[Reparatur] TSA 4-1300 Reparatur

Fragen, Berichte, Hilfen, Anleitungen zur Reparatur & Umbau von
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Moderatoren: Lars H, Deathwish666


Powerlight_77
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#21

Beitrag 29. Okt 2018 11:49

Kenn jetzt den Schaltplan nicht genau, aber könnte mir vorstellen das die Gegen-EMK der primären Trafowicklung sich langsam hochschaukelt und dadurch die IGBT´s irgendwann durchschlagen -> Feuerwerk.
Vielleicht ist auch die Tod-Zeit der IGBT Ansteuerung zu knapp... Müsste man sich am Oszi ansehen.

Wenn das ganze aber wie rockline sagt nur durch die Schutzbeschaltungsbauteile lebt bzw. überlebt dann wird´s schwer das Betriebssicher hinzubekommen.

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rockline
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#22

Beitrag 29. Okt 2018 13:15

Totzeit machen die highside/lowside Chips in der Hardware. Spannung parallel an IGBT C/E darf nicht zu hoch sein. Keramik C's prüfen und die Widerstände mit denen die in Reihe liegen.
Auch möglich: die verbauten IGBT liegen außerhalb der Specs. Aber auch so ist eine 600V Variante die untere Grenze.


jonhue
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#23

Beitrag 30. Okt 2018 09:49

d-c hat geschrieben: Und warum passiert der Fehler im Leerlauf bzw. ca 15 Sekunden nach dem Einschalten
Nach den 15sek startet ja das Netzteil. Und das ist hier sicher auch das Problem.
Der Start ist eben auch ne Belastung, gerade wenn es, wie hier offenbar der Fall, nicht gerade ideal konzipiert ist.

In meiner 41300, die hier liegt, waren IRGP4066 verbaut.
Dennoch 600V Typen, ne Spitze killt die natürlich recht flott.

Bin leider noch nicht dazu gekommen danach zu schauen und bin jetzt auch erstmal noch eine Woche weg.
Totzeit etc. will ich mir natürlich sowieso anschauen, aber ich sehe da auch keine einfache sinnvolle Lösung die Kiste mal eben schnell stabil zu machen.


jonhue
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#24

Beitrag 7. Nov 2018 11:32

Hi,

Kurz als vorläufiges Ergebnis: der Haufen läuft wieder.

Defekt waren drei der vier igbts, sowie beide Treiberbausteine (ir2110) und diverse Dioden/Widerstände der Gate Ansteuerung.

Weiteres folgt noch, bin zurzeit leider zeitlich ziemlich eingespannt.


jonhue
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#25

Beitrag 9. Dez 2018 20:49

Da ich es versprochen hatte hier noch ein paar Worte zur TSA4-1300, auch wenn die Grundaussage von Rockline ja schon kam ;)

Bei dieser hier war die Brückenschaltung des Schaltnetzteil, sowie deren beiden Treiberbausteine inkl. ein paar Widerstände und Dioden der Gate-Ansteuerung defekt.
Die Endstufen der 4 Kanäle selbst waren alle vollkommen in Ordnung.

Bisschen zur Elektronik.
Das Netzteil besteht aus einer Vollbrücke mit vier IRGP4066, getrieben von zwei IR2110, angesteuert mit dem klassischen SG3525.
Immerhin alles in SMD, der Grundaufbau sieht garnicht mal soo verkehrt aus.
Elkos Primär sind 6x 3300uF/200V von "KB", Sekundär 6x 10000uF/80V gleichen Herstellers.
Eine Einschaltstrombegrenzung ist vorhanden.

zur Netzteilschaltung...
Die IGBTs werden von den IR2110 getrieben. Als Gatevorwiderstand sind 47Ohm verbaut, Parallel dazu eine Diode zum entladen.
In meinen Augen ist das alleine schon eine Katastrophe... Entladen über die Diode ohne! weiteren Vorwiderstand, laden über (wie ich finde riesige) 47Ohm.


Auch die Endstufenkanäle selbst weitestgehend SMD, Transistoren wie so oft NJW0302G & NJW0281. Pro Kanal 5 Paare davon.


Am Lastwiderstand bringt die TSA mit einem Kanal an 8Ohm mit Dauersinus 1kHz ganze 1,7kW !!! (kein Clip).
Das ist nicht nur sau viel, sondern viel viel zu viel...

Weder die Endstufenkanäle, noch das Netzteil besitzen offenbar eine Strom / Leistungsbegrenzung.
Einem bekannten ist beim langsamen Hochdrehen mit Kurzschluss am Ausgang das Netzteil in die Luft geflogen.
Das darf nicht passieren!

Außerdem häufen sich ja die Berichte, dass die Amps auch immer mal wieder beim Einschalten knallen.
Den Soft-Start des SG3525 habe ich mir angeschaut, funktioniert prinzipiell.
Vermute an dieser Stelle Spannungsspitzen, die die FETs killen, oder überschneidungen der Totzeit (wobei das eher nicht passieren dürfte, bei der Gate-Beschaltung würde ich es aber auch nicht ganz ausschließen.)

Mein Fazit: :flop:

Edit:
Hier noch ein paar Bilder:
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ronnyk
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#26

Beitrag 10. Dez 2018 17:02

Vielen Dank für den Bericht !


Clyde1977
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#27

Beitrag 11. Dez 2018 22:32

Als Fazit also, verkaufen so lange sie funktioniert? :)
Gruß
Clyde


Ralfii
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#28

Beitrag 12. Dez 2018 15:56

Mahlzeit.

Meine TSA4-700 ist beim Musikhören im durchgehend warmen Hobbyraum bei Zimmerlautstärke mit Rauchzeichen in den Elektronik-Himmel abgetreten nach 1,5 Jahren.

Netzteil wurde auf Garantie getauscht, danach habe ich sie verkauft, das SNT ist mir doch zu heiß auf Dauer....
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jonhue
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#29

Beitrag 12. Dez 2018 16:24

Die TSA4-700 ist prinzipiell erstmal ganz anders aufgebaut, als die 4-1300.

TSA4700,1400 und 2200 sind vom Prinzip gleich, die neueren grundlegend anders.
Ein direkter Vergleich ist daher nicht so ganz möglich, wenn auch einige Teile sich doch sehr ähneln.

Die alte Serie hat im Netzteil nur eine Brücke aus zwei Igbts, die aber ebenfalls über einen IR2110 getrieben und vom SG3525 angesteuert werden. (prinipiell ist dagegen auch nichts einzuwenden).
Laut Schaltplan sind aber immerhin 10 Ohm Gatewiderstand verbaut (zumindest laut Schaltplan, einen Amp zum nachschauen habe ich nicht da), meiner Meinung nach auf den ersten Blick deutlich sinnvoller als die 47Ohm der 41300, ohne die Schaltung jetzt genauer unter die Lupe genommen zu haben.


Bei den 4/700 gab es aber auch schon Probleme.
Ein Problem (der alten Revisionen), waren ja zB. die Elkos bzw ein Fehler im Layout.
Hatte ich auch schonmal was dazu geschrieben (http://www.lautsprecherforum.eu/viewtop ... =85&t=6787).
Immerhin wurde das mittlerweile behoben.


Der riesige Vorteil der TSA 4-1300 ist eben der unschlagbare Preis in Verbindung mit Service und Garantie (von einem großen deutschen Unternehmen). Das darf man so auch nicht ganz außer Acht lassen.
Für den Hobbybastler, der privat ein Partys schmeißt gibt es selten die Leistung für das Geld.
Außerdem bestehen ja drei Jahre Garantie und wenn was knallt gehts halt zurück.

Es sind eben Lowbudget Amps mit viel Leistung für wenig Geld. Vertrieb etc. in Deutschland und gutem Service.
Nicht mehr, nicht weniger. Man muss eben nur wissen, was man will.

Das Ganze hier ist mehr oder weniger meine persönliche Meinung.
Es muss nicht zwangsweise heißen, dass jede 41300 in ihrem Leben knallt. Ich persönlich schraube mir aber definitiv keine ins Rack ;)


Ralfii
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#30

Beitrag 12. Dez 2018 17:31

Da ich oft nur eine Stufe dabei habe/hatte, war es für mein leider ein KO Kriterium, denn dann ist alles aus.

Wenn wir mit der Band Musikmachen ist ja wenigstens noch ein 2-Kanaliger Monitoramp dabei, mit dem man was anstellen könnte.

Klanglich war ich mit der 4700 schon zufrieden, Gewichtsmäßig auch.


Mittlerweile habe ich aber auch nur noch eine Stufe und einen Controller pro Rack eingebaut, das geht dann auch noch,,,,
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jonhue
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Beitrag 12. Dez 2018 18:45

Klar, das muss man natürlich auch immer schauen, wie schlimm es ist, wenn was ausfällt etc.

Bei einem Auftritt mit der Band habe ich zB. immer Ersatz dabei, egal welche Amps verwendet werden. (auch der teuerste kann knallen...) da ein Ausfall bei einem Gig eben eine Katastrophe wäre.
Muss ja sogar nichtmal zwangsweise "Schuld" des Amps sein.

Ich selbst hatte mit meiner 4/700 auch eigentlich keine Problem, allerdings war die auch etwas modifiziert, damit ich ein ruhigeres Gewissen hatte ;)
Wenn man die nicht permanent auf Vollgas quält, und es mit den Impedanzen nicht übertreibt, sollte die normal halbwegs zuverlässig laufen.

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