Günstige Funkstrecken - Erfahrungen und Empfehlungen

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Andy78
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#1

Beitrag 8. Aug 2019 23:55

Servus, in Ermangelung brauchbarerer Ergebnisse mag ich hier mal eine Diskussion starten, wo es um brauchbare Billo-Funken gehen soll.
Hin und wieder las ich von den AKG und LD, sollen fürs Geld gut tun. Line 6 ist im einem anderen Thread explizit diskutiert, ich will hier mal in Budget weiter runter ;)

Ich habe die Tage mal bissl geguckt und verglichen und war zwischen dem AKG Dual Set und den kleinen Thomann- Strecken angetan. Letztere bekommt man auch mit Headset - manchmal wird das für Moderation gewünscht.

Auf anderen Baustellen habe ich öfters sennheiser oder v.a. QLX-D, sowas ist aber hier ausdrücklich nicht Gegenstand - ich würde gern mal zusammen tragen, was für kleines Geld machbar ist.
Zu einem Ansatz vor Jahren, auf einem Treffen günstige Strecken zu testen, finde ich keine Ergebnisse.

So, ich fang mal los.
Die og Auswahl hatte ich im Blick, habe dann spontan über Google noch mal Ausschau gehalten.
Viel e-Schrott ist wohl dort gar nicht erst zu ordern, ein Produkt von Kirstein/McGrey machte mich neugierig.
Da ich immer mal wieder auch Headset in der Nachfrage habe, entschied ich mich für die 4-Kanal Strecke UHF 2v2l mit zwei Handsendern und zwei Taschensendern mit Lavallier und orderte zusätzlich zwei Headsets, da das sicher besser geht als die Lavallierdinger.
Ok, Ausstattung ist sehr nüchtern, Optik und Haptik eben auch. Erst mal gibts nur einen schnellen ersten Eindruck aus dem Lager, am WE wird mehr getestet.
Achtung: ab Werk sind alle Gains am Empfänger voll auf! Damit rechnete ich natürlich nicht und habe mir trotz vorsichtiger Pulteinstellung erst mal ein derbstes Feedback beim entmuten gefangen.
(EDIT: die folgende Beschreibung von Handling und Klang wird mit Beitrag #2 upgedated!)
Die Handkeulen sind in den Höhen extremst empfindlich und müssen unbedingt stark beschnitten werden, ansonsten unkontrollierbar.
Naja- Signal geht durch, Klang ist so lala. Hatte ich eben aber weder Zeit noch Lust zum dran spielen, v.a. nicht mit dem Mikropult und dem Aktivmodul, deren Möglichkeiten freilich nahe Null liegen.
Taschensender mit Lavallier: nah am Mund krasser Pegel und relativ guter Klang.
Da gehörts klar net hin, sondern an den Kragen. Schade, da war's das auch schon wieder, es ist ad hoc recht dünn und ist bei highmids und in den unteren mitten sehr koppelfreudig. Das braucht definitiv einige EQ-Kerben.
Wie gesagt, im Schnell-mal-begrabbeln-Modus nicht lösbar, da muss die Tage nochmal draufgeguckt werden.

So, ich würd mich freuen, wenn hier einige Tipps und Berichte zusammenkommen, dass ein kleiner Überblick über den günstigen Markt möglich wird.

Grüße Andy
Zuletzt geändert von Andy78 am 12. Aug 2019 15:25, insgesamt 1-mal geändert.

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Andy78
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#2

Beitrag 12. Aug 2019 15:23

Sooo.
Zuerst mal nach dem WE eine Entwarnung hinsichtlich meiner ersten Eindrücke :!:

Also, HighEnd ist die Strecke (natürlich) nicht, das will auch niemand erwarten zu dem günstigen Preis für insgesamt vier Funken in einem Set.
Aber es ist tatsächlich brauchbar, sogar recht erstaunlich brauchbar für den schmalen Taler (Bericht wird sukzessive erweitert, mehr dazu unten).

Der Fehler im ersten Schnelltest lag bei mir in mehreren Dingen:
- akustisch Bescheidener Raum
- keine Geduld
- keine Zeit
- völlig falsche Gaineinstellung am Empfänger
- keine wirklich gute Kette, Arbeitspegel dort nicht sichtbar und dadurch viel zu hoch

Auf einer Geburtstags-VA am Wochenende habe ich das Set einfach mal mit hingestellt, allerdings auch unter vorsichtigem Hinweis auf die Teststellung (…hab ne Funke zum Test da; probier mal aus; kann Dir aber nicht versprechen, dass es gut taugt; im Zweifel nehm das SM58…)
Hauptaugenmerk galt hier ohnehin nicht der „Party“, sondern mehr der gemütlichen Hintergrundbeschallung einer gesetzteren Garten-und Hallenfete mit der Möglichkeit, mal was anzusagen, einen Sketch zu moderieren o.ä.

Kurz und gut: gegenüber der massiven Gainreduktion im Schnelltest auf ungefähr Halbgas habe ich vor Ort nochmal reduziert und lag dann etwa bei 1/3 offenem Gain am Empfänger.
Damit ließ sich am Pult eine recht saubere Signalstruktur bei einem recht üblichen Mikrofon-Level herrichten. Der Sound ist nun recht sauber und rund, nicht allzu mumpfig und auch nicht spitz und schrill.

Die furchtbare Feedbackneigung ist erledigt. Mit flat EQ und bereits gehobenem Pegel (jedoch nicht sacklaut) war eine Moderation auch rund um und gar vor der PA durchaus möglich – gar etwa 2 m vor der Box mit provozierten Pfeif-, Zisch-und Klicklauten tatsächlich feedbackfrei.

Beim Test der zweiten Strecke vergaß ich zunächst, am Empfänger den Pegel zu reduzieren. Ergebnis: der unschöne Sound aus dem Schnelltest war wieder da, zwar ohne Feedback, aber einfach schon klanglich unangenehm, Tendenz zur Säge.
Pegelanpassung half auch hier, Klang wurde sauber.

Der Betrieb beider Handsender zugleich ist problemlos. Der Nutzer, ein befreundeter Musiker, war durchaus angetan und fand meine vorsichtigen Worte aus der Einleitung übervorsichtig. Er meinte, für so Kram passt‘s doch einwandfrei.

Zu den Lavalliers und den Headsets kann ich noch nichts belastbares sagen – die werden wohl am kommenden WE zur Moderation auf einer Nebenfläche des Stadtfestes ausprobiert (wobei ich da noch zwei gute Strecken zur Sicherheit mitnehme; die will bloß mal wieder keiner bezahlen...)
Sodele,
Gruß Andy


jonhue
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#3

Beitrag 13. Aug 2019 17:10

Hi,

erstmal kurz ne Frage... um Welche Strecke geht es ganz genau?

Ich kann von den FreeSolo im Doppelpack berichten. Also dem t.bone Free Solo Twin-Set.
Habe davon zwei Stück in einer Festinstallation im Einsatz.
Kurz und knapp: Größter Fehlkauf überhaupt !!!

Handling, Haptik usw. finde ich absolut in Ordnung.
Klang ist ok, Griffgeräusche usw. alles im Rahmen.
Leider übersteuern sie jedoch recht leicht (hörbar).

An sich für mich alles noch im Rahmen und wäre für den Preis alles vollkommen okay, wenn nicht sogar gut!

Nun zum Negativen:
- 2 von 4 Mikros innerhalb des ersten halben Jahres defekt. (waren eigentlich kaum im Einsatz.)
Aber gut vielleicht hatten wir da auch einfach nur Pech.

- Batterielaufzeit
Und das ist mein absolutes Nogo mit Schulnote 6.
Die Mikros fressen bei uns Batterien ohne Ende.
Ein Manko ist schonmal, dass sie die Batterien auch im ausgeschalteten Zustand leersaugen.
Das viel größere Problem ist aber im Betrieb.
Die Mikros fallen uns regelmäßig während des Betriebs batteriebedingt aus.
Das Ganze ist verbaut als Festinstallation in einem Gemeindehaus. Verwendung also eigentlich ausschließlich für Reden, irgendwelche Vorstellungen o.ä.
Mittlerweile werden immer Ersatzmikros und Ersatzbatterien mit raus gegeben. Das Ganze ist aber natürlich super peinlich...
Außerdem kommen die Batterien vor jeder VA neu. Akkus halten leider nochmal deutlich kürzer.
Batterien haben wir alle Namhaften durchprobiert, ohne Erfolg.

Ich hatte dann auch mal einen langen Brief zu dem Thema an Thomann geschrieben, Antwort gabs nie...

Ich kann dementsprechend nur davon abraten. Leider.

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#4

Beitrag 14. Aug 2019 16:39

Hey,

Danke für Deinen Bericht. Schade im Ergebnis, überaus schade.

Ich habe das Ding hier bestellt:
https://www.kirstein.de/Live-Studio/Dra ... n-50m.html
Dazu kamen zwei Headsets, die Samstag ihren Auftritt bekommen: https://www.kirstein.de/Live-Studio/Mik ... rofon.html
(Derzeit einzeln günstiger als das Sparpaket...)
Batterie kann ich noch net viel zu sagen, sind ja noch net lang gelaufen.
Habe auf jeden Fall schon mal für den GAU vorgesorgt und nen Stapel Mignon ins Toolcase geworfen uglygaga:
Ich bin seeeeehr gespannt wie sich das Zeug am WE macht.
► Offtopic

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#5

Beitrag 27. Aug 2019 11:44

Servus allerseits,
ich berichte mal noch schnell ein bissl von der Geschichte am Wochenende und hoffe, dass das hier net zu monologisch wird.
Situation: Innenstadt/Altstadt, Aufbau vom Geraffel in Schnellbauweise am Rand einer Straße.
Anforderung: Beschallung mit Einspielern und Moderation im Rahmen eines Festumzuges.
Zu der VA als solches, zumal recht ungewöhnlich, schreib ich an anderer Stelle ein paar Worte.

Vorab: Die Empfindlichkeiten der vier Strecken habe ich neu eingestellt. Sie liegt nunmehr im eher unteren Bereich des machbaren und wird in der inzwischen gesichteten BDA mit „Volume“ bezeichnet. Naja. Zumindest funktioniert das soweit; ein Probeaufbau am Freitag bot Gelegenheit, die Dinger schon mal ohne Publikumsgefährdung grob einzustellen. Das aus dem ersten unklugen Versuch bekannte böse „Fiep“ kann also eliminiert werden. :top:

Ich hatte Samstag 3-4 Moderatoren auf der Straße. Zwei mit Headset, zwei mit Handkeule.
Ein Beta57 lag als Reserve am Pult (sowie im Kofferraum noch zwei Sennheiser Sets für den Notfall – aber wie gesagt „kontrabudget“..)

Mit sogar relativ wenig EQ-Eingriff war den MC-Grey Strecken ein für Sprache halbwegs brauchbarer und verständlicher Klang zu entlocken.
Minuspunkt: Griffgeräusche an den Handgeräten und Atem-und Plopp-Geräusche an den Headsets sind schon recht heftig. Ist eben alles Plastik und leicht. Da helfen auch Low-Cut und satter Minus-EQ untenrum leider keine Wunder. Reißt man sich etwas zusammen mit rumfuchteln oder schnaufen, dann gehts.
Positiv: Trotz zum Teil derber Pegel und Aufenthalt der ungeübten Moderatoren teils unmittelbar vor der PA war eine vollständig feedbackfreie Veranstaltung möglich (Lediglich beim Check habe ich es einmal mit extremer Provokation zu einem leichten Singen gebracht, erstaunlich eigentlich).
Die Sprachverständlichkeit für etliche hundert Leute war super ausreichend, zuverlässige Reichweite im Freifeld lag bei etwa 40 Meter. Bei über 45/50 gab es Aussetzer, aber das ist auch net die Entfernung, die man normal haben muss, erst Recht net bei solch Budgetkram…

Schade war es, dass einer der Moderatoren sich dermaßen hat mitreißen lassen, dass sein ohnehin lautes Organ in der Phase der Moderier-Extase letztlich einfach nur noch zu verzerrter Anlieferung seiner Äußerungen führte. Da war leider eben garnix mehr dran zu machen – mit dem Marktschreier-Sound leben oder ausmachen; mehr Auswahl gab es an der Stelle leider nicht. Ob das (nur) dem Material, einer evtl. von mir noch zu verbessernden Einstellung oder eben dem boshaften Inputpegel anzulasten ist, muss ich hier offen lassen.

Angenehm: Ein-und Ausschalten der Bodypacks knackt nicht. Ebenso ist das (Ent-)Muten der Handkeulen knackfrei, wenn der dreistufige Schalter (aus-mute-an) zwischen mute und an bewegt wird. Eine zu weite und schnelle Bewegung zwischen an und aus hingegen knackst leicht (aber bei vernünftiger Gainstruktur eben leicht und net wie n Schuss…).
Batterielaufzeit kann ich nach wie vor wenig zu sagen, hier habe ich natürlich kein Experiment gemacht, sondern frische Batterien genommen. Wären die jetzt schon leer oder erkennbar angeschlagen, wärs freilich peinlich nach der kurzen Zeit.

Fazit: Für den Billigeinsatz bei reiner Sprachanwendung kann man zu dem Set schon greifen. Die Anlage gibt es in verschiedenen Konfigurationen 2- und 4-kanalig. Um ehrlich zu sein, braucht man sich beim Headset keine Illusion machen, dass das sehr viel besser wird als der Blumen-Achim auf dem Wochenmarkt. Die Handsender finde ich gelungener. Singen muss aber auch damit wohl eher nicht sein. Lavallier wurde noch nicht gescheit getestet.
Grüße Andy

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