Schutz vor Regen bei Freiluftveranstaltungen

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Moderatoren: Lars H, mich0701

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#1

Beitrag 13. Jul 2018 15:20

Wie schützt ihr eigentlich euer Equipment bei Veranstaltungen die unter Freiluft stattfinden und keine Bühne mit Überdachung vorhanden ist?

Gibt da ja grundsätzlich zwei logische Optionen…

Option 1: Pavillon oder kleines Zelt nehmen

Das hat aber natürlich den Nachteil, dass man die Tops oder das Licht nicht immer gescheit auf Höhe bringen kann. Oftmals lässt sich ohne den „Unterstellzwang“ und die beengten Platzverhältnisse im Pavillon/Zelt auch eine wesentlich ansprechendere/passendere Aufstellung realisieren…

Option 2: Wasserdichte Lampen/Effekte kaufen ;)

Die sind aber eher rar gesät oder verhältnismäßig teuer, was sich bei mir für den gelegentlichen Einsatz draußen nicht lohnt…


Ich hatte jetzt schon ein paar kleinere Veranstaltungen, bei denen ich auf einen Unterstand für Lautsprecher und Lampen verzichtet habe. Da war das Wetter aber wirklich perfekt und man konnte an der Wettervorhersage und am wolkenlosen, strahlend blauen Himmel die Regenwahrscheinlichkeit für den Tag gut ablesen^^ Aber was dann bei Tagen, die nicht so eindeutig sind? Gibt’s da vielleicht ne Option 3? :lol2:

Was ich schon auf nem Stadtfest gesehen habe, waren kleinere Platikkisten aus dem Baumarkt, die ohne Deckel verkehrt herum direkt über der Lampe an der Traverse befestigt waren, quasi wie ein kleiner Regenschirm. Ich musste zwar erst schmunzeln, fand die Idee dann aber gar nicht mal so dumm. :D

Befestigt man jetzt aber nur ein zwei LED Pars oder (leichte) LED-Effekte an den Boxenstativen, weil sich eine Traverse oder eine T-Bar auf einem Extrastativ bei der Veranstaltungsgröße nicht lohnt oder es die Gegebenheiten nicht hergeben, würde das mit den Plastikkisten aber schon nicht mehr funktionieren... vielleicht gibt es da ja eine spezielle Lösung dafür oder es hat hier jemand eine Idee wie man das machen könnte ohne das es allzu unprofessionell wirkt^^ ansonsten bleiben dann halt nur Option 1 oder 2 :cry:

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hitower78
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#2

Beitrag 13. Jul 2018 16:14

Hi
Wenn dann bitte gescheites Zelt und keinen Pavillion.... Zumindest diese mit dem lulligestänge halten nix!
Seitenplanen ist dann ein muss und auch eine Balastierung sollte gescheit halten.
Ach ja: Auch wenn kein Regen kommt mag auch technik nicht gerade in der prallen Sonne stehen. Direkte Sonneneinstrahlung ist manchmal auch für Techniker in Schwarz nicht gut :-P
Das Zelt sollte also auch UV beschichtet sein! Ich hatte schonmal ein Sonnensegel unter dem man schön einen Sonnenbrand bekommen hat...

Kollege hat für seine MH und auch Paarlampen Raincover gebaut aus Klarsichtplanen. Da kann man ggf. mal beim Zeltbauer vorbeischauen.
Das LED Zeugs wird doch eh kaum noch warum und wenn man über die ganze Truss nen Verhüterli zieht gehts doch auch.
Für einige Effekte (MHs) gibt es ja kleine Hütchen oder auch Raincover... Diese Domes die sich aufpusten sind arg teuer, aber sieht man ja auch

Dekorativ sind auch Bunte schirme ;-)

Für Lautsprecher gilt ähnliches. Eine Tüte ist keine Option! Dann lieber noch ne Lage Frontschaum und hinten die Anschlüsse abdecken. So zumindest haben wir das immer gemacht damals (Jahrelange Kirmeserfahrung...)

Grüße
Daniel
Fachkraft für Veranstaltungstechnik in Hamburg...
im Bau: 15" "China-Sub, Delta-10 Top"
Planung: 18" Sub (18PS76), Amps auf L25D Basis, und und und...
Beruflich: ...nun auch noch mit 30000Ansilumen in 4K


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#3

Beitrag 13. Jul 2018 23:15

Gibt ja auch gescheite Pavillons ;) wenn dann aber ohnehin nur als Unterstand und nicht zum Lampen befestigen. Ein gescheites Zelt ist natürlich immer besser, aber wenn der Kunde sowas wegen dem Wetter, den Gegebenheiten oder was auch immer nicht will oder einplant (was ja zum Glück nicht so oft vorkommt) wäre es halt gut ne sinnvolle Alternative parat zu haben anstatt den Job abzusagen. Bin ja selbst auch kein Zeltverleiher :lol:

Aber das mit der Klarsichtplane ist ne gute Idee :toptop:

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Rebecca
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#4

Beitrag 14. Dez 2020 11:35

Moin,
Immer aktuell das. Thema.
Optimal als F. O. H. Ist z. B. mein kleiner Anhänger, an dem ich an einer Seite die obere Hälfte hochklappen kann. Rechts is noch eine Tür. Weiterer Vorteil ist das man etwas erhöht sitzen kann.

Für Lautsprecher kann man beim z. B. Segelmacher sich aus Lkw Plane Hauben nähen lassen die an der Vorderseite akustik Schaumstoff haben.. Gibt es mit Reißverschluss oder Gummizug.
Gummizug ist vom handling besser, aber der muss alle paar Jahre dann erneuert werden.


TomTo
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#5

Beitrag 16. Dez 2020 01:18

Hi,

ohne jetzt deinen Beitrag direkt zu beantworten, hier mal kurz und knapp meine Herangehensweise:

1. Aktive Lautsprecher bekommen ein spezielles Raincover von Nanotec!
Mit den Teilen arbeite ich seit etwa 4 Jahren und bin nach wie vor super zufrieden! Hier hast du den Vorteil das der akustische Bereich ähnlich einem Frontschaum arbeitet und den Schall beinahe verlustfrei durch lässt. Der Regen hingegen bleibt auf der Außenhaut und wird kontrolliert abgeleitet. Für sensible passive Topteile funktioniert das natürlich auch!

2. Passive Lautsprecher werden von Anfang an für den Regenbetrieb ausgelegt:
- beim Bau der LS (gerade beim Bass) darauf achten, dass nur da Wasser hinein laufen kann wo es hinein darf!
- alle Tops haben bei mir Frontschaum (10mm) und werden angeschrägt montiert, das Regenwasser kann so über den Schaum kontrolliert abfließen
- die Treiber sind spritzwasserunempfindlich (wie die meisten von B&C, 18s, etc.)
- Paletten unter die Bässe, so das nichts hinein fließen kann

3. Das gesamte Amping befindet sich in einem regengeschützten "Raum". Das kann ein 750er Planenanhänger sein, ein Kofferanhänger, das FOH Zelt oder ein Pavillon mit Seitenteilen (und wieder 2-3 Paletten unter die Amps --> niemals auf die Wiese oder grundsätzlich den Boden stellen!).
Ein Grow-Zelt ist auch eine coole Lösung, da das aktiv ventiliert werden kann. So ist es möglich die Luftzufuhr in einer staubigen Umgebung zu filtern!

4. Die DJ Technik wird entweder vom DJ mitgebracht (=Eigenverantwortung) oder muss mindestens in einem Zelt entsprechend geschützt aufgebaut werden. NOch besser sind dann natürlich wieder Anhänger mit ausklappbaren Seitendach oder eben eine klassische Trailerbühne^^

5. Lichttechnik:
- Beleuchtung (indirekt, Ambient, etc.) generell in IP65 mit entsprechender Verkabelung. Das kostet erstmal natürlich Geld, macht dir das Leben aber deutlich leichter!
- Beleuchtung für den Innenberiech (sprich alles was nicht mindestens Spritzwassergeschützt ist) wird im Idealfall einfach in die Bühne gehangen

- Wenn keine Bühne vorhanden, gibt es natürlich wieder Alternativen:
--> Raincover von Staiville (transparente dicke Folien in einer entsprechenden Form), da kann man mal einen LED Scheinwerfer oder andere Dinge drunter verstecken. Die Lichtdurchlässigkeit ist absolut super! (Klick!)
--> Airdome`s für Movingheads wenn stehend montiert (Klick!)
--> umgebaute Pflanzenkübel mit Coupler wenn MHs hängend montiert oder hängende transparente Cover (professionell=Klick!; günstig=Klick!)

Befestigt man jetzt aber nur ein zwei LED Pars oder (leichte) LED-Effekte an den Boxenstativen, weil sich eine Traverse oder eine T-Bar auf einem Extrastativ bei der Veranstaltungsgröße nicht lohnt oder es die Gegebenheiten nicht hergeben, würde das mit den Plastikkisten aber schon nicht mehr funktionieren... vielleicht gibt es da ja eine spezielle Lösung dafür oder es hat hier jemand eine Idee wie man das machen könnte ohne das es allzu unprofessionell wirkt^^
Beachte bitte auch, dass wenn du Plastekisten, Folien, Tüten, etc. um deine Geräte baust, sich unweigerlich die Windangriffsfläche stark vergrößert und aerodynamische Eigengeschaft hingegen sehr minimiert. Gerade für den Fall das du Stative für die Lichttechnik verwenden solltest, kippen diese dann sehr schnell um. Also auch bei "Wald&Wiesen" Partys bitte etwas an die Statik denken und ggf. ballastieren und/oder verzurren.

Du kannst uns auch gerne mal ein paar Bilder zeigen, wo man sieht oder erahnen kann was du genau vor hast.

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