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[Erfahrungsbericht] Lautsprechersuche - Dali, Buchardt, Harbeth, Canton

Moderatoren: Moderation HiFi, Bereichsmod

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#1

Beitrag von Markus »

Sehr bald werde ich mich beruflich verändern und hierfür auch eine neue Wohnung während der Woche beziehen. Als HiFi-Enthusiast möchte ich dort natürlich eine adäquate Anlage installieren, Musikrichtung ist primär Klassik (Klavier, Gesang, Bläser, Kammermusik, aber auch Großorchestrales).

Zu Hause habe ich eine Stereo-Konfiguration von Nubert (nuPower A, nuVero 140) stehen, mit der ich in meinem relativ großen Wohnzimmer sehr zufrieden bin. Im neuen Domizil sollte es etwas sein, was laut und leise gut klingt, eine gute Raumabbildung hat, eine schöne Bühne, ich möchte keine großvolumigen Standboxen dort, dafür Kompaktlautsprecher, die klanglich keine Kompromisse machen.

Bei meiner ersten Hörsession hatte ich die Stationen Hifi Pilot in Sulzfeld sowie Nubert in Schwäbisch Gmünd angefahren. Bei Hifi Pilot war das Objekt der Begierde die Buchardt E50 - ein toller kleiner Lautsprecher aus Massivholz mit einem Scanspeak Hochtöner sowie einem Purifi Tiefmitteltöner. Ich hatte ein umfangreiche Hörsession dort und war förmich "geflashed" von der hervorragenden räumlichen Abbildung, der klanglichen Präzision gerade von Klavier und Sängern, aber auch von dem extremen Tiefgang dieser kleinen Lautsprecher. Die anschließende Hörsession bei Nubert in Schwäbisch Gmünd, einem Hersteller, den ich sehr schätze, war im Vergleich dazu frustrierend - die neue nuVero-Serie hat mir im Vergleich klanglich nicht gefallen, wobei ich bis heute davon überzeugt bin, dass dies vor allem durch die nicht optimale Präsentation im Hörraum bedingt war. Stimmen war dort zu zischelnd, der Bass war erstaunlicherweise nicht so fundamental tief wie bei der kleinen E50, die Klangschönheit und das Volumen von Instrumenten war schwierig...wie gesagt: ich denke, dass es vor allem am Hörraum und dessen extremer Überdämpfung lag.

Nun hatte ich die Möglichkeit, eine zweite Hörsession vorzunehmen. Es ging mir hier vor allem um die Verstärkerelektronik, aber natürlich auch darum, ein paar weitere Eindrücke in Sachen Lautsprechern zu gewinnen. Hierzu war ich bei HiFi Concept in München, wo ich im Vorhinein einen Hörtermin vereinbart habe, meinen Anwendungsfall geschildert habe und dann als Vorschläge die Harbeth M30.3 sowie die neuen Dali Epkore 3 genannt bekam - jeweils am Hegel H400. Der Hörraum war in hervorragendem Zustand - akustisch optimiert, ein Gerät zur Netzstabilisierung sowie armdicke Lautsprecherkabel waren vorhanden (spielt für mich keine praktische Rolle, wird sicher bei mir so nicht stattfinden).

Zunächst waren die Harbeth M30.3 am Start. Diese aus dem Bereich der Studiomonitore entstammenden Lautsprecher haben wenig falsch gemacht, der Klang war ein wenig spröde, die akustische Bühne habe ich schon mal besser und überzeugender gehört, gerade im Bassbereich hätte ich mir ein wenig mehr Volumen gewünscht, die Mitten und Höhen klagen häufig rauh, definitiv nicht gefällig (ich weiß sehr gut, wie ein Konzertflügel klingt (war einen Abend vorher noch in der Isarphilharmonie bei Brahms 2. Klavierkonzert), hier war's doch recht dürr). Anschließend kam dann die doppelt so teure Dali Epikore 3 zum Einsatz - ein einziger Traum! In diesem Hörraum (ca. 25 qm schätze ich) keinerlei Kompromisse verglichen mit einem potenten Standlautsprecher, ausgezeichnete akustische Abbildung, räumlich wie in Bezug auf die Klangfarben, tolles Bassfundament.

Wie ist der aktuelle Status? Der Hegel ist toll - großartige Power, hervorragende Kontrolle der Lautsprecher im Lauten wie im Leisen. Er hat ein umfangreiches Sortiment an Ein- und Ausgängen sowie ein Streamingmodul, wovon ich Qobuz Connect sicher am intensivsten nutzen würde. Von den gehörten Lautsprechern sind meine Favoriten die Buchardt E50 sowie die Dali Epikore 3, wobei letztere mehr als doppelt so teuer wie erstere sind, aber für mein Dafürhalten diesen immensen Preisunterscheid nicht rechtfertigen (Die Dalis sind 3-Wege-Lautsprecher, die Buchardts 2-Wege. Bin mir nicht sicher, wie die beiden sich im direkten Vergleich schlagen würden. Aus dem Gedächtnis heraus hatte die Dalis mit ihrem Bändchenhochtöner etwas mehr "Luftigkeit" in den Höhen, kann aber auch dem Raum oder meine Erinnerung geschuldet sein). Ich war erstaunt, wie wenig "natürlich" die Harbeths klangen, gerade angesichts der vielen sehr positiven Berichte, die ich über sie gelesen habe.

Ach so, warum steht im Titel dieses Threads noch der Herstellername "Canton"? Ich habe hier noch die Canton Reference 9 auf der Liste, die ich noch nicht gehört habe, vielleicht bekommt dieser Lautsprecher auch noch eine Chance, auch wenn ich mir schwer tue zu glauben, dass dieser die Buchardts noch schlagen kann...mal sehen...

Vielleicht hat der ein oder andere hier auch schon Erfahrungen mit einigen der von mir gehörten Lautsprecher gemacht und kann mich bestätigen (oder komplett widerlegen). Bitte keine Kommentare im Sinne von "wie kann man x Euro für solche Lautsprecher oder einen solchen Verstärker ausgeben", ich weiß, dass wir uns hier im gehobenen Preissegment bewegen, aber aufgrund von verschiedenen Umständen ist mir die preisliche Einordnung aktuell tatsächlich weniger wichtig als das erreichbare Resultat.

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#2

Beitrag von tf11972 »

Wie heißts so schön: Ein Raum ist ein Raum ist ein Raum. Meine Frage hierzu: Hast du dich mit den zukünftigen räumlichen Gegebenheiten denn schon vertraut gemacht? Ich fände es ehrlich gesagt schwierig, schon im Vorfeld Lautsprecher auszusuchen, ohne zu wissen, wie ich sie künftig stellen bzw. den Raum akustisch optimieren kann.

Nach der Freude im akustisch hervorragenden Hörstudio folgt nämlich oftmals in den eigenen vier Wänden die herbe Enttäuschung, dass sich der toll klingende Lautsprecher plötzlich als Quäkkiste entpuppt, obwohl dieser gar nichts dafür kann. Aus dem Grund vertritt Nubert die Philosophie, dass die Akustik im Hörstudio nicht besonders angepasst wurde, damit es zuhause dann zum viel zitierten Aha-Erlebnis kommt. Zischelnde Stimmen kommen nämlich nicht von einer Über-, sondern einer Unterdämpfung.

Ich wünsche dir jedenfalls die nötige Geduld, damit du auch in deinem Zweitdomizil zum Hörgenuss kommst.
Viele Grüße
Thomas

www.forestpipes.de

#3

Beitrag von pogo »

Markus hat geschrieben: Heute 11:36ich weiß, dass wir uns hier im gehobenen Preissegment bewegen, aber aufgrund von verschiedenen Umständen ist mir die preisliche Einordnung aktuell tatsächlich weniger wichtig als das erreichbare Resultat.
An deiner Stelle würde ich mal einen HIFI-KLUBBEN aufsuchen und die Epikore gegen die Radiant Acoustics Clarity 6.2 (auch mit Purifi bestückt) an einem NAD M33 v2 gegenhören. Für mich wären es die 6.2er.
Optimalerweise sollten die Lautsprecher mit Dirac Live eingemessen und verschiedene Zielkurven für die geschmackliche Anpassung programmiert sein.
NAD M33 + MDC HDM-2 / Bluesound HUB Erweiterung
Teufel M200/M6000 (erste Generation)
WAXWING Phono DSP
miniDSP UMIK-2

#4

Beitrag von Bravado »

pogo hat geschrieben: Heute 15:07 an einem NAD M33 v2 gegenhören. Für mich wären es die 6.2er.
Optimalerweise sollten die Lautsprecher mit Dirac Live eingemessen und verschiedene Zielkurven für die geschmackliche Anpassung programmiert sein.
Sollte bis hierhin noch jemand Zweifel gehabt haben ... :roll:
Diese Dauerwerbesendung ist wirklich zum Kotzen.


Ich habe früher viele Jahre zufrieden und stressfrei mit Lautsprechern von Castle Musik gehört.
Die wurden jüngst von Karlheinz Fink wiederbelebt.
Begin the day with a friendly voice
A companion, unobtrusive

#5

Beitrag von Paffi »

Bist du auch aktiven Lautsprechern ggü. aufgeschlossen oder ist dir "klassische" Kombination wichtig?
KEF LS50 meta, minidsp 2x4HD/DDRC24, WIIM Ultra, WIIM Vibelink,
WIIM Pro (Rear), KEF LSX (Rear), 4 x NuSub XW800 @ mso,
2 x PSI AVAA C214, 2 x PSI AVAA C20
Raumakustik Hofa, RTFS, Addictive Sound

#6

Beitrag von Markus »

Vielen Dank Euch allen für Euer Feedback bis hierher. Lasst mich mal hinten anfangen:

Prinzipiell habe ich gegen aktive Lautsprecher keine stichhaltigen Argument, habe allerdings recht wenig Erfahrung damit. Ich habe mal die Aktiven der Familie Nubert ein wenig verfolgt, dort gab es ja zahlreiche technische Probleme mit Fiepen, Verbindungsproblemen, sonstigen Ausfällen...da fehlt es mir ein wenig in Sachen Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Mag sein, dass es da andere Hersteller gibt, die da längere Erfahrung haben und damit auch verlässlicher sind. Bisher habe ich (seit vielen Jahrzehnten) mit passiven Konzepten sehr gute Erfahrung gemacht...daher dieser einseitige Blick von meiner Seite aus bis hierher.

Zum Thema NAD M33 V2 und Radiant Acoustics Clarity 6.2: dieses Verstärker-Multitalent habe ich tatsächlich bei meiner Suche intensivst auf dem Schirm gehabt. Einst habe ich mal von Nubert die beiden Verstärker nuPower A und D gehört (über mehrere Wochen hinweg) und die A/B-Variante hat mir im Endeffekt mit geringem Vorsprung besser gefallen (Natürlichkeit. Leichtigkeit des Klangs, etwas weniger "rauh"). Preislich und in Bezug auf die Leistungsdaten sind der Hegel und der NAD in einer ähnlichen Liga. Beide haben auch einen Streamer an Bord, wobei ich denke, dass die grafisch augepeppte Version des NAD vielleicht eher mal veraltet. Großer Unterschied ist natürlich beim Dirac, den der Hegel einfach nicht hat. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich lieber den Raum etwas optimiere, ebenso die Aufstellung der Lautsprecher und der Hörposition, als den Frequenzgang elektronisch zu verbiegen. Im Bass mag dies noch halbwegs funktionieren, je höher die Frequenzen, desto kritischer sehe ich das. Auch habe ich nahezu alles im Netz gelesen, was zum NAD und zum Hegel zu finden ist, der Hegel hat in Sache Basspräsenz, Kontrolle über die Lautsprecher etc. leicht die Nase vorn. Ein wenig subjektiv ist auch, dass ich zum Understatement und nicht zum Featureüberfluss tendiere...auch zu den Radiant Acoustics habe ich bereits einiges gelesen und auch die Videos auf Youtube gesehen, vielleicht sollte ich mir diese doch noch mal anhören, wobei ich das Äußere und das Look'n'Feel der E50 schon oberaffentittengeil finde... :top:

Und ja, neben den Lautsprechern ist ganz sicher der wichtigste Faktor der Raum. Da es sich hierbei um ein Apartment handelt, welches ich ganz alleine bewohnen werde, habe ich alle Freiheiten der Aufstellung und Gestaltung. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, den Lautsprechern prinzipiell genug Raum zum Atmen zu geben, damit verschwinden die allermeisten frühen Reflexionen, die das KLangbild verfälschen könnten. Teppiche, Sofas etc. tun eine genügend Bedämpfung meist gut, nicht zu große Hörabstände ebenfalls. Das Argument bei Nubert, die Hörstudios nicht zu sehr zu optimieren, verstehe ich bis zu einem gewissen Grad. Wenn ich aber dort entsetzt weglaufe, weil mir der Höreindruck beim Händler nicht gefällt, hat man sicher auch nichts gewonnen. Nicht jeder nimmt das Geld in die Hand, um die Lautsprecher zu sich nach Hause zum Probehören zu bestellen. Um nicht falsch verstanden zu werden: ich liebe die Marke Nubert und bin von deren Qualität sehr überzeugt, habe bei mir 2 Anlagen mit deren Lautsprechern stehen (die nuPower A plus nuVero 140 sind mit das beste, was ich jemals gehört habe - extrem dynamisch, durchsichtiger, natürlicher Klang, tolle Raumabbildung), aber es gehört zur Wahrheit dazu, dass mein letzter Besuch dort mit der neuen nuVero-Serie einfach nicht begeisternd war.

@Paffi , könntest Du etwas konkreter werden, was Du mit Aktivtechnik im Kompaktlautsprecherbereich empfehlen würdest, was klanglich mit den genannten Komponenten konkurrieren könnte? Was wären Deiner Meinung nach die Vorteile?

#7

Beitrag von pogo »

Markus hat geschrieben: Heute 21:31wobei ich denke, dass die grafisch augepeppte Version des NAD vielleicht eher mal veraltet.
Die kannst du auch auf das Anzeigeniveau eines Hegels reduzieren.

Bild
Markus hat geschrieben: Heute 21:31Großer Unterschied ist natürlich beim Dirac, den der Hegel einfach nicht hat. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich lieber den Raum etwas optimiere, ebenso die Aufstellung der Lautsprecher und der Hörposition, als den Frequenzgang elektronisch zu verbiegen. Im Bass mag dies noch halbwegs funktionieren, je höher die Frequenzen, desto kritischer sehe ich das.
Das sollte man auch vorab machen.
DLRC 'verbiegt' allerdings nicht nur den Frequenzgang, sondern führt auch eine Impulskorrektur durch.
Für den Bassbereich wird in naher Zukunft wohl noch DLART ausgerollt, was auch bei einem 2.0 Setup funktioniert.
Hohe Frequenzen sind beim M33 auch kein Thema, wenn man mit einem geeigneten Messmikrofon arbeitet. Ein UMIK-1 gehört z.B. nicht dazu! Das DL-Postprocessing läuft @192kHz, was auch sehr selten bei DL-Implementationen vorkommt.

Die 6.2er solltest du dir auf jeden Fall mal anhören. Die klingen für ihre Größe erstaunlich gut.
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