[Testbericht] the t.racks DSP 204

Teilt eure Erfahrungsberichte mit "PA-Material", wie Boxen, Endstufen, Controller usw.
Ebenso sind hier auch Testberichte & Messungen Willkommen.

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#1

Beitrag 9. Nov 2018 17:49

Hallo zusammen,

lange habe ich auf die neue DSP Serie von Thomann gewartet nun ist er endlich da.
Habe mir zum testen erstmal die kleinste Version den the t.racks DSP 204 gekauft,
der in meinem standard Vermietcase zusammen mit einer FP14000 platz finden wird.

Mein Kaufanreiz war der RMS-Limiter/Kompressor der wohl in der Preisklasse ein Monopol auf dem Markt darstellt.

Da ich für die Lesefaulen unter euch keinen ellenlangen Testbericht schreiben möchte, hier alles zusammengefasst mit einem Pro und Contra Vergleich:

Pro:
- Gute Verarbeitung
- Testgenerator für Sin Wave, Pink und White Noise integriert
- Ethernetanschluss, mit Router auch Wlan
- Schlichte aber unkomplizierte Software
- Einschaltverzögerung daher kein Ein und Ausschaltplopp
- Echtzeitsteuerung via Software
- RMS-Limiter/Kompressor
- kaum Rauschen (im Wohnzimmer an Hifi Anlage getestet)
- Jede DSP Funktion hat am Gerät einen eigenen Taster, daher auch am Gerät leicht zu bedienen ohne durch Menüs zu scrollen
- Man kann bis zu 256 Controller zusammen betreiben, da jeder DSP eine eigene ID zugewiesen werden kann
- Linearer Frequenzgang

Contra:
- Software für PC hat noch kleine Schönheitsfehler, z.b. wird die Signalaussteuerung angezeigt, allerdings nicht die Limit oder Clip LED
- Software nur für Windows nicht für Mac oder Linux
- (Noch) keine Handyapp verfügbar
- Gerät besitzt ein deutlich hörbarer Lüfter, obwohl er bei mir nicht mal Handwarm wurde (somit nichts für staubige oder leise Umgebung)
- Software wird via CD geliefert und nicht als Download, nicht mehr Zeitgemäß
- kein grafisches Display


Frequenzgang:

[Externes Bild laden...]

Rot: Referenz von meinem Audiointerface (Behringer UMC404HD)
Orange: the t.racks DSP 204


Da es mir bei dem Controller hauptsächlich um den RMS-Limiter/Kompressor ging habe ich diesen genauer unter die Lupe genommen:

Oben: Signal mit DSP
Unten: Signal ohne DSP


On-off Sinus 50 Hz:

[Externer Bildlink zu Audiofotos]
Hier sieht man schön wie das Signal (je nach Einstellung) nach 0,5 Sekunden auf den eingestellten Wert gesenkt wird.


Praxistest mit Audiomaterial Turno - Yellow Night (Pleasure Remix):
[Externer Bildlink zu Audiofotos]
Hier sieht man wie die Peaks durchgelassen werden, aber der fette Subbass mit niedrigem Crestanteil stark limitiert wird.


Praxistest mit Audiomaterial Paul Ritch - Run Baby Run (Original Mix)
[Externer Bildlink zu Audiofotos]
Ähnlich wie bei Turno, nur ist hier das Verhältnis zwischen knackigen schnellen Bässen und einem langezogenen Sinussweep während des Tracks noch viel größer.
Hier sieht man dass ein Anteil von den knackigen schnellen Bässen limitiert wird, das ist auch gut so da diese ja auch einen gewissen Crestfaktor haben.

Zur besseren visuellen Darstellung hab ich einen ziemlich hohen Threshold gewählt,
so dass bei einem praxisnahen Threshold an einer PA diese wohl nicht so stark berücksichtigt werden.

Zu meinem Erstaunen konnte ich jedoch den Limiter in den schnellen Bässen trotz des hohen Thresholds nicht wahrnehmen,
bei dem Sinussweep logischerweiße schon.



Natürlich simuliert das Gerät die Schwingspulentemperatur nicht nach, daher nach der Releasezeit beginnt der Limiterprozess von vorne.
Jedoch kann man mit dem RMS-Limiter/Kompressor in Verbinung mit dem Peak-Limiter das Verhältnis zwischen Betriebssicherheit und Performance deutlich erhöhen.
Gerade bei modernen Chassis die mit hohen Leistungen betrieben werden, sind ein paar db doch schon einige 100 Watt die in der Schwingspule ordentlich für Hitze sorgen.

Am Testplatz hat das Gerät bisher einen soliden Eindruck gemacht, daher wandert es auch ins Amprack.

Einen Bericht wie sich das Gerät in der Praxis zeigt möchte ich erst in ca. einem halben Jahr veröffentlichen da es sonst, wie ich finde, nicht aussagekräftig wäre.

Viele Grüße,
Sören (d-c) :toptop:

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BERND_S
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#2

Beitrag 9. Nov 2018 20:37

Danke, für den Bericht.
Sieht wie DER neue Budgetcontroller aus.

Gruß,
Bernd


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#3

Beitrag 12. Nov 2018 13:02

Kleine Nachtrag noch in Richtung Contra (aber nichts Weltbewegendes):

- hat keinen AES/EBU Eingang
- Wenn der Controller Passwortgeschützt ist kann man trotzdem die Presets recallen, in wie weit dies bei anderen Controllern möglich ist weiß ich jetzt nicht. Jedoch können so durch Dritte die Presets verändert werden. Wenn falsche Presets gewählt werden können Lautsprecher zerstört werden


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#4

Beitrag 12. Nov 2018 19:43

Das mit AES/EBU ist imho gar kein Thema.
Aber die Sache mit dem Passwortschutz klingt mehr nach "Bug", als nach einem Feature.

Gruß,
Bernd


Jens Droessler
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#5

Beitrag 13. Nov 2018 04:52

Für mich wäre AES/EBU schon ein Thema. Einen Controller ohne jedwede digitale Audioschnittstelle würde ich heut nicht mehr ins Lager holen.


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#6

Beitrag 13. Nov 2018 08:55

Finde es auch nicht sonderlich wichtig. Wer ein Digitalmischpult hat dass AES/EBU bietet der wird wohl auch kaum einen Budgetcontroller benutzen. Für den DJ bereich ists sowieso kein Thema


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#7

Beitrag 13. Nov 2018 17:59

Da ich jetzt schon öfters angesprochen worden bin. Der Bezugspunkt für das Jobst Limiter Tool dürfte 0dbu sein.
Angaben ohne Gewähr, lieber nochmals selbst prüfen und hier bestätigen

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#8

Beitrag 13. Nov 2018 18:10

Nach einem Anruf bei Thomann wurde mir mitgeteilt das die Threshhold Anzeige des Limiters vom t.racks 20x in dbu ist. Weiß auch nicht wieso das nicht direkt bei geschrieben wurde, denn die Anzeige zeigt lediglich db.

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#9

Beitrag 13. Nov 2018 19:12

Als ich von der neuen Serie gehört habe dachte ich mir gleich, holla, da könnte ein ernsthafter Rivale für den DCX2496 am kommen sein.

Um einen reelen Vergleich heranzuziehen haben ich mir die Biedienungsanleitung in Hinsicht auf den t.racks DSP 306 mal genauer angesehen.
Zu dem habe ich mir die hier im Freed aufgeführten Aspekte etwas unter die Lupe genommen und eine für mich relevante Vergleichsliste zusammengestellt.



Behringer DCX2496:

Eingangskanäle - 3
Ausgangskanäle - 6
AES/EBU - JA
USB - NEIN
RS232/485 - JA
RJ45 Softwaresteuerung - NEIN
RJ45 Cluster - JA
PeakLimiter - JA
RMSLimiter - NEIN
Rauschverhalten - hörbar
Preis - 199€



t.racks DSP 306:

Eingangskanäle - 3
Ausgangskanäle - 6
AES/EBU - NEIN
USB - JA
RS232/485 - JA
RJ45 Softwaresteuerung - JA
RJ45 Cluster - NEIN
PeakLimiter - JA
RMSLimiter - JA
Rauschverhalten - leise
Preis - 349€



die fett makierten Parameter sind die für mich entscheidenden.

6 Ausgangskanäle benötige ich mindestens, haben beide, manchmal wünschte ich mir 8 Ausgänge.
AES/EBU nutze ich, um digital vom FOH zum Amprack zu fahren, hat nur der Behringer.
Den Controller per Netzwerk zu steuern ist eine nützliche und zeitgemäße Sache, hat nur der t.racks.
RMSLimiter erhöhen die Betriebssicherheit wen man nicht selbst die PA bedient, hat nur der t.racks.
Das Rauschverhalten scheint beim t.racks besser zu sein.
Preislich liegt der t.racks 150€ über dem Behringer (das sind 75% mehr).


Wenn der t.racks 306 nun ebenfalls AES/EBU hätte, dann wäre er für mich die Alternative zum Behringer und ich wäre heute umgestiegen.
Doch 150€ Mehrkosten für eine Softwaresteuerung via Netzwerk, was nun wirklich nicht lebensnotwendig ist, für einen RMSLimiter und etwas weniger Rauschen und dafür auf AES/EBU verzichten ?
Zu dem ist der DCX2496 extrem weit verbreitet und wenn man Controllersetups schreibt, dann können diese von einem Großteil der User 1:1 umgesetzt werden.

Daher habe ich vorhin meinen 4. DCX2496 bestellt.

Wäre aber trotzdem schön, wenn Behringer oder Thomann diese Features irgendwann ein einem Gerät vereinen würden.
MfG
Frank




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#10

Beitrag 14. Nov 2018 09:40

Es wäre denkbar AES/EBU nach zu rüsten, auch wenn der ADAU145X offiziell nur SPDIF unterstützt, hatte ich damit bisher keine Probleme.
Kann denn jemand mal ein Bildchen vom inneren machen, vielleicht ist der ja schon vorbereitet, und am ende hat nur das controlling gesagt sie müssen irgend wo einen Rotstift ansetzen (Übertrager sind nicht billig).

Nur wird man leider Probleme haben das ganze softwareseitig zu implementieren. Kann denn jemand sagen ob der ADAU im selfboot (externes EPROM) oder direkt mit der MCU startet? Ich tippe ehr auf selfboot, und dann sind die Speicheradressen der Register die die mcu manipuliert (über einen safe load) hart gecodet, und müssen beim anpassen der FW des DSP immer mit aktualisiert werden. Damit ist man letztendlich gezwungen auch die FW neu zu schreiben, was jetzt nicht unbedingt ein Ding der Unmöglichkeit darstellt, aber eben gemacht werden müsste.


edit:
Das hier ist für mich immer noch in erster Linie ein DIY Forum. Wirtschaftliche Aspekte für kommerziell handelnde sind nicht Bestandteil der Betrachtung. Wenn das jemand in seiner Freizeit macht, weil er spass daran hat, wird er kaum günstiger dran kommen.
Zuletzt geändert von Fio am 14. Nov 2018 14:47, insgesamt 2-mal geändert.


BERND_S
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#11

Beitrag 14. Nov 2018 14:03

Wäre es dann nicht sinniger/günstiger gleich in einen Controller/ Endstufen zu investieren, die dieses Feature nativ unterstützen?

Gruß,
Bernd

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#12

Beitrag 14. Nov 2018 14:12

BERND_S hat geschrieben:Wäre es dann nicht sinniger/günstiger gleich in einen Controller/ Endstufen zu investieren, die dieses Feature nativ unterstützen?

Gruß,
Bernd

Aus meiner Sicht JA
MfG
Frank




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#13

Beitrag 14. Nov 2018 20:15

6 Ausgangskanäle benötige ich mindestens, haben beide, manchmal wünschte ich mir 8 Ausgänge.
Für das gibts ja den 408.
Aber krass dass AES/EBU für euch so wichtig ist, hatte damit noch nie Kontakt und bisher haben alle bei mir die PA immer analog angefahren.

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Fio
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#14

Beitrag 14. Nov 2018 20:24

Hätte auch viel mehr Interesse an AES67 als an AES/EBU.
Aber darauf müssen wir im bezahlbaren Bereich wohl noch etwas warten.


Jens Droessler
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#15

Beitrag 14. Nov 2018 20:56

Die AllDSP-Schachteln gibts ja mit Dante, was wiederum AES67 macht. Allerdings eben in einer lächerlichen Implementierung: Was will ich denn mit maximal zwei Dante-Eingängen an einem 4auf8-Controller? Immerhin zeigt sich, dass Dante auch immer mehr in den günstigen Markt vordringt, was ich als sehr positiv empfinde.

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#16

Beitrag 16. Nov 2018 19:51

Da nun ein Paar angefragt haben wo ich denn AES/EBU einsetze möchte ich das hier kurz erläutern.


Bei kleinen Festen/Partys, wo zu 95% die 1415-FR aufgestellt wird, verwende ich kein AES/EBU. Im DCX wird das Setup geladen, der DJ-Controller wird an den DCX angeschlossen, der DCX wird gesperrt und das war`s. Nach einer kurzen Einweisung ist dann der Job für`s Erste erledigt.

Wenn es um eine Live-Band geht stelle ich nur die PA und das Licht. Die Bands bringen Mischermann/frau und Pult mit und der Tontechniker darf dann entscheiden ob er analog oder per AES/EBU über das Multicore auf den DCX möchte. Das Setup der entsprechend von mir aufgestellten PA im DCX wird im Mode "flat" geladen und ab nun hat der FOH-Mann freie Hand.

Anders schaut das aus wenn ich mittlere bis große DJ-Veranstaltungen mache.
Hier baue ich mir einen FOH-Platz auf, an dem ich dann 3 Jobs gleichzeitig übernehme: Ton, Licht, Laser.

Jetzt zur Audio-Signalkette:
Generell lade ich bei einer solchen Konfiguration im DCX das Setup "flat" für die jeweilige PA, aber das nur vorneweg.

Den DJ-Controller hänge ich an das Multicore und ziehe mir das Signal an den FOH (je nach Pult mit dem höchst möglichen Pegel).
Das Pult das ich am FOH verwende ist so einfach wie genial, das Yamaha MG06. Ein Pult, das keine Klangregelung besitzt, keinen Fader, nichts, nur hochwertige Komponenten. Hiermit kann ich lediglich den Lautstärkepegel des noch analogen Signales regeln, ohne den Klang zu beeinflussen.
Nach dem MG06 gehe ich auf den DEQ2496 Ultracurve Pro. Ab hier wird das Signal digital. Somit habe ich die Möglichkeit am FOH Low- & Highshelfs zu setzen und generell die PA per EQ auf den Raum anzupassen. Ebenso kann ich die Signalstärke auslesen und eine Pegelmessung am FOH durchführen.
Dach dem DEQ2496 geht es dann digital über das Multicore zurück auf die Bühne zum DCX und nach diesem erst wieder analog auf die Endstufen.

Mit dieser Konfiguration habe ich für mich die besten Erfahrungen gemacht, um mit einem angenehmen Invest die besten klanglichen Ergebnisse bei gleichzeitig geringster Störanfälligkeit zu erreichen.
MfG
Frank




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_Floh_
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#17

Beitrag 16. Nov 2018 22:23

Ich speise meine DCXe, sofern die Stereo Summe ausreicht (was 90% der Fälle abdeckt), eigentlich immer vom 01V96 via S/PDIF und AES/EBU Konverter. Gerade beim Digitaltpult bilde ich mir zumindest ein, die ansonsten 4, anstelle von 2, Digital-Analog Wandlungen peripher wahrnehmen zu können.
Bedenkt man, dass bei Verwendung eines digitalen DJ Mixers, Audiointerface mit Digitalpult, System-Controller und komplett analoger Signalübertragung sogar bis zu 7 Wandlungen erfolgen, kann spätestens das nichtmehr gut sein.

Dementsprechend sollte man evtl. mal gründlich darüber nachdenken, ob Digitaleingänge am Controller nicht mehr sein sollten als eine Nischen-Anwendung.

Befasst man sich etwas damit, wie digitale Audiotechnik funktioniert, sieht man auch dass alles über 10kHz auch eher eine Schätzung ist, als präzise Abtastung und Reproduktion. Das geht ein paar mal gut, nur 7 mal, bzw. sogar 8 mal, zwischen analoger und digitaler Domäne zu wechseln, lässt vom Signal unter Umständen nicht viel Originales übrig.
MfG Flo

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jogi
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#18

Beitrag 16. Nov 2018 22:39

_Floh_ hat geschrieben:dass alles über 10kHz auch eher eine Schätzung ist, als präzise Abtastung und Reproduktion.
Das ist Unsinn, was du da schreibst.
Bei halbwegs anständigen Wandlern wird das Signal praktisch perfekt wiedergegeben.


haxxe
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#19

Beitrag 17. Nov 2018 00:23

Kannst ja einfach mal messen, dann sieht man wie „scheiße“ das Ergebnis wirklich ist.
Ich persönlich glaube nicht dran.

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_Floh_
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#20

Beitrag 17. Nov 2018 09:30

jogi hat geschrieben:
_Floh_ hat geschrieben:dass alles über 10kHz auch eher eine Schätzung ist, als präzise Abtastung und Reproduktion.
Das ist Unsinn, was du da schreibst.
Bei halbwegs anständigen Wandlern wird das Signal praktisch perfekt wiedergegeben.
Mit Verlaub, Unsinn ist es ganz sicher nicht, wenn man etwas mit der Materie vertraut ist, und der Verwendung des Wortes "eher".
Die fatalistische Darstellung des Sachverhalts ist möglicherweise diskutabel, allerdings ist das jede Interpretation, immer, auch deine.

Du schreibst jedoch im Prinzip nichts anderes,"praktisch perfekt" ist nur bedeutend optimistischer ausgedrückt.

Wobei mir etwas schleierhaft ist, wie man z.B. bei 44,1kHz Samplerate, und nur vier Tastungen für eine gesamte Schwingung (also zwei pro Halbwelle) bei 10kHz, bei 20kHz sind es sogar nur zwei (also nur eine pro Halbwelle), von "praktisch perfekt" reden kann.
Im Endeffekt wird hier bestenfalls peripher die Steilheit der Flanke und (möglicherweise) die Höhe des Scheitelpunktes abgebildet, was rein technisch betrachtet ausreichend ist um eine Schwingung digital zu erfassen.
Nur zur Erinnerung, Musik ist jedoch nicht ausschließlich ein eingeschwungenes Signal.
Spätestens so manche Signalspitze im hochfrequenten Bereich (die im Vergleich zur Schwingung deutlich steilflankiger ist, und von kürzerer Verweildauer) wird durch das für hohe Frequenzen reichlich grobe Raster nur noch gemittelt erfasst.
Ja, menschliche Ohren sind in den Höhen reichlich unempfindlich, wir reden von einem Bereich, den viele Menschen nicht einmal (mehr) hören können.
Dennoch sagt Mittelwertsbildung bereits, dass es eben nicht exakt, perfekt, detailgetreu, oder was auch immer, erfasst und reproduziert werden kann.

Das geht bei einer Wandlung gut. Bei zwei Möglicherweise auch noch. Mit steigender Zahl an Wandlungen zwischen digitaler und analoger Domäne erfolgen jedoch immer mehr Mittlungen, und eine immer weitere Verfälschungen des Signals. Für den einen mag das "praktisch perfekt" sein. Für den anderen nicht.
Dass es seit Jahren Bestrebungen gibt, höhere Abtastraten als 44,1kHz oder 48kHz zu etablieren, zeigt jedoch, dass die angesprochenen Verluste durch die Abtastung mit niedrigen Frequenzen durchaus ein Thema sind. Dass nur wenige bereits sind, hierfür mehr Geld auszugeben, ist ein anderes Thema, die letzten paar Prozente waren jedoch schon immer die Teuersten.
MfG Flo

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#21

Beitrag 17. Nov 2018 11:55

Störender finde ich, das die antialiasing Filter bei 44,1/48kHz sehr steilflankig ausfallen müssen um oberhalb von Nyquist nicht mehr ab zu tasten und deshalb immer das Potenzial bergen den HT zu beeinflussen. Das Passband der digitalen Filter beschränkt sich zu dem meist auf Werte <0.48Fs was man bei 44,1kHz auch hören kann, sofern man eine entsprechende abhöre hat. Subjektiv verliert die Aufnahme ihre Brillanz im Hochton, was mal mehr und mal weniger auffällt, und manchen eben auch gar nicht. Das ist also primär ein Problem der A/D Wandlung.


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#22

Beitrag 18. Nov 2018 12:14

Leute leute, wir reden hier an der Praxis komplett vorbei.
Wer hört denn bitte wie oft was gewandelt wurde ? Ich wette sowas fällt nicht mal im A/B vergleich auf und schon gar nicht auf ner Veranstaltung über die PA.
Da würd ich mir eher wünschen dass bei Musikproduktionen bzw. Mastern wieder mehr wert auf Klang gelegt wird.

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_Floh_
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#23

Beitrag 18. Nov 2018 15:17

d-c hat geschrieben:Leute leute, wir reden hier an der Praxis komplett vorbei.
Wer hört denn bitte wie oft was gewandelt wurde ?
Kommt darauf an wie oft es gewandelt wird, und welche Qualität (nicht Preisklasse) die Wandler haben. Gerade bei Equipment der „schon ok“-Klasse liegt in möglichst wenigen Wandlungen durchaus Potential.
Übrigens nicht nur was Verluste bei den Wandlungen selbst angeht, auch Rauschen und Einbußen/Störungen bei längeren analogen Übertragungswegen (-> Multicore) werden so vermieden.
► Offtopic
Der gewöhnliche Druffi auf Technopartys bemerkt es vermutlich nicht. Wenn das der Maßstab ist, können wir das Forum jedoch der Einfachheit halber auch gleich zusperren und künftig wieder mit Turbosound TSE und simplen Aktivweichen mit 31 Bänder, ganz ohne Systemcontroller beschallen.
Den Unterschied bemerkt unser übliches Klientel nämlich gleichfalls nicht, vom Wertschätzen mal ganz zu schweigen.
MfG Flo

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#24

Beitrag 19. Nov 2018 20:35

Bei ner Malle Party oder Top40 Band im Festzelt merkt das auch keiner.
Da merkens eher noch die Techno fans, bei manchen richtungen kommt es doch sehr auf Klang an, bei EDM nicht klar da ist e alles komplett gebrickwallt so dass nicht mal mehr die Aussteuerung zuckt.

Wir reden hier auch nicht von 10 mal wandeln. Wie oft wird den gewandelt. Vom PC zum Mischpult bzw. im Mischpult und dann wieder im DSP A/D D/A.
Das hörst in der regel nicht bei vernünftigen Wandlern


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#25

Beitrag 20. Nov 2018 11:31

_Floh_ hat geschrieben: Wobei mir etwas schleierhaft ist, wie man z.B. bei 44,1kHz Samplerate, und nur vier Tastungen für eine gesamte Schwingung (also zwei pro Halbwelle) bei 10kHz, bei 20kHz sind es sogar nur zwei (also nur eine pro Halbwelle), von "praktisch perfekt" reden kann.
Es gibt halt einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Rein theoretisch bedeutet die Abtastung, also eine zeitdiskrete Repräsentation aus einzelnen Diracpulsen, dass sich das Spektrum im Frequenzbereich periodisch wiederholt. Mathematisch gesehen ist die zeitliche Diskretisierung eine Multiplikation mit einer Diracfolge im Zeitbereich, was im Frequenzbereich eine Multiplikation mit einer Diracfolge ist. Je größer die Abtastrate, desto weiter liegen die wiederholten Spektren auseinander. Die Wiederholungen dürfen sich nicht überlappen, damit man sie bei der Rekonstruktion auseinanderhalten kann. Die Abtastrate muss also abhängig vom abzubildenden Spektrum des Ursprungssignals gewählt werden.

Wendet man auf das abgetastete Signal einen idealen Tiefpass an, dann werden die Wiederholungen des Spektrums im Frequenzbereich abgeschnitten und es entsteht exakt das Ursprungssignal. Man macht also die Faltung im Frequenzbereich rückgängig, und damit die zeitliche Diskretisierung im Zeitbereich. Rein theoretisch reichen dann bei der von der Abtastrate festgelegten Grenzfrequenz zwei Abtastwerte pro Schwingung. Aber:

1. darf das Spektrum des analogen Ursprungssignals nicht über das von der Abtastrate definierte Spektrum hinausgehen. Also müsste man vor der Abtastung noch einen idealen Tiefpass setzen, damit sich höherfrequente Anteile (das können auch unerwünschte Anteile wie Rauschen sein) nicht in das Basisspektrum im Frequenzbereich hineinmogeln

2. muss der Tiefpass zur D/A-Wandlung ideal sein, aber zumindest im Basisspektrum konstant und dann bis zur ersten Wiederholung auf 0 abfallen

Da meistens in der Praxis beides nicht gegeben ist, verändert sich das Signal eben doch bei jeder A/D-D/A-Kombination.

Jochen


Partybeschallung
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#26

Beitrag 20. Nov 2018 13:37

@d-c
Der Bezugspunkt für das Jobst Limiter Tool dürfte 0dbu sein.
Wie bekommt man den genauen Wert raus, bisher dachte ich, da gibt man die Ausgangsempfindlichkeit vom Controller an?
Ausgangsempfindlichkeit 20dBu

Ich hatte mal in die Anleitung vom Behringer DCX2496 geschaut, da ist die Ausgangsempfindlichkeit mit 22dBu angegeben, was
man auch im Tool einstellen soll.

Driverack PA2
Ausgangsempfindlichkeit 20dBu laut Herstellerseite
Tool = 20dBu
Grüße
Andreas


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#27

Beitrag 20. Nov 2018 20:27

Partybeschallung hat geschrieben:@d-c
Der Bezugspunkt für das Jobst Limiter Tool dürfte 0dbu sein.
Wie bekommt man den genauen Wert raus, bisher dachte ich, da gibt man die Ausgangsempfindlichkeit vom Controller an?
Ausgangsempfindlichkeit 20dBu

Ich hatte mal in die Anleitung vom Behringer DCX2496 geschaut, da ist die Ausgangsempfindlichkeit mit 22dBu angegeben, was
man auch im Tool einstellen soll.

Driverack PA2
Ausgangsempfindlichkeit 20dBu laut Herstellerseite
Tool = 20dBu
Ich hab mit dem DCX und ner Endstufe verglichen

Jeweils ein DCX und ein T.racks an die Endstufe und die Limiter bei beiden gleich Einstellen sodass die Kanäle leicht anclippen.
Dann beide Thresholds aufschreiben.
Dann mit dem Jobst Tool jeweils bei Amp und Lautsprecher die gleiche Leistung eintragen und mit der Eingangsempfindlichkeit so lange spielen bis man als ''einzustellender Wert'' den Wert bekommt den man aufgeschrieben hat.

Um den Bezugspunkt des t.racks zu bekommen alle Einstellungen so belassen und so lange mit dem Bezugspunkt spielen bis bei dem ''einzustellenden Wert'' der Wert den man notiert hat auftaucht.

Das ist natürlich nicht 100 % genau aber man kommt in die Richtung und kann ja schauen was andere gängige Controller für Bezugspunkte haben und dahin runden


Partybeschallung
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#28

Beitrag 4. Jan 2019 10:51

Ich kann jetzt bestätigen, dass 20dBu nicht der Wert ist, den man für die t.racks DSP 204/206 im Jobst-Tool eintragen muss.
Wenn man mit 20dBu rechnet, setzen die Limiter viel zu früh ein.

Ich habe per Dezibel-Meßgerät die Tops auf 110dBA eingestellt, da sie ab 113dbA hörbar verzerren und dann den Treshold angenähert.
Das sind 4dBu, die man beim Limiter-Tool einstellen muss.

Beim t.racks DS2/4 (laut Anleitung auch 20dBu) gibt man 5dBu an, daher bleibe ich erstmal bei 4dBu.
Grüße
Andreas

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