Habe ich, bei wem hier aus'm Forum im Heimkino.
Sehr nettes Gerät, aber in dieser Preisklasse finde ich verwunderlich, dass es immernoch solche
Optionen wie "Big/Small" gibt, ohne jegliche Hinweise was diese Funktionen überhaupt genau bewirken.
Aber man kann die Geschichte natürlich auch einfach manuell machen und sowas ignorieren
DIRAC und Co kann man natürlich benutzen, aber mit manueller Korrektur und Messungen
klingt das System bei weitem besser als mit automatischen Funktionen.
Die "neue" Funktion (habe den Namen vergessen), welche von allen Lautsprecher die Bässe zusätzlich benutzt
ist auf den erten Blick nett gelöst (einige Optionen mehr wären gut), in der Praxis hat das aber net so super funktioniert,
vor allem net mit 2 Subwoofern (Diagonal im Raum). Aber vielleicht hätte ich da noch mehr Zeit reinstecken müssen,
ganz abschlagen möchte ich die Option nicht
(im perfekten Vorführraum funkt sowas natürlich immer 100% im Gegensatz zur Praxis)
Bedienung ist ok, aber man merkt halt, dass es eher aus der HiFi-Ecke statt Studio/PA/Pro-Audio kommt.
Kurzum:
Geiles Gerät, aber Preis/Leistung stimmt bei weitem nicht wie ich finde.
Da finde ich eine Kombi aus Pre-AVR + gescheitem, preislich attraktivem DSP + Amps (oder DSP-Amps) ehrlichgesagt wesentlich sinnvoller und vor allem günstiger,
auch bei weitem noch sofern man sich wen bestellt, der einem alles einmisst.
PS:
DIRAC macht halt gerne auch immer viel Werbung für seine Tools & Funktionen.
Manches davon ist aber halt auch Quatsch, wenn man mal darüber nachdenkt.
Wie will eine Funktion Resonanzen oder Reflexionen im Raum unterbinden?
Zum Großteil wird hier EQ gemacht (oder Delay/Phase).
Wir haben aber immer Direktschall + Relfexionen (Haas/Gesetz der ersten Wellenfront).
Also der Schall der direkt vom Lautsprecher in unserem Ohr eintrifft + die Zeitverzögerten Reflexionen,
unser Ohr unterscheidet dies allerdings, das Messmikro (idR.) nicht.
Was passiert also?
Der Direktschall wird völlig verbogen, nur damit die Kombi aus Reflexion und Direktschall dann an der entsprechenden Messpostionen
wieder zusammen einen linearen Verlauf ergeben. Misst sich toll, hört sich aber nicht toll an, der der Direktschall das Klangbild formt.
Und an anderer Stelle? Klingt es dann völlig verbogen, da sich beides nicht korrekt summiert (Laufzeitdifferenz , dank anderer Hörpostionen).
Theoretische Lösung: An mehreren Stellen messen und einen Mittelwert bilden. Praxis: nirgendwo klingt's perfekt, kann im allgemeinen aber "ok" werden.
Ich habe jetzt auch keine Optionen gefunden, wie ich DIRAC beibringen kann was Reflexionen, Stehwellen, Resonanzen oder nur Early Reflections sind,
auch bezüglich Raumwinkel (Aufstellung der Lautsprecher) konnte ich wenig machen.
Ob's eine Option gab um den Reflexionsfreien Frequenzverlauf (im Vollraum) in das System zu füttern, damit es vernünftig unterscheiden kann
was Raum und Lautsprecher separat tun, weiß ich gar nicht mehr.
Und was passiert dann? -> Im Direktschall fehlen diese Frequenzen
Meine Meinung:
Selbst messen.
Erst wissen was der Lautsprecher Reflexionsfrei veranstaltet (saubere Grundmessungen haben).
Dann korrekt HP und Limiter setzen (Auch Schutz vor zu hohem Hub).
Danach macht man etwaige Raumwinkelkorrekturen je nach Aufstellung (Weil sonst zu viel Bumms, oder unterschiedlich, falls z.B. eine Kist ein einer Ecke steht, die andere nicht).
Erst dann kann man anfangen und untersuchen wo Probleme herkommen, Early Reflections kann man super messen und korrigieren (hier misst man näher dran und gated dafür die späteren Reflexionen weg).
Alle anderen größeren Reflexionen sollte man tunlichst im Raum selbst beheben, natürlicher klingt's mit Diffusoren statt Absorbern.
Erst richtig grobe Schnitzer (was im Regelfalls nur 1-3 Stk. sind) kann man mal ziehen, sollte aber entscheiden wo genau diese liegen und wie wichtig diese Frequenz im Direktfeld ist,
dann lieber Kombinationen aus Diffusoren und Absorbern benutzen.
Als erstes sollte man aber mit der Aufstellung der Lautsprecher spielen, sofern möglich, da kann man schon vielen Problemen aus dem Weg gehen.
Wenn man DIRAC genau so füttern könnte und es den Laien sinnvoll durch's (mindestens von mir genannte) Messprozedere (und wie man aufstellt und wie man was misst) leiten würde,
wäre das ziemlich super. Macht's aber nicht.