dir auch angehoben sein, klaro, dann blinken sie schon wesentlich früher, sprich bei weniger Input.
Der Kompressor tut bei mir gar nicht, ich sehe keine Gain-Reduktion in DXO-Control.
Tut der auch rein hörtechnisch nix, auch net bei -48dB Treshold? Kann man den auch im Gerät oder nur in der Software auswählen?
Falls nur in der Software, brauchste ein FW Update.


Zur Software:
Wie gesagt, teste mal die Vorversion, oder die beiliegende auf CD.
Ich finde auch, dass Omnitronic die älteren Versionen noch auflisten sollte, jedenfalls die die "Master", samt Hinweis.

Jau, das Gerät macht einen "fast" fertigen Eindruck für mich
Pegel + LED passen nicht im Input und im Output das ist Gewöhnung (Pegel nach Treshold eben), Rest ist mittlerweile echt ok (Release Einheit fehlt noch am Gerät) und das mit dem Gain eben "blöd".
Beim DXO-88 schaut das anders aus, da ist definitiv an der Software noch einiges zutun, aber da sind die Jungs derzeit sogar dran, das wird gefixxt.
Firmware-Updates wird's auch für alle Geräte noch geben. Mal sehen was da genau noch gemacht wird.

Aber ich bin da deiner Meinung, gerade bei einem Einsteigergerät, sollte alles 100% funken.

Wenn eine Tabelle "Gains und Pegel" heißt, sollten die Bezeichnungen und Einheiten auch stimmen. Das Gerät hat entweder ein maximales Input Gain von 12 dB oder einen maximalen Input Level von 12 dBu. Wenn dann noch Werte in dBm zu sehen sind, aber von dBu gesprochen wird, wird es ganz wild.
Haste 100% Recht, das ist mir auch hinterher erst aufgefallen.
Den Hinweis dBm/dBu habe ich verkackt und dann leider vergessen wieder einzufügen, im DXO-88 Review weise ich darauf hin
und blende auch alle anderen Werte mit aus.

Limiter-Messungen im Frequenzbereich sind für mich wenig interessant, viel wichtiger finde ich den Zeitbereich. Wie schnell und vor allem wie sauber greift der Limiter, passt das Release-Verhalten usw. Auch der Kompressor ist aus meiner Sicht im Zeitbereich besser beurteilbar. ARTA kommt hierbei vermutlich an seine Grenzen, da muss dann halt das Oszi her.
Frequenzbereich finde ich schon wichtig, da habe ich schon Geräte gesehen, die eben nicht um den eingestellten pegel
limiteren, oder den Verlauf verbiegen, somit nicht linear limitieren, was fatal enden kann, gerade bei Subs!

Limiter-Messungen mache ich gerne mit Pro Tools, das habe ich in anderen Video schon gemacht,
hier jedoch nicht, da es einfach zu lange wurde.
Werde das aber künftig wieder machen, denke das ist für viele interessant.
in 99% der Fälle passt das aber mit den eingegebenen Werten und reine Peaklimiter greifen idR. <1ms.

Mit dem Oszi könnte ich dann noch prüfen, ob's Clippt,
per ARTA wie viel Verzerrungen wir bekommen.


Das wird sicher +15 Minuten pro Video, aber wie gesagt, denke das macht Sinn ;)

Bei den THD-Spektren sind viele diskrete Anteile unterhalb der Test-Frequenz von 1 kHz zu sehen. Kommt das vom DUT oder woher? Mit fehlt die Messung ohne DUT und mit DUT ohne Signal. Was das Messequipment bei -3 dBFS zum Klirr beiträgt, darf auch nicht außer Acht gelassen werden.
Habe nicht weiter untersucht wo das herkommt.
Das Messequipment trägt so gut wie garnix mit bei, egal ob ich 0dBfs habe, oder -40dBfs.
THD und THD+N liegen hier insgesamt bei 0,00046% und 0,0023%, das macht den Kohl also nicht fett ;)

Weitere Klirrfaktoren unterhalb 0,00030% K3.
-0,5dB Bereiche 10Hz und 70,9kHz.
SN bei ~115dB @8dBu.


MIT Preamp dazwischen:
THD und THD+N 0,00072% und 0,0026%,
0,005% K3.


Im Eingang ist wie gesagt kein Limiter, das ist nur eine LED, der arbeitet also nicht.
Wenn, dann geht's direkt in's Clip, aber dann leuchtet die CLip-LED schon 1-3dB lang.

Die SNR-Angabe ist zwar ein schöner (oder auch weniger schöner) Wert, aber aus meiner Sicht wenig aussagekräftig. Schlussendlich interessiert mich doch, was ich an Rauschen aus dem Lautsprecher höre, wenn kein Audio anliegt
Deswegen messe ich SNR bei 4dBu In/Out, denn im Maximalen Pegel sind alle Geräte super,
4dBu ist eher so die Praxis, da ist der SN schon wichtig.
Ausrechnen kann man sich das ja selbst, 4dBu und dann die entsprechenden dB abgezogen ;)
Gut, könnte ich auch mal direkt als dBu oder Spannung messen, wenn's nicht zu klein ist.

Liegt SN bei -82dB @ 4dBu, haben wir Rauschen mit -78dBu.
Das entspricht 0,000097516V
Amp mit 0,775 (0dBu) Input = Rauschen bei -78dBu.
= 0.00012W@8R
100dB 1W/1m Lautsprecher = 60,7dB Rauschen.

@Azrael
*edit*:
....fast ergesen: das Display an meine DXO-24E ist übrigens grün. 8)
Das hat sich wohl mal geändert, die Displays der DXO-88E und 48E sind nun grün ;)

Die Grünen sind übrigens besser, da sie wesentlich schneller reagieren
Mit freundlichen Grüßen
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#6

Beitrag 24. Okt 2020 11:14

Jobsti hat geschrieben:
23. Okt 2020 17:25
Delay sind 5ms, beim DXO-88E sind es 7ms.
Mit alter Firmware und Software konnte ich leider nicht testen, wer flashed schon back? ;)
Weniger EQ-Bänder kenne ich persönlich gar nicht, ich vermute, da hast du eins der aller aller ersten Geräte erwischt damals.
Sicher, dass du einen 24E hast und nich den non-E?
Ich habe definitiv einen 24E, aber es handelt sich um eine andere Version, als man heute kaufen kann. Das sieht man unter anderem daran, dass meiner hinten noch einen "Klemmanschluss zum Anschluss einer externen Steuereinheit" hat. Dieser war aber nie funktional, war wohl mal vorgesehen, wurde aber FW-seitig nie aktiviert.
Hier sind noch die Bilder "meiner" Version drin:
https://www.conrad.de/de/p/omnitronic-d ... tDownloads
Lustig, dass mich Google daran erinnern muss, dass ich vor Uhrzeiten selbst mal ein Review (ohne Messungen) dazu geschrieben habe:
https://www.musiker-board.de/threads/om ... 4e.595153/

Ich hatte mir nicht gewünscht, dass du mit alter SW/FW testest, sondern dass du erwähnst, welchen Stand du testest. Bzw. wäre mein erster Schritt immer, das Gerät auf die Aktualität der FW zu prüfen und diese gegebenenfalls zu aktualisieren. Der FW-Update-Vorgang ist aus meiner Sicht relevant für die Beurteilung des Geräts. Denn der Illusion, dass der Auslieferungszustand eines Geräts zwingend aktuell und final ist, gebe ich mir schon lange nicht mehr hin.
Jobsti hat geschrieben:
23. Okt 2020 17:25
Wie schaut's denn aus wenn du die *23 Software nutzt (is noch online), oder die beiligende auf CD?
Evtl. kannst du damit auf die neuste Version flashen?
Oder mal probiert die 32Bit statt die 64Bit zu nutzen?
Auf meinem alten Laptop (Win7) habe ich die DXO-Control 3.1.3. Damit läuft die Geräte-Steuerung einwandfrei, leider habe die Installations-Datei dazu nicht mehr. Auch sehe ich damit aktuell keine Option zum FW-Update.
Die 3.823 hilft mir nicht. Vermutlich muss ich versuchen, über den Support von Steinigke an eine für mich passende DXO-Control-Version zu kommen.
Auf der mitgelieferten CD ist die DXO-Control 2.0.0. Das ist eine ganz alte Version und nicht mehr kompatibel mit der inzwischen installierten FW.
Jobsti hat geschrieben:
23. Okt 2020 17:25
Der Eingang hat keinen Limiter, sondern nur die reine LED, die angibt, ab wann man 3dB vor dem Clip ist.
Clip stellt das Maximum dar (12-13dBu), eigentlich, denn in der Praxis geht sogar fast 14dB reinschieben bevor es verzerrt ;)

Was hier bei dir helfen könnte, ist zu messen ab wie viel dBu Input dein Gerät verzerrt (Outputs bitte dafür runterstellen).
Es könnte nämlich sein, dass entweder die LED falsch funken (Die Pegel-LED im Input richten sich auch nach dem eingestellten Gain),
oder ob der Inputgain im Gerät selbst angehoben wird.
Zu Hause habe ich dafür kein Messequipment, die Soundkarte liefert maximal 10 dBu. Vielleicht schaffe ich es mal, das Teil an vernünftiges Audio-Messequipment zu hängen.
Die Gain-Struktur und die Referenzen für die Aussteuerung sind bei dem Gerät jedenfalls etwas seltsam gelöst, sowohl bei der neuen, als auch bei der alten Version. Dass sie sich dann noch derart unterscheiden, macht es nicht einfacher.
Jobsti hat geschrieben:
23. Okt 2020 17:25
Tut der auch rein hörtechnisch nix, auch net bei -48dB Treshold? Kann man den auch im Gerät oder nur in der Software auswählen?
Falls nur in der Software, brauchste ein FW Update.
Am Gerät habe ich nur den Limiter, ein weiteres Indiz dafür, dass die 3.835 nicht zu meiner HW/FW passt. Ein FW-Update ist aus den genannten Gründen praktisch nicht möglich.
Jobsti hat geschrieben:
23. Okt 2020 17:25
Ich finde auch, dass Omnitronic die älteren Versionen noch auflisten sollte, jedenfalls die die "Master", samt Hinweis.
Die Verfügbarkeit von älteren Versionen und Release-Notes ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Leider spart man hier bei Steinigke eindeutig daran.
Jobsti hat geschrieben:
23. Okt 2020 17:25
Liegt SN bei -82dB @ 4dBu, haben wir Rauschen mit -78dBu.
Das entspricht 0,000097516V
Amp mit 0,775 (0dBu) Input = Rauschen bei -78dBu.
= 0.00012W@8R
100dB 1W/1m Lautsprecher = 60,7dB Rauschen.
Wie kommst du ohne das Gain der Endstufe auf das Rauschen am Ausgang? Nehmen wir mal einen klassisch niedrigen Wert von 26 dB Gain (Faktor 20):
U_noise_DXO = 97.6 µV
U_noise_Amp = U_noise_DXO*Gain = 1.952 mV
P_noise_LS(8R) = 0.476 µW
SPL = 100 dB - 63.2 dB = 36.8 dB

Edit: Rechnung korrgiert, 26 dB sind Faktor 20, nicht 200

Hierbei gehe ich von einer rauschfreien Endstufe aus, die es so natürlich auch nicht gibt. Als Einordnung, eine mittelmäßige Endstufe produziert Rauschen in der Größenordnung von 500 µV, gute liegen zwischen 200 und 300 µV, die besten auch unter 200 µV. Je nach Situation kann ein Wert von 500 µV schon störend sein. Die knapp 100 µV des DXO werden je nach Verstärkungsfaktor der Endstufe auf deutlich mehr verstärkt. Dewegen kann man in der Rechnung auch das Rauschen der Endstufe vernachlässigen.
Den Rauschwert muss ich bei Gelegenheit auch mal nachmessen. Das ist kein ganz einfaches Unterfangen, da hier die Messbandbreite eine entscheidende Rolle spielen kann. Aus der Anwendung her kann ich jedoch bestätigen, dass der DXO hier keine Bestwerte erzielt. Bei mir zu Hause funktioniert das trotzdem gut, da meine Endstufen wenig aufgedreht sind, also einen recht kleinen Verstärkungsfaktor aufweisen.
Zuletzt geändert von the flix am 8. Nov 2020 09:31, insgesamt 1-mal geändert.


Fio
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#7

Beitrag 24. Okt 2020 11:37

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Beitrag 26. Okt 2020 15:04

Das sieht man unter anderem daran, dass meiner hinten noch einen "Klemmanschluss zum Anschluss einer externen Steuereinheit" hat. Dieser war aber nie funktional, war wohl mal vorgesehen, wurde aber FW-seitig nie aktiviert.
Coole Sache. Vielleicht ein Vorserienmodell? Auf jeden Fall recht alt. Das dürfte sogar noch mit alter Software sein, die damals weiß/silber war und im Design anders aussah.

Achso ja, Software und FW war der aktuelle Stand, also alles diesen Monat. Klopp ich mit in die Beschreibung rein.
Wobei ich da die 23er Software genutzt habe, kein Unterscheid zur 24er.
Beim DXO-88E hab ich dann die 24er genutzt, da diese dich dort krass unterscheidet.

Auf meinem alten Laptop (Win7) habe ich die DXO-Control 3.1.3. Damit läuft die Geräte-Steuerung einwandfrei, leider habe die Installations-Datei dazu nicht mehr. Auch sehe ich damit aktuell keine Option zum FW-Update.
Die 3.823 hilft mir nicht. Vermutlich muss ich versuchen, über den Support von Steinigke an eine für mich passende DXO-Control-Version zu kommen.
Auf der mitgelieferten CD ist die DXO-Control 2.0.0. Das ist eine ganz alte Version und nicht mehr kompatibel mit der inzwischen installierten FW.
Steinigke ist da eigentlich recht supportfreundlich, einfach mal anrufen und nachfragen.
Die haben sicher ne Lösung für dich.
Am Gerät habe ich nur den Limiter, ein weiteres Indiz dafür, dass die 3.835 nicht zu meiner HW/FW passt. Ein FW-Update ist aus den genannten Gründen praktisch nicht möglich.
Jup, dann kam der Compressor erst mit ner neuen FW.
Wie gesagt, ruf da mal an.
Wie kommst du ohne das Gain der Endstufe auf das Rauschen am Ausgang?
Ich habe als Eingangsempfindlichkeit 0dBu angenommen. Hast Recht, kleiner Fehler meinerseits,
ich hätte dazu noch eine Leistung mit einberechnen müssen.

Mit den -78dBu das kommt hin bei Vollaussteuerung, rechnen wir nun mal, dass der Amp 300W bei 0dBu ausgibt,
Voltagegain also 36,02dB.
Kommen wir auf -42dBu Rauschen.
100dB 1W/1m * 300W = 124,7dB
Das Rauschen liegt somit also bei 82,7dB auf 1m mit diesen Boxen, was schon ziemlich laut ist.

Ist unser Amp potenter, wird das natürlich ne Ecke mehr.

Oder habe ich mich in der Eile schon wieder verrechnet? :D
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#9

Beitrag 2. Nov 2020 12:24

Ich hatte die Gelegenheit, "meinen" DXO24E an ein halbwegs ordentliches Audio-Mess-System (PrismSound dScope III) zu stöpseln und ein paar Messungen zu machen.

Gain
  • Input A auf Output 1, Input B auf Output 2, alles flat
  • Input Level 0 dBu
  • Input Gain 0 dB
  • Output Gain 0 dB
DXO24E_Gain_In0dBu_In0dB_Out12_Out_0dB_flat.PNG
Dargestellt ist der am Output gemessene Pegel. Wir sehen ein leichtes Gain von um die 0.7 dB mit einem Unterschied zwischen den Kanälen von ca. 0.07 dB. Das ist nicht besonders gut, aber kein Weltuntergang. Die 6.5 dB Gain aus der Messung des aktuellen Geräts sehe ich definitiv nicht.
Den leichten Abfall zu tiefen Frequenzen sowie den Buckel oben rum kann ich bestätigen. Absolut gesehen bewegen uns aber wieder in Dimensionen, die eher kosmetische, als klangliche Auswirkungen haben.

THDN vs. Frequenz
  • Input A auf Output 1, Input B auf Output 2, alles flat
  • Input Level 0 dBu
  • Input Gain -12 dB
  • Output Gain 0 dB
  • THDN über FFT Analyzer (32k), AES17 20 kHz Filter
DXO24E_THDN_vs_F_In0dBu_In-12dB_Out12_Out_0dB_AES17_20kHz.PNG
Der THDN ist über der Frequenz absolut unauffällig und liegt mit diesen Einstellungen bei wenig rekordverdächtigen 0.01 % oder -80 dB.

Gain vs. Amplitude
  • Input A auf Output 1, Input B auf Output 2, alles flat
  • Input level -20 dBu bis +25 dBu in 1 dB Schritten
  • Signal 1 kHz
  • THDN über FFT Analyzer (32k), AES17 20 kHz Filter
Zunächst wollte ich herausfinden, ab wann der Eingang zerrt. Dazu habe ich das Input Gain auf -25 dB gesetzt und das Output Gain auf 0 dB belassen (-25 dB System Gain).
DXO24E_THDN_vs_A_In1kHz_In-25dB_Out12_Out_0dB_AES17_20kHz.PNG
Die THDN-Kurve zeigt bei niedrigen Eingangspegeln den üblichen, vom Rauschen dominierten Verlauf. Die Stufe bei 4-6 dBu könnte eine interne Umschaltung eines 2-stufigen ADCs sein.
Einen wirklichen THDN-Anstieg sehen wir erst ab 22 dBu Eingangspegel. Damit entspricht das Messergebnis exakt dem Datenblatt. Der ADC am Eingang verträgt also tatsächlich einiges an Pegel.

Im nächsten Schritt habe ich das Input Gain auf -12 dB und das Output Gain auf +12 dB gesetzt. Damit habe ich ein System Gain von 0 dB und erwarte, dass ich den Ausgang vor dem Eingang an seine Grenzen bringen kann. Der Output Limiter steht auf dem Maximum von 9 dBu.
DXO24E_THDN_vs_A_In1kHz_In-12dB_Out12_Out+12dB_AES17_20kHz.PNG
Wir sehen die vorher schon angedeutete Stufe, diesmal bei 3 dBu. Bei 9 dBu steigt der THDN sprunghaft auf knapp über 0.1 % / -60 dB. Er bleibt danach bis 22 dBu auf diesem Plateau. Das ist das typische und eindeutige Verhalten eines Limiters. Er greift dort, wo er laut Einstellung greifen soll und hält den THD dabei im Rahmen. Ab 22 dBu sehen wir wieder das Überfahren des Eingangs. Soweit kann ich also auch den Datenblattwert für den maximalen Ausgangspegel bestätigen (feiner als 1 dB habe ich nicht gemessen).

Spannend ist hierbei das Verhalten der Eingangs-LEDs. Diese referenzieren sich auf den Pegel, der auch in DXO-Control angezeigt wird. Die Limit-LED geht an, wenn der Pegel nach dem Input Gain 0 dBu entspricht. Wir befinden uns hier ja in der digitalen Domäne, daher kann man strenggenommen nicht mehr von dBu sprechen, sondern müsste sich eigentlich auf dBFS beziehen. Allerdings ist der Bezugspunkt des DXO dafür unbekannt.
Die Clip-LED geht an, wenn der Pegel nach dem Input Gain 12 dBu entspricht. Diese Werte haben leider nichts mit dem THD-Verhalten des Geräts zu tun uns sind damit ohne große Aussagekraft. Mit dem Input Gain kann man auf den tatsächlich anliegenden Pegel zurückrechnen. Aber die eigentliche Funktion, dem Nutzer schnell anzuzeigen, ob er sich an oder über der Grenze des Eingangs bewegt, ist nicht gegeben.

Schauen wir uns noch ein paar dazugehörige Spektren an: ohne Signal, 0 dBu, 8 dBu, 9 dBu.
DXO24E_FFT32k_InOff_In-12dB_Out12_Out+12dB_av10.PNG
DXO24E_FFT32k_In0dBu_In-12dB_Out12_Out+12dB_av10.PNG
DXO24E_FFT32k_In8dBu_In-12dB_Out12_Out+12dB_av10.PNG
DXO24E_FFT32k_In9dBu_In-12dB_Out12_Out+12dB_av10.PNG
In der Leermessung ist nichts auffälliges zu sehen, wobei ich längere FFTs nicht getestet habe.
Das Klirrspektrum sieht bis 8 dBu für mich noch brauchbar aus. Bei 9 dBu (Limiter aktiv) ist deutlich mehr los und es erscheinen auch diskrete Anteile unterhalb der Testfrequenz von 1 kHz (100 Hz, 350 Hz, 700 Hz). Allerdings liegen diese immer noch mindestens 80 dB unter dem Nutzsignal. Das sieht wohl wilder aus, als es sich in der Realität anhören wird.

IMD
  • Input A auf Output 1, Input B auf Output 2, alles flat
  • Input level 0 dBu
  • Signal 18 + 19 kHz
  • Input Gain -12 dB
  • Output Gain +12 dB
  • Spektrum über FFT Analyzer (32k), AES17 20 kHz Filter
Wenn wir schon bei Spektren sind, schauen wir uns doch kurz mal die Intermodulationsverzerrungen mit einem Dual-Sinus an.
DXO24E_IMD_FFT32k_In0dBu_In-12dB_Out12_Out+12dB_av10.PNG
Wir sehen die erwarteten spektralen Anteile bei von 1 kHz bis 17 kHz mit 1 kHz Abstand. Alle liegen unter -80 dB, damit sind sie aus meiner Sicht unauffällig.

Rauschen
  • Input A auf Output 1, Input B auf Output 2, alles flat
  • Input Gain 0 und -12 dB
  • Inputs an dScope angeschlossen, Abschluss 50 Ohm
  • Output Gain 0 dB
  • Rauschen über FFT Analyzer (32k), AES17 20 kHz Filter
Wie schon angesprochen, ist das wohl die Messung, bei der man am meisten "falsch" machen kann. Vom Abschluss der Eingänge über die Messbandbreite bis zu den Einstellungen des Analyzers hat vieles einen Einfluss und man muss sehr aufpassen, dass man tatsächlich das DUT und nicht irgendwelche anderen Einflüsse misst. Ich habe mit 2 DUT-Einstellungen gemessen, einmal mit 0 dB und einmal mit -12 dB System Gain. Im Nachhinein wäre es wohl sinnvoll gewesen, die 0 dB - Messung auch mit den vorher verwendeten Einstellungen von -12 dB Input Gain und +12 dB Output Gain zu machen.
DXO24E_Noise_In0dBu_In-12dB_Out12_Out0dB_AES17_20kHz.PNG
DXO24E_Noise_In0dBu_In0dB_Out12_Out0dB_AES17_20kHz.PNG
Mit diesem Setup messe ich bei 0 dB System Gain ein Rauschen von rund 38 µV RMS (= -86 dBu), bei -12 dB Gain ein Rauschen von rund 19 µV RMS (= -92 dBu). Das ist also ein Unterschied von 6 dB, statt der erwartbaren 12 dB. Meine Erklärung ist, dass bei der -12 dB Messung das Rauschen der Ausgangssektion dominiert, bei der 0 dB Messung das der Eingangssektion. Weitere Messungen mit anderen Einstellungen wäre hier in der Tat sinnvoll gewesen.

Fazit
Das Gerät erfüllt die Datenblattangaben recht ordentlich. Die absoluten Werte stellen keine Rekorde auf, was in dem Preissegment auch nicht zu erwarten ist. Die Eingangs-LEDs sind so recht sinnlos, kann man im Prinzip ignorieren. Solange das System Gain nicht so niedrig ist, dass der Ausgang nach dem Eingang am Limit ist, reicht es den Ausgang zu betrachten.
Jobsti hat geschrieben:
26. Okt 2020 15:04
Mit den -78dBu das kommt hin bei Vollaussteuerung, rechnen wir nun mal, dass der Amp 300W bei 0dBu ausgibt,
Voltagegain also 36,02dB.
Kommen wir auf -42dBu Rauschen.
100dB 1W/1m * 300W = 124,7dB
Das Rauschen liegt somit also bei 82,7dB auf 1m mit diesen Boxen, was schon ziemlich laut ist.

Ist unser Amp potenter, wird das natürlich ne Ecke mehr.

Oder habe ich mich in der Eile schon wieder verrechnet?
Deine Rechnung ist aus meiner Sicht nicht korrekt. Die Ausgangsleistung der Endstufe ist vollkommen irrelevant, einzig ihr Verstärkungsfaktor zählt. Wir wollen ja wissen, wie laut das Rauschen ist, wenn das Nutzsignal aus ist. Ein SNR interessiert hier wenig.
Das Rauschen am Eingang der Endstufe wird auf eine größere Rauschspannung am Ausgang verstärkt. Der Lautsprecher setzt diese Spannung in einen Schalldruck um.

Rechenweg:
U_noise_Amp_V = U_noise_In_V * gain_lin
SPL_noise_dB = SPL(2.83 V)_dB - 20*log10(2.83 V / U_noise_Amp)

Mit deinen Zahlwerten:
U_noise_Amp = -42 dBu = 6.156 mV
SPL_noise_dB = 100 dB SPL - 53.25 dB = 46.75 dB SPL

Mit meinen Messwerten (und gleichem Gain):
U_noise_Amp_V = 38 µV * 63.1 = 2.398 mV
SPL_noise_dB = 100 dB SPL - 61.44 dB = 38.56 dB SPL

In kritischen Umgebungen kann bereits ein Rauschpegel über 20 dB SPL aus meiner Sicht störend sein. Das entspricht bei einem Lautsprecher mit 100 dB / 2.83 V einer Rauschspannung von 300 µV RMS am Eingang des Lautsprechers. Bei hocheffizienten Horntreibern jenseits der 110 dB wird das nochmal problematischer. Nur hört man diese zum Glück selten in 1 m Entfernung ab.

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#10

Beitrag 3. Nov 2020 13:05

Coole Sache, dann ist dein altes Gerät definitiv anders.
22dBu konnte ich nicht reinschieben, um die 14dBu stieg THD massiv an, wären 22dBu drinnen gewesen, würde das Gerät ja auch keiner so betreiben,
da schon +8dBu oberhalb der Clip-LED ;)
Es kann natürlich sein, dass wenn ich die Inputs reduziere, mehr möglich ist, was dann aber nix am Verhalten der Clip-LED und dem vermutlichen Praxiseinsatz ändert (Nutzung mit Dauer-Clip LED. Die CLip-LED reagiert auf die anliegende Spannung und nicht auf die Gains)

Rauschen, bzw. Dynamikumfang ermittle ich so:
Maximaler Verzerrungsfreier Ausgangspegel vom Gerät als Ausgangsbasis, versus minimal möglicher Pegel, also quasi Output-Mute.
Wie viel das in Spannung ist, kann man sich ja ausrechnen, aber ich werde das künftig wohl einfach direkt in Spannung messen, dann fällt die Rechnung weg.

THD+N liegt bei dir aber ebenfalls bei circa 0,01%, da ist der Alte also kaum besser (ich habe 0,017% gemessen),
wobei sich die größten Differenzen der DSP beim reinen THD auftun (Wobei ich da eh lieber Einzelmessungen über's gesamte Band betrachte)

Info:
Nachteil THD und THD+N ist meines Erachtens, dass wir alles zusammengerechnet betrachten, bei einer Frequenz (Alle Harmonischen inkl. Rauschen und das bei 1kHz).
Klar, das ist ein schneller Blick und Vergleichsindikator, aber Einzelmessungen (Rauschabstand + Klirrfaktoren) geben da mehr Aufschluss,
gerade wenn Gerätschaften obenrum stark abweichen.

Beispiel THD+N, hier messe ich 0,017%, was dann -75.391dB entsprechen würde, bei 1kHz.
Schauen wir uns aber nun die Einzelmessungen an, können wir selbst Mitteln und landen dann entsprechend bei -87dB Rauschabstand im Mittel,
als auch "nur" 0,00872% K3.



Da nicht bei allen Amps das Voltagegain mit dabei steht, habe ich einfach die Leistung und Eingangsempfindlichkeit geschnappt, daraus ergibt sich ja das Voltagegain.
Ich versuch's noch mal, evtl. entdecke ich ja einen Fehler ;)

----------------------------------------------------

Amp1:
Eingangsempfindlichkeit: 0dBu / 0,775V
Leistung an 8 Ohm: 300W / 48,99V
Daraus ergibt sich ein Voltagegain von 36,02dB


Lautsprecher:
Kennschalldruckpegel: 100dB 1W/1m/8R


DSP:
Max Out: 8,82 dBu
Rauschabstand: -86dB
Rauschteppich: 8,82 dBu -86dB = -77,18dBu = 0.000107171V


Nun rechnen wir das per Voltagegain hoch:
-77,18dBu + 36,02dB = -40,98dBu

Dies entspricht 0,006919515V, diese Spannung liegt nun bei voll aufgedrehter Endstufe an.
Umgerechnet auf unseren 8 Ohm Lautsprecher, ergibt dies eine Leistung von 0,000005984960979403125W.
Bei 100dB 1W/1m kommen wir auf ein Rauschen von 47,79dB mit diesem Lautsprecher.

Mein anderer Rechenweg war also falsch: einfach die 40,98dB vom MaxSPL abzuziehen.
Ziemlich gut hingekommen wäre, direkt den Rauschteppich vom MaxSPL abzuziehen, da habe ich mich also vertan ;)

Edit: -87dB statt -86dB, nu bleibt's stehen

----------------------------------------------------
Mit freundlichen Grüßen
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