T00L hat geschrieben: ↑Gestern 20:22
Die Waveform wird nur falsch dargestellt und dazu gibt es einen Fehler bei der Berechnung des Dynamic-Range- Wertes, also fälschlich zu hoch. Youtube-Beitrag dazu
Why the TT Meter doesn't work on vinyl
Meine Aussage war: Für Vinylpressungen werden (meist, nicht immer) eigene Master hergestellt.
Das Video hier behandelt die Frage: warum liefert irgendein Tool (auf das ich überhaupt nicht Bezug genommen habe) eine andere Dynamic Range für das Originalfile und eine digitalisierte Version der Aufnahme auf Vinyl, bei der komplett unklar ist, was zwischen Aushändigung des Originalfiles und Erhalt des Rips von Vinyl passiert ist.
Neben der Tatsache, dass das zwei unterschiedliche Fragestellungen sind, ist es methodisch fragwürdig, zwei files zu vergleichen, von denen man bei einem nicht weiß, ob und wenn ja wie es zwischenzeitlich bearbeitet oder wie es überhaupt erstellt wurde.
Meine Aussage war und bleibt:
wenn eine Vinylversion dynamischer klingt als die CD Version, dann hat das nichts mit der Frage Vinyl vs. CD (oder file) zu tun (bei dieser Frage spricht technisch ALLES für die CD!) sondern damit, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit andere Master für das jeweilige Medium verwendet wurden (und dass in vielen Fällen separat gemastert wurde kann recherchiert werden). Außerdem ergibt sich die Notwendigkeit eines eigenen Masters für Vinyl schon daraus, dass die Master für CD für Vinyl zu laut sind., was mit den Limitierungen der LP zu tun hat.
Wenn man sich ein bisschen in die Thematik einliest, findet man auch genug Interviews mit international renommierten Mastering Ingenieuren (z.B. Bob Ludwig, Bernie Grundmann, Bob Katz ) in denen das erläutert wird (auch die Tatsache, dass die Masterbänder für Vinyl oft einen größeren Dynamikbereich aufweisen).
Warum man diese besseren Master der CD-Kundschaft vorenthalten hat und stattdessen den totkomprimierten Scheiß auf CD unter die Leute gebracht hat, müsste man mal mit den Verantwortlichen der Plattenlabel diskutieren.
Und ja:
die Wellenform ändert sich, wenn Musik komprimiert wird. Je stärker die Kompression, desto gleichförmiger die Wellenform.
Das kann man leicht feststellen, wenn man mit einer einigermaßen vernünftigen Software wie z.B. Wavelab oder Cubase mal ein Lied durch den Kompressor jagt.
T00L hat geschrieben: ↑Gestern 20:22
Bravado hat geschrieben: ↑Gestern 18:41
Auch wenn der Begriff "Seelenlos" für mich ein absolutes Unwort ist, weil im Regelfall verwendet, wenn man unbedingt was abqualifizieren will
Sagen wir, für mich sind sie eben zu 95% überflüssig und sie machen oft nichts besser. Das ist einer der Gründe, wieso ich Streamingdienste nicht verwende. Ich habe bei Spotify nur mal kurz reingeschaut. Iron Maiden - Remaster, Metallica - Remaster, Black Sabbath - Remaster. Remaster, Remaster, Rem...
Schon von den ersten Black Sabbath Alben gibt es mindestens ein halbes Dutzend von den ganzen sehr frühen CD-Veröffentlichungen, die sind non-remastered und klingen trotzdem alle anders. Wenn man sich durchwühlt, findet man eigentlich immer eine exellente Version. Heutzutage oft schwer zu bekommen und nicht selten teuer. Wieso nicht einfach eine Wiederveröffentlichung der ursprünglich besten Version, die ja meistens schon vorhanden ist? Vielleicht auch eine Lizenz- und Urhebersache. Ein Remaster braucht es meiner Meinung nach nur, wenn bei sich bei der Produktion grobe Fehler eingeschlichen haben oder man bei den ganzen alten Kram halt das erstgreifbarste, minderwertige Band auf CD "geschmissen" hat. Ich kenne immerhin 2 Remaster, die mir besser als das Original gefallen. Eine davon ist "Countdown to Extinction" von Megadeth.
Das Mastering ist ja der letzte Schritt bevor es ins Presswerk geht - d.h. der Downmix ist erledigt und jetzt wird in erster Linie (aber nicht nur) mit Kompression gearbeitet. Vorsichtig eingesetzt, kann das tatsächlich zu einem als besser empfundenen Klang führen (voller, voluminöser). Wenn man es übertreibt ist das Ergebnis allerdings purer Stress fürs Gehirn später beim Musikhören.
Der Aussage, dass die meisten "Remaster"-Ausgaben verzichtbar sind stimme ich zu.
Und dass Spotify fast immer nur die letzte herausgekommene Version einer CD vorhält finde ich auch unschön.
Daher habe ich Qobuz, da ist das anders. Dort findet man von vielen CDs die Originalversion UND eine neu gemasterte (und wenn man HiRes für Snakeoil hält, muss man auch das nicht wählen, sondern kann sich für die 16/44,1 Variante entscheiden).