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[Erfahrungsbericht] Meine "Nubert-Orgel"

Berichte über HiFi-Komponenten und Lautsprecher (Kein DIY)

Moderatoren: Moderation HiFi, Bereichsmod

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#1

Beitrag von tf11972 »

Einen Faden aus dem nuForum wollte ich unbedingt auch ins neue Forum retten, und zwar den über meine virtuelle Orgel, die ich mittlerweile schon 10 Jahre in Betrieb habe. So fing es damals an:

Hallo zusammen,

heute stelle ich euch eine spezielle Anwendung für Nubert-Lautsprecher vor: Eine Abstrahlung für eine Hauptwerk-Orgel.

Wie einige von euch wissen (und auch mein Avatar verrät), spiele ich schon seit meinem 13. Lebensjahr Orgel (den Ausschlag dafür gab als Kind das riesige Instrument im Passauer Dom) und im Laufe der Jahre habe ich es sogar bis auf die Musikhochschule geschafft. Lange Jahre versah ich auch in meinem Heimatdorf den Orgeldienst, in meinem jetzigen Wohnort wird kein weiterer Organist benötigt, üben (für gelegentliche Konzerte) möchte ich aber dennoch. So sah ich mich 2005 nach einer Übungsorgel um und fand eine gebrauchte mit drei Manualen. Klanglich erfreute sie mich aber nicht mehr, zumal die Klangerzeugung noch analog vonstatten ging, und so ging ich auf die Suche nach etwas Neuem.
Im Internet wurde ich auf die Software "Hauptwerk" aufmerksam. Einen entsprechenden PC vorausgesetzt, sollte dieses Programm Pfeifenorgelklänge absolut realistisch wiedergeben. Voraussetzung dafür ist das aufwendige Sampling (24 Bit) jedes einzelnen Tones einer echten Orgel, und da eine große Orgel tausende von Pfeifen besitzt, die gleich mehrmals aufgenommen werden müssen, um auch die verschiedenen Pfeifenansprachen nachzubilden, kommt da schon Einiges zusammen.
Neugierig geworden, hörte ich mir erst einmal Klangbeispiele auf verschiedenen Internetportalen an. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass es sich dabei um Aufnahmen einer virtuellen Orgel handelt, ich hätte auf eine Aufnahme einer Pfeifenorgel getippt. Da war ich erst einmal platt. :shock:
Neben dem PC benötigt man aber einen Spieltisch mit MIDI-Interface. Ein solches konnte meine alte Orgel leider nicht vorweisen und man konnte es auch nicht nachrüsten, also benötigte ich neue Hardware. Solche fand ich nach Besuchen bei verschiedenen Händlern in Südbayern. Der Besitzer des Ladens, selbst studierter Organist führte mir Hard- und Software vor, und beim Spielen meinte ich mit geschlossenen Augen tatsächlich in einer Kirche zu sitzen.

Da ein solcher Spieltisch keine Lautsprecher besitzt, benötigt man eine externe Abstrahlung. Ehrensache, dass diese von Nubert stammt, und zwar in Form zweier nuLine DS-50, unterstützt von einem AW-1000.

Letzte Woche wurde nach drei langen Monaten endlich die Orgel geliefert und seit gestern gibt sie auch Töne von sich. Und was für welche! Mit dem Spieltisch habe ich auch eine barocke und eine französische Orgel mitgekauft, die von den nuLines absolut realistisch (inklusive Gebläserauschen und Trakturgeklapper) wiedergegeben werden. So sieht das Ganze momentan aus:
K800_IMG_5316.JPG

Vorsorglich habe ich mir schon einmal ein Toslink-Kabel zum PC legen lassen (dieser steht im Orgelgehäuse und ohne Weiteres kommt man an diesen nicht mehr ran), so dass ich im Herbst, wenn die neuen nuPro lieferbar sind, auf 4.1 aufrüsten werde.

Aber momentan genieße ich bereits mit 2.1 diese tollen Klänge, die mir diese Software liefert :-D
Zuletzt geändert von tf11972 am 14. Jul 2023 12:44, insgesamt 2-mal geändert.
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Thomas

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#2

Beitrag von tf11972 »

Nachdem ich schon im Wohnzimmer einen Mini-DSP betreibe, habe ich mir nun auch für meine Orgel einen zugelegt, diesmal in der Variante mit Digitalein- und ausgängen. Zwischen Soundkarte und nuPro eingeschleift, stellen Raummoden nun kein Thema mehr dar und die Bässe, besonders die 32', sind nun gewaltig, ohne bei bestimmten Frequenzen zu dröhnen
K1024_IMG_7980.JPG
Viele Grüße
Thomas

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#3

Beitrag von tf11972 »

2015 ein kleines Update:
Seit einiger Zeit werde ich an der Orgel von 4 Stück nuPro A-300 in 4.1 beschallt (siehe auch meine Bildergalerie), außerdem verschönt ein zweiter Absorber mit der Orgel in Hereford den Raum, für Ordnung sorgt ein Notenschrank.
K1024_IMG_9871.JPG

Da an anderer Stelle die Sinnhaftigkeit von Surroundkonfigurationen angezweifelt wurde, darf ich feststellen, dass diese an der Orgel durchaus Sinn ergibt. Ein kürzlich gekauftes Surround-Sampleset versetzt mich bei geschlossenen Augen wirklich in die Kirche, in der die Orgel steht.
Zuletzt geändert von tf11972 am 14. Jul 2023 12:44, insgesamt 1-mal geändert.
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#4

Beitrag von tf11972 »

2016 fragte mich ein befreundeter Organist, ob man denn seine Orgel (Waldkirchen in Niederbayern, St. Peter und Paul, bestehend aus Haupt- und Chororgel) mit insgesamt 62 Registern auch sampeln könnte. Also begab ich mich auf die Suche nach Sampleherstellern, jedoch winkten alle ab.

Was also tun?

Da ich schon gewisse Erfahrungen in der Tontechnik besitze, dachte ich mir, probieren geht über studieren und nahm selbst drei Register auf. Nach einigem Herumexperimentieren (der kritischste Schritt ist das Entrauschen, sonst killt man entweder Obertöne oder produziert Artefakte) klangen diese schon ganz vielversprechend, sodass ich noch weitere nächtliche Aufnahmesitzungen absolvierte.

Mit Hilfe eines Bekannten, der die XML-Programmierung für die Orgeldefinitionsdatei machte, nahm das Projekt dann langsam Gestalt an, und ist seit 2017 käuflich zu erwerben, wobei ich wegen der ursprünglich suboptimalen Aufnahmesituation die Hauptorgel noch einmal komplett neu aufgenommen habe. Das Ergebnis ist hier zu finden (bitte auf das Bild klicken):

https://forestpipes.de/?page_id=45

Im Laufe der Jahre kamen weitere Samplesets hinzu, sodass ich mittlerweile 6 Stück im Angebot habe, ein siebtes befindet sich momentan in Entwicklung.

Bei alldem begleiteten mich die nuPros als Abhöre, wobei ich die hinteren 2018 durch X-8000 ersetzte, weil die A-300 mit den Tieftönen einfach überfordert waren. So sieht das Ganze seither aus:

https://forestpipes.de/?page_id=214
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#5

Beitrag von Happy »

Wow -) :top:
Hut ab,
ich kann mir sehr gut den Klang vorstellen :top:

#6

Beitrag von Happy »

Ich hoffe nur nicht das es ein Mehrfamilienhaus mit unmittelbarer Nähe von Nachbarn ist :D

#7

Beitrag von tf11972 »

Ganz sicher nicht :lol:
Viele Grüße
Thomas

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#8

Beitrag von YanYan »

Krass, was alles möglich ist. Finde ich toll :D

#9

Beitrag von Micha68 »

Wahnsinn. :toptop:
Hobby kann so schön sein.

#10

Beitrag von Steppenwolf »

Auch dir Danke, dass du diesen Thread hinüber gerettet hast, Thomas. :toptop:
Für diesen Beitrag von Steppenwolf bedankte sich:

#11

Beitrag von acky »

Hallo Thomas, echt toll, dass Du Dir die Arbeit gemacht hast, das hier rüberzuziehen. Ich verstehe da zwar nicht viel von, lese das aber trotzdem total gern :top:

#12

Beitrag von tf11972 »

Danke, für mich ists die ideale Kombination aus Orgelspiel, HiFi und Tontechnik, auch wenn die Erstellung der Samplesets viel Zeit und Mühen verschlingt.
Viele Grüße
Thomas

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#13

Beitrag von tf11972 »

Mit den Jahren wuchs auch die Erfahrung und die Anzahl der Samplesets. Mein bisher aufwendigstes Projekt war die Erstellung eines digitalen Abbilds der Regensburger Domorgeln, denn der Dom beherbergt gleich zwei Instrumente: Eine große, 37 Tonnen schwere und wegen des Denkmalschutzes abgehängte Hauptorgel, und eine zweite, vom Kirchenschiff aus nicht sichtbare Chororgel hinter dem Hochaltar. Zusammen ergibt das 113 Register, spielbar von zwei Spieltischen: einem elektrischen Generalspieltisch vorne im Chorraum und einem mechanischen in 15 Metern Höhe, der mit einem Lift erreichbar ist. Aufnahmen und Nachbearbeitung nahmen fast 1 1/2 Jahre in Anspruch, aber mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden.

Hier gibts eine Bildergalerie:
https://forestpipes.de/?page_id=969

Und hier eine improvisierte Symphonie von einem Meister seines Fachs, Prof. Wolfgang Seifen:
https://forestpipes.de/?page_id=1026

Das einzige Problem bei dem Ganzen liegt darin, dass mein Rechner (i7-6800K) die Orgel nur noch mit Knacksen wiedergeben kann, ein neuer (Selbstbau)-PC wird mein nächstes Projekt …
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Viele Grüße
Thomas

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#14

Beitrag von Charlie_MZ »

Respekt!
Ich finde die Orgeln sowieso einfach nur Genial. So schön mechanisch, Optisch immer ein Genuss.
Irre Sound. Toll.
nuVero 170 an nuControl und nuPowerD

#15

Beitrag von Vittorino »

Ich schließe mich an, finde die „Königin der Instrumente“ an sich wie auch die digitale Erstellung der Abbilde hoch interessant!
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#16

Beitrag von OL-DIE »

Ich habe gerade das Stück "Symphonie pour Grand Orgue - Allegro vivace (Improvisation)" des Organisten Prof. Wolfgang Seifen über die Anlage in annähernder Originallautstärke gehört - gewaltig!

Das sind 8 Minuten fast rauschhafte Orgelklänge perfekt vorgetragen (erinnert mich an Reger ...)

Diese Art von Improvisationen habe ich noch in keiner Kirche vernommen, die Besucher wären danach wohl fast schweißgebadet ...

Hier noch mal die Verknüpfung zu YT: -> Klick <-

[mention]tf11972[/mention] : Danke für den Link.

Beste Grüße
OL-DIE
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