[L-Serie] JL-Sat10 v3 - Update der 10"/1" MuFu
Verfasst: 27. Mai 2026 14:36
Nun ist neben dem JL-Sat12 und 212 auch das JL-Sat10 auf den neusten Stand gebracht worden.
Geschichte:
Die Ursprungsversion ist damals in 2008/2009 direkt nach dem JL-Sat12 als kleinere Version entstanden und nannte sich zu Anfang LMT-101.
Hier gab's eine Vorentwicklung mit Oberton D2544, final wurde aber auf den RCF N350 gewechselt am Oberton h975,
darunter werkelte dann der Eminence Delta 10.
Preislich war die Geschichte damals extrem günstig, der Delta lag bei 65,- EUR (als OEM sogar 50,-),
N350 bei rund 85,- und das H975 bei 22,- EUR.
Auch die Weichenteile waren zu dieser Zeit noch günstig und im Bereich 35-40,- EUR.
Als Bausatz also im Bereich von super günstigen 240,- EUR.
Wie schon beim Sat12, sind auch hier die Gründe zum Update ähnlich:
- N350 ist nicht mehr verfügbar
- h975 gibt's ebenfalls nicht mehr und das h100 steht irgendwie noch offen, ob's bleibt oder doch ein momentaner Abverkauf besteht.
- Vertrieb von Eminence wechselte, die Preise schossen in die Höhe, Verfügbarkeit war vor der B&C-Übernahme noch nicht gegeben und momentan ist der Pries auch noch recht hoch mit 150 bis 160,- EUR.
- Der Delta 10 hat außerdem ein Update auf Delta 10A-2 bekommen, die Urversion wird also ersetzt.
- Zudem darf nach 17 Jahren alles mal auf den neusten Stand gebracht werden
Da die L-Serie in sich recht ähnlich bleiben soll, hat das JL-Sat10 V3 nun auch den Faital HF109 am SB Audience H225,
der Treiber ist sehr potent, tief ankoppelbar, preislich im Rahmen und bietet einen guten Mix aus modernem und oldschool-Sound (crisper Superhochton).
Als Tieftöner habe ich was ähnliches zum Delta10 gesucht und bin schlussendlich beim Lavoce WAF102.51 gelandet.
Preislich im Bereich 110-120,- EUR und 350W AES.
Alle Komponenten passen in das vorhandene, alte Gehäuse (bis auf Ausschnitte anpassen)
Versionen:
JL-Sat10:
Ursprungsversion. Wird im Archiv veröffentlicht. Mit Delta 10, N350 und H975. Hieß zum Release damals LMT-101
JL-Sat10 V2:
Gab's nur Intern, hier wurde bissel experimentiert. Damit aber alles einheitlich benannt bleibt, geht's direkt zum V3.
JL-Sat10 V3:
Die V3 ist nun passend zum Rest der L-Serie die finale Version, welche auch veröffentlicht und ganz offiziell der Nachfolger wird/ist.
Bestückt mit Lavoce WAF102.51 und Faital HF109 am SB Audience H225.
Im Vergleich zur Urversion ergeben sich folgende Vor- und Nachteile:
+- Identische Belastbarkeit
+- Fast identisch ankoppelbar mit vollen 350W, elektrisch 5Hz tiefer (84Hz LR24)
+- (Max)SPL ähnlich
+- Tuning 7-10Hz höher (mehr Volumenverdängug der Treiber + andere Bedämpfung. Grundvolumen & Ports blieben identisch)
+ Konstanteres Abtrahlverhalten (70x40)
+ Größere Differenz in der H/V Abstrahlung, heißt ein Drehen des Horns macht jetzt definitiv Sinn je nach Einsatz.
+ Wesentlich Pegelfester ohne Hochpass (z.B. im flotten Monitorbetrieb)
+ Frequenzverlauf ausgeglichener und neutraler (weniger nasal, da kein 700Hz Buckel und kein Peak bei 3,8kHz)
+ Mehr SPL und linearer Verlauf in den Lowmids
- Etwas weniger Tiefgang, ca 7Hz (unter 115Hz weniger SPL)
- Nominell 7 Ohm statt 8 Ohm
- Ca 130,- EUR teurer im Vergleich zu damals
+ Ca 30,- EUR günstiger im Vergleich zu aktuellen Preisen der Ursprungsbestückung
Messungen:
Frequenzverlauf & Impedanz:
Zmin liegt bei 5,75 Ohm @ 204Hz.
Der Dip bei 1,2kHz liegt bei 6,29 Ohm.
Somit müssen wir die Kiste nominell als 7 Ohm werten, die Beschaltung drückt die Impedanz ein wenig.
Im gleichen Gehäuse lag das Tuning mit Delta 10 zwischen 65-67Hz, mit de Lavoce und der größeren HF-Kombi
landen wir im Bereich 72-73Hz, Griff, Flansch, Noppenschaum und Polywolle rein, sind wir a Ende bei recht genau 75Hz (Nach reinem Impedanzmin 70Hz)
Das JL-Sat10 V1 fällt etwas smoother untenrum ab, samt mehr Tiefgang,
V3 ist dafür im Vergleich wesentlich linearer und ausgeglichener, bis oben rauf.
Im Topteilbetrieb ergeben sich durch den geringeren Tiefgang und steilere Flanke soweit keine Unterschiede,
f-6dB liegt mit 85Hz genau dort, wo man elektrisch den tiefsten Filter ansetzen kann.
Im Monitorbetrieb als Wedge, oder Solo mit EQ-Presets hat das V1 jedoch Vorteile dank des höheren Tiefgangs gehabt,
klang im Bass etwas wärmer und weicher, V3 dafür eher stramm und punchig, mehr präzise.
Als Wedge gesehen ist V3 also für Livemusik und Sprachbeschallung besser, V1 eher für DJs und Hintergrundmusik.
DSP-Presets für Vocal oder "Fullrange" werden noch folgen, letzteres ist dann aber eher für Hintergrundmusik bei z.B. Sprachbeschallungen gedacht.
Einzelwege: Die Summierung beträgt genau 6dB, die Auslöschung ist symmetrisch und bei -29dB.
Die akustische Trennfrequenz liegt im Vergleich zum V1 mit 1,7kHz genau 200Hz höher.
Das Horn ist tiefer als der Tieftöner, was eine 100% saubere Summe, bei gleichzeitig tiefer XO schwierig macht.
Dennoch sind die Auslöschungen unterhalb und oberhalb der XO nur marginal und locker im akzeptablen Bereich.
Herausgezoomt sehen wir sehr saubere Flanken, ohne jegliche Probleme.
Der TMT hat erst einen kleinen Dip bei ganzen -40dB im Bereich 4,15kHz,
ansonsten super sauber bis mindestens* -60dB unterhalb der Summe.
Also absolut keine "versteckten" Schweinereien im Verlauf.
* Für genauere Ergebnisse hätte ich noch lauter messen müssen
Ausschwingverhalten: Das Ausschwingverhalten ist recht sauber, weißt aber im Superhochton längere Ausschwinger auf,
hier resoniert das Horn ganz leicht mit, auch ist der Superhochton des HF109 nicht seine Stärke.
Ich behaupte aber, dass sich die Ausschwinger noch im akzeptablem Bereich bewegen und nicht mega auffällig sind,
dies sorgt eher für einen crispen, oldschooligeren Sound. Ich mag das bei solch einer Box lieber als Super-Clean.
Gruppenlaufzeit: Hierzu gibt's nicht viel zu sagen, außer: Passt.
Im Übergangsbereich haben wir hier einen üblichen Anstieg von völlig akzeptablem 0,3ms, das ist für passiv ein ausreichend guter Wert
und spiegelt circa den Versatz vom Hochton zum Tiefmitteltöner wider.
Abstrahlung: Das Abstrahlverhalten ist relativ konstant und weißt ab 2,3kHz grobe 70x40° auf. Darunter fast 90x60.
Der vertikale Sweetspot liegt genau auf der XO, hier können wir im Mittel noch von groben 20-30° ausgehen.
Mit gedrehtem Horn habe ich bisher noch nicht gemessen, wird aber wie beim JL-Sat12 V3 ausfallen: 40x70° ab 3-4kHz.
Natürlich wäre das horizontal noch etwas sauberer gegangen (1kHz und 2,5kHz), aber eine Lautsprecherbox ist immer ein Kompromiss,
irgendwo müssen Abstriche gemacht werden, damit andere Dinge besser werden und/oder es preislich im Rahmen bleibt.
Anm.: Die Geschichte bei negativen 600-700Hz schiebe ich auf einen Messfehler, nebenan ist momentan ne Baustelle.
Verzerrungen: In den ersten beiden Messungen erkennen wir, dass der Lavoce ab 800Hz leicht erhöhte Verzerrungen aufweist.
In diesem Bereich liegt K3 auch oberhalb K2, was für einen direkteren, eher durchsetzungsstarken Sound sorgt (den hatte die V1 deutlich weniger).
Auch dass bei grob 110dB die 10% bei 60Hz erreicht werden, was sich auch gut mit der Simulation bis Xlin deckt.
Von 104 auf 113dB ergeben sich in den Verzerrungen keine Auffälligkeiten, eher nur dass der 800Hz peak kaum ansteigt, was sehr gut ist.
Die letzte Messung entspricht fast dem MaxSPL, hier sind wir mit 5,3% Max K3 noch quasi um die Hälfte von den magischen 10% Verzerrungen entfernt
und das sogar im Bereich unterhalb der üblichen XO.
Alles in allem verändert sich das Verhalten und Verhältnis der Verzerrungen zum ansteigenden Pegel kaum,
was für kaum Klangänderung mit zunehmendem Pegel führt.
Wenn, dann klingt der Sprachbereich bei geringen Pegeln minimal wärmer.
Folgt noch:
1) Vollraum @ Znom, Durchschnittswert im relevanten Frequenzbereich
2) Theoretisch ermittelt per Kennschalldruckpegel & Leistung.
3) Nominelle Impedanz im Bereich 80% von Zmin
Alle Messungen unter Freifeldbedingungen.
Glättung 1/24, Polar 1/3.
Bassbereich per GPM ermittelt, dieser entspricht Vollraumbedingungen.
Zusammenfassung & Klang:
Das ursprüngliche JL-Sat10 war eine meiner absoluten Lieblingslautsprecher,
ob's das mit aktuellem ND350 (der unschön zu beweichen ist und anders klingt) und dem mir noch unbekannten
Delta 10A-2 noch genau so wäre, kann ich mir nicht ganz vorstellen.
Ob die V3 wieder einer meiner Liebling wird, muss die Zeit und Liveeinsätze zeigen,
aber ich kann's mir sehr gut vorstellen.
Solo für Hintergrundbeschallung eher nicht, aber als reines Topteil, DJ- und Bühnenmonitor bin ich guter Dinge
Die Membran des Lavoce ist eine Ecke schwerer als vom Delta, dafür nun aber auch mit potenterem Antrieb und allgemein moderner.
Das kann man definitiv raushören, ich bin aber noch nicht sicher, ob negativ oder positiv, würde sagen: anders halt.
Dafür haben wir aber den Vorteil, dass die Membran nun endlich beschichtet ist, denn das war vom Delta 10
ein übliches Problem, dessen reine Papiermembran mochte feuchte Umgebungen nämlich überhaupt nicht.
Entgegen der Simulation, kann der Lavoce ohne Hochpass schon eine ganze Ecke mehr Pegel liefern
und klingt noch lange nicht so schnell nach Limit.
Das wird aber nur für die kleine "Flott mal als Wedge an einen Amp ohne Hochpass"-Fraktion interessant
Alles in allem klingt das JL-Sat10 V3 nun etwas direkter und Mittiger, samt mehr Brillanz im Hochton,
ich würde allgemein sagen, auch etwas erwachsener als vorher.
Im Solo-Betrieb klingt es weniger warm, eher punchig/knackig, wo das V1 eher warm und rund, mehr nach HiFi klang.
Als Topteil ist es nun etwas durchsetzungsfähiger und kann sogar in kleinen Sub-Sat Systemen auch mal den Kickbass übernehmen.
Da ich das L10 die letzten Jahre auch eher für größere (100-200 Pax) statt kleinere Jobs (10-50 Pax) genutzt habe,
kommt mir der leicht durchsetzungsstärkere Sound recht gelegen.
Dennoch ist der Klangunterschied nicht wie Tag und Nacht im Vergleich, jedenfalls als reines Topteil.
Ich bin mit dem Update wirklich sehr zufrieden und bin gespannt wie sich das neue L10 auf kommenden Veranstaltungen so schlägt,
werde es mit paar Kollegen auch noch mal ausführlicher und 1:1 mit dem V1 gegenhören.
Toll finde ich, dass die Membran nun quasi wetterfest ist, die Abstrahlung deutliche konstanter
und ich die 700Hz Nase (ich bin da irgendwie empfindlicher als andere) nicht mehr ausbügeln muss.
Baupläne:
Gehäusebauplan folgt auf der Website
Weichenbaupläne gibt's beim Kauf des Weichenkits kostenfrei dazu.
Vollständige, ausführlichere Baupläne mit genauen Infos, Schnittplan, Anbauteilen und Settings gibt's Kostenfrei beim Kauf dazu.
Die Veröffentlichung steht kurz bevor, Links editiere ich dann in diesen Beitrag oben rein.
Erhältlich sein wir das Topteil als:
- Komplettbausatz
- Fertigweiche mit Bauplänen
- Weichenbausatz mit Bauplänen
Frequenzweiche: Nicht öffentlich
Gehäusebaupläne: Öffentlich
Preisklasse eines Komplettbausatzes mit Fertigweiche im Bereich 420-450,- EUR
Changelog:
-
Copyright Fa. Jobst-Audio - 36396 Steinau Ulmbach
FAQ || AGB || Urheberrecht
Geschichte:
Die Ursprungsversion ist damals in 2008/2009 direkt nach dem JL-Sat12 als kleinere Version entstanden und nannte sich zu Anfang LMT-101.
Hier gab's eine Vorentwicklung mit Oberton D2544, final wurde aber auf den RCF N350 gewechselt am Oberton h975,
darunter werkelte dann der Eminence Delta 10.
Preislich war die Geschichte damals extrem günstig, der Delta lag bei 65,- EUR (als OEM sogar 50,-),
N350 bei rund 85,- und das H975 bei 22,- EUR.
Auch die Weichenteile waren zu dieser Zeit noch günstig und im Bereich 35-40,- EUR.
Als Bausatz also im Bereich von super günstigen 240,- EUR.
Wie schon beim Sat12, sind auch hier die Gründe zum Update ähnlich:
- N350 ist nicht mehr verfügbar
- h975 gibt's ebenfalls nicht mehr und das h100 steht irgendwie noch offen, ob's bleibt oder doch ein momentaner Abverkauf besteht.
- Vertrieb von Eminence wechselte, die Preise schossen in die Höhe, Verfügbarkeit war vor der B&C-Übernahme noch nicht gegeben und momentan ist der Pries auch noch recht hoch mit 150 bis 160,- EUR.
- Der Delta 10 hat außerdem ein Update auf Delta 10A-2 bekommen, die Urversion wird also ersetzt.
- Zudem darf nach 17 Jahren alles mal auf den neusten Stand gebracht werden
Da die L-Serie in sich recht ähnlich bleiben soll, hat das JL-Sat10 V3 nun auch den Faital HF109 am SB Audience H225,
der Treiber ist sehr potent, tief ankoppelbar, preislich im Rahmen und bietet einen guten Mix aus modernem und oldschool-Sound (crisper Superhochton).
Als Tieftöner habe ich was ähnliches zum Delta10 gesucht und bin schlussendlich beim Lavoce WAF102.51 gelandet.
Preislich im Bereich 110-120,- EUR und 350W AES.
Alle Komponenten passen in das vorhandene, alte Gehäuse (bis auf Ausschnitte anpassen)
Versionen:
JL-Sat10:
Ursprungsversion. Wird im Archiv veröffentlicht. Mit Delta 10, N350 und H975. Hieß zum Release damals LMT-101
JL-Sat10 V2:
Gab's nur Intern, hier wurde bissel experimentiert. Damit aber alles einheitlich benannt bleibt, geht's direkt zum V3.
JL-Sat10 V3:
Die V3 ist nun passend zum Rest der L-Serie die finale Version, welche auch veröffentlicht und ganz offiziell der Nachfolger wird/ist.
Bestückt mit Lavoce WAF102.51 und Faital HF109 am SB Audience H225.
Im Vergleich zur Urversion ergeben sich folgende Vor- und Nachteile:
+- Identische Belastbarkeit
+- Fast identisch ankoppelbar mit vollen 350W, elektrisch 5Hz tiefer (84Hz LR24)
+- (Max)SPL ähnlich
+- Tuning 7-10Hz höher (mehr Volumenverdängug der Treiber + andere Bedämpfung. Grundvolumen & Ports blieben identisch)
+ Konstanteres Abtrahlverhalten (70x40)
+ Größere Differenz in der H/V Abstrahlung, heißt ein Drehen des Horns macht jetzt definitiv Sinn je nach Einsatz.
+ Wesentlich Pegelfester ohne Hochpass (z.B. im flotten Monitorbetrieb)
+ Frequenzverlauf ausgeglichener und neutraler (weniger nasal, da kein 700Hz Buckel und kein Peak bei 3,8kHz)
+ Mehr SPL und linearer Verlauf in den Lowmids
- Etwas weniger Tiefgang, ca 7Hz (unter 115Hz weniger SPL)
- Nominell 7 Ohm statt 8 Ohm
- Ca 130,- EUR teurer im Vergleich zu damals
+ Ca 30,- EUR günstiger im Vergleich zu aktuellen Preisen der Ursprungsbestückung
Messungen:
Frequenzverlauf & Impedanz:
Zmin liegt bei 5,75 Ohm @ 204Hz.
Der Dip bei 1,2kHz liegt bei 6,29 Ohm.
Somit müssen wir die Kiste nominell als 7 Ohm werten, die Beschaltung drückt die Impedanz ein wenig.
Im gleichen Gehäuse lag das Tuning mit Delta 10 zwischen 65-67Hz, mit de Lavoce und der größeren HF-Kombi
landen wir im Bereich 72-73Hz, Griff, Flansch, Noppenschaum und Polywolle rein, sind wir a Ende bei recht genau 75Hz (Nach reinem Impedanzmin 70Hz)
Das JL-Sat10 V1 fällt etwas smoother untenrum ab, samt mehr Tiefgang,
V3 ist dafür im Vergleich wesentlich linearer und ausgeglichener, bis oben rauf.
Im Topteilbetrieb ergeben sich durch den geringeren Tiefgang und steilere Flanke soweit keine Unterschiede,
f-6dB liegt mit 85Hz genau dort, wo man elektrisch den tiefsten Filter ansetzen kann.
Im Monitorbetrieb als Wedge, oder Solo mit EQ-Presets hat das V1 jedoch Vorteile dank des höheren Tiefgangs gehabt,
klang im Bass etwas wärmer und weicher, V3 dafür eher stramm und punchig, mehr präzise.
Als Wedge gesehen ist V3 also für Livemusik und Sprachbeschallung besser, V1 eher für DJs und Hintergrundmusik.
DSP-Presets für Vocal oder "Fullrange" werden noch folgen, letzteres ist dann aber eher für Hintergrundmusik bei z.B. Sprachbeschallungen gedacht.
Einzelwege: Die Summierung beträgt genau 6dB, die Auslöschung ist symmetrisch und bei -29dB.
Die akustische Trennfrequenz liegt im Vergleich zum V1 mit 1,7kHz genau 200Hz höher.
Das Horn ist tiefer als der Tieftöner, was eine 100% saubere Summe, bei gleichzeitig tiefer XO schwierig macht.
Dennoch sind die Auslöschungen unterhalb und oberhalb der XO nur marginal und locker im akzeptablen Bereich.
Herausgezoomt sehen wir sehr saubere Flanken, ohne jegliche Probleme.
Der TMT hat erst einen kleinen Dip bei ganzen -40dB im Bereich 4,15kHz,
ansonsten super sauber bis mindestens* -60dB unterhalb der Summe.
Also absolut keine "versteckten" Schweinereien im Verlauf.
* Für genauere Ergebnisse hätte ich noch lauter messen müssen
Ausschwingverhalten: Das Ausschwingverhalten ist recht sauber, weißt aber im Superhochton längere Ausschwinger auf,
hier resoniert das Horn ganz leicht mit, auch ist der Superhochton des HF109 nicht seine Stärke.
Ich behaupte aber, dass sich die Ausschwinger noch im akzeptablem Bereich bewegen und nicht mega auffällig sind,
dies sorgt eher für einen crispen, oldschooligeren Sound. Ich mag das bei solch einer Box lieber als Super-Clean.
Gruppenlaufzeit: Hierzu gibt's nicht viel zu sagen, außer: Passt.
Im Übergangsbereich haben wir hier einen üblichen Anstieg von völlig akzeptablem 0,3ms, das ist für passiv ein ausreichend guter Wert
und spiegelt circa den Versatz vom Hochton zum Tiefmitteltöner wider.
Abstrahlung: Das Abstrahlverhalten ist relativ konstant und weißt ab 2,3kHz grobe 70x40° auf. Darunter fast 90x60.
Der vertikale Sweetspot liegt genau auf der XO, hier können wir im Mittel noch von groben 20-30° ausgehen.
Mit gedrehtem Horn habe ich bisher noch nicht gemessen, wird aber wie beim JL-Sat12 V3 ausfallen: 40x70° ab 3-4kHz.
Natürlich wäre das horizontal noch etwas sauberer gegangen (1kHz und 2,5kHz), aber eine Lautsprecherbox ist immer ein Kompromiss,
irgendwo müssen Abstriche gemacht werden, damit andere Dinge besser werden und/oder es preislich im Rahmen bleibt.
Anm.: Die Geschichte bei negativen 600-700Hz schiebe ich auf einen Messfehler, nebenan ist momentan ne Baustelle.
Verzerrungen: In den ersten beiden Messungen erkennen wir, dass der Lavoce ab 800Hz leicht erhöhte Verzerrungen aufweist.
In diesem Bereich liegt K3 auch oberhalb K2, was für einen direkteren, eher durchsetzungsstarken Sound sorgt (den hatte die V1 deutlich weniger).
Auch dass bei grob 110dB die 10% bei 60Hz erreicht werden, was sich auch gut mit der Simulation bis Xlin deckt.
Von 104 auf 113dB ergeben sich in den Verzerrungen keine Auffälligkeiten, eher nur dass der 800Hz peak kaum ansteigt, was sehr gut ist.
Die letzte Messung entspricht fast dem MaxSPL, hier sind wir mit 5,3% Max K3 noch quasi um die Hälfte von den magischen 10% Verzerrungen entfernt
und das sogar im Bereich unterhalb der üblichen XO.
Alles in allem verändert sich das Verhalten und Verhältnis der Verzerrungen zum ansteigenden Pegel kaum,
was für kaum Klangänderung mit zunehmendem Pegel führt.
Wenn, dann klingt der Sprachbereich bei geringen Pegeln minimal wärmer.
Folgt noch:
► DSP-EQ-Presets
| Daten | JL-Sat10 V3 |
|---|---|
| Kennschalldruckpegel | 96dB 1W/1m 1) |
| MaxSPL | 122dB (125dB Max / 128dB peak) 2) |
| Impedanz | 7 Ohm 3) |
| Impedanz min | 5,75 Ohm @204Hz |
| XO | 1,70Hz |
| Tuning | 75Hz |
| Frequenzbereich (-6dB) | 87Hz - 19,2kHz |
| Grenzfrequenzen | 111Hz -3dB / 87Hz -6dB / 68Hz -10dB |
| Abstrahlung | 70x40 < (80x60 <2kHz) |
| Prinzip | Bassreflex |
1) Vollraum @ Znom, Durchschnittswert im relevanten Frequenzbereich
2) Theoretisch ermittelt per Kennschalldruckpegel & Leistung.
3) Nominelle Impedanz im Bereich 80% von Zmin
Alle Messungen unter Freifeldbedingungen.
Glättung 1/24, Polar 1/3.
Bassbereich per GPM ermittelt, dieser entspricht Vollraumbedingungen.
Zusammenfassung & Klang:
Das ursprüngliche JL-Sat10 war eine meiner absoluten Lieblingslautsprecher,
ob's das mit aktuellem ND350 (der unschön zu beweichen ist und anders klingt) und dem mir noch unbekannten
Delta 10A-2 noch genau so wäre, kann ich mir nicht ganz vorstellen.
Ob die V3 wieder einer meiner Liebling wird, muss die Zeit und Liveeinsätze zeigen,
aber ich kann's mir sehr gut vorstellen.
Solo für Hintergrundbeschallung eher nicht, aber als reines Topteil, DJ- und Bühnenmonitor bin ich guter Dinge
Die Membran des Lavoce ist eine Ecke schwerer als vom Delta, dafür nun aber auch mit potenterem Antrieb und allgemein moderner.
Das kann man definitiv raushören, ich bin aber noch nicht sicher, ob negativ oder positiv, würde sagen: anders halt.
Dafür haben wir aber den Vorteil, dass die Membran nun endlich beschichtet ist, denn das war vom Delta 10
ein übliches Problem, dessen reine Papiermembran mochte feuchte Umgebungen nämlich überhaupt nicht.
Entgegen der Simulation, kann der Lavoce ohne Hochpass schon eine ganze Ecke mehr Pegel liefern
und klingt noch lange nicht so schnell nach Limit.
Das wird aber nur für die kleine "Flott mal als Wedge an einen Amp ohne Hochpass"-Fraktion interessant
Alles in allem klingt das JL-Sat10 V3 nun etwas direkter und Mittiger, samt mehr Brillanz im Hochton,
ich würde allgemein sagen, auch etwas erwachsener als vorher.
Im Solo-Betrieb klingt es weniger warm, eher punchig/knackig, wo das V1 eher warm und rund, mehr nach HiFi klang.
Als Topteil ist es nun etwas durchsetzungsfähiger und kann sogar in kleinen Sub-Sat Systemen auch mal den Kickbass übernehmen.
Da ich das L10 die letzten Jahre auch eher für größere (100-200 Pax) statt kleinere Jobs (10-50 Pax) genutzt habe,
kommt mir der leicht durchsetzungsstärkere Sound recht gelegen.
Dennoch ist der Klangunterschied nicht wie Tag und Nacht im Vergleich, jedenfalls als reines Topteil.
Ich bin mit dem Update wirklich sehr zufrieden und bin gespannt wie sich das neue L10 auf kommenden Veranstaltungen so schlägt,
werde es mit paar Kollegen auch noch mal ausführlicher und 1:1 mit dem V1 gegenhören.
Toll finde ich, dass die Membran nun quasi wetterfest ist, die Abstrahlung deutliche konstanter
und ich die 700Hz Nase (ich bin da irgendwie empfindlicher als andere) nicht mehr ausbügeln muss.
Baupläne:
Gehäusebauplan folgt auf der Website
Weichenbaupläne gibt's beim Kauf des Weichenkits kostenfrei dazu.
Vollständige, ausführlichere Baupläne mit genauen Infos, Schnittplan, Anbauteilen und Settings gibt's Kostenfrei beim Kauf dazu.
Die Veröffentlichung steht kurz bevor, Links editiere ich dann in diesen Beitrag oben rein.
Erhältlich sein wir das Topteil als:
- Komplettbausatz
- Fertigweiche mit Bauplänen
- Weichenbausatz mit Bauplänen
Frequenzweiche: Nicht öffentlich
Gehäusebaupläne: Öffentlich
Preisklasse eines Komplettbausatzes mit Fertigweiche im Bereich 420-450,- EUR
Changelog:
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